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Figurale Denkform in mittelalterlicher Anthropologie und Poetik

  • Ulrich Gaier

Zussamenfassung

Einen Aristoteles, dessen Werk neben einer Anzahl von Schriften über den Menschen eine Poetik und eine Rhetorik enthält und dazu einlädt, die literaturtheoretischen auf die anthropologischen Schriften zu beziehen, sucht man im europäischen Mittelalter vergebens. Wenn Augustinus festsetzt: »Solus creator est Deus1, kann sich der Mensch in der christlichen Schöpfung kein eigenes Schöpfertum anmaßen, wobei mit creatio wohl von Augustinus bis zu Thomas von Aquin die Schöpfung von »etwas substantiell Neuem, vorher nicht Dagewesenem« gemeint ist.2 Aufgabe und Spielfeld des Dichters ist deshalb Nachahmung, sei es in stoischer Tradition die Nachahmung der göttlichen Ordnung nach Maß, Zahl und Gewicht3, sei es in neuplatonischer Tradition die Nachahmung der göttlichen Schöpferkraft, indem der Dichter die Ideen intuitiv anschaut, um in »symbolischer Mimesis« den »Sprung von der figura, der umbra, vom Spiegelbild zur Wahrheit« zu wagen. Theologie und Poesie fallen in dieser Perspektive zusammen: »Theologia veluti quaedam poetria4

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  • Ulrich Gaier
    • 1
  1. 1.Universität KonstanzKonstanz

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