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Gorgias von Leontinoi1

  • Ulrich Gaier

Zussamenfassung

Dieser Philosoph, der wohl 484–376 v. Chr. lebte, hat sich Gedanken über magische Sprache gemacht, Sprache also, die durch Aussprechen von Wörtern, Sätzen oder Gebeten etwas bewirken soll. Wir springen damit zurück zu den ersten Überlegungen zu Sprache und Dichtung in der Einleitung. Man wird sagen, Beschwörung, Gebet, ritueller Gesang sei doch keine Dichtung, aber lat. carmen heißt zugleich Lied und Gedicht und Zauberspruch. In der frühen Zeit wurden diese Funktionen nicht getrennt, und bis heute – wir haben es noch bei Musil gesehen – wirkt große Dichtung dadurch, dass sie dem Rezipienten das antut, was sie aussagt. Der magische Gebrauch von Sprache wird immer wieder neu entdeckt, etwa bei Paul Valérys »effets d’induction«, Rilkes »Sagen der Dinge«, Sartres Les mots et les choses und Derridas »pharmacie« von Schrift und Logos, nicht zu vergessen Kenneth Burkes Theorie des »magischen Befehls«.2 Es lohnt sich also, Gorgias’ Gedanken nachzudenken.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  • Ulrich Gaier
    • 1
  1. 1.Universität KonstanzKonstanz

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