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Proklos: Negative Ästhetik und integrative Poetik

  • Ulrich Gaier

Zussamenfassung

Wenig beachtet auch unter Historikern poetologischer Theoriebildung ist die Tatsache, »dass die Frage nach der Kunst, insbesondere nach Wesen und Funktion von Dichtung, ebenso sehr die Frage nach deren – die Interpretation vielfältig provozierenden – Sprachstruktur, ferner die Frage nach dem Verhältnis von Philosophie (Metaphysik) und Dichtung überhaupt ein zentrales Thema neuplatonischen Philosophierens ausmacht«1 und dass für Poetik, literarische Hermeneutik und Kritik so wirkungsmächtige Theoreme wie die Einheit des dichterischen Werks, bezüglich derer jedes Element Organfunktion und Sinnbezug hat, von neuplatonischen Philosophen erstmals explizit formuliert worden sind.2 Da im Neuplatonismus Metaphysik, Kosmologie, Anthropologie, Psychologie und, wie angedeutet, Sprach- und Literaturtheorie aufs engste miteinander verbunden sind und durch Teilhabe oder Analogie aufeinander verweisen, erschließt auch hier unsere Frage nach dem Verhältnis von Anthropologie und Poetologie interessante Zusammenhänge. Sie sind von der Forschung bisher kaum erfasst, haben jedoch durch die Vermittlung des Neuplatonismus der Renaissance (Cusanus, Ficino, Pico, Machiavelli3) eine unabsehbare Bedeutung für die Formation neuzeitlicher Anthropologie, Poetologie und Poetik erhalten.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  • Ulrich Gaier
    • 1
  1. 1.Universität KonstanzKonstanz

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