Inszenierungsformen

  • Karen Jürs-Munby

Zusammenfassung

»Theater müßte eine Art Verweigerung sein« (Jelinek 2005), schrieb Jelinek in ihrem theaterästhetischen Essay Theatergraben. Seit Jahren hat sie in RegisseurInnen, DramaturgInnen, DesignerInnen und SchauspielerInnen MitstreiterInnen gefunden, die die Herausforderung ihrer Theatertexte angenommen und ihrerseits neue, kongeniale »postdramatische« Theaterformen erfunden und bestehende Konventionen verweigert haben. Die offene Form der Texte hat RegisseurInnen die Freiheit gegeben, eine Vielfalt divergierender Inszenierungsstrategien einzusetzen und dabei unweigerlich zu kreativen Co-Autor Innen zu werden. Darüber hinaus haben die unterschiedlichen Regiearbeiten den Schlüssel zum Umgang mit den Texten häufig in einer produktiven, reibungsvollen »Gegeneinanderarbeit« mit/gegen Jelinek gefunden. Ein starkes Regietheater hat sich damit nicht nur als Möglichkeit, sondern geradezu als Notwendigkeit für Jelineks Stücke erwiesen, wie im Folgenden anhand exemplarischer deutschsprachiger Produktionen wichtiger RegisseurInnen deutlich werden soll.

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Literatur

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  • Karen Jürs-Munby

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