Musik

  • Karl Ivan Solibakke

Zusammenfassung

Als Musikerin mit praktischem wie theoretischem Hintergrund bezieht Elfriede Jelinek eine Sonderposition in der seit dem 17. Jahrhundert anhaltenden Debatte über die Nahtstelle zwischen musikalisierter Poesie und poetisiertem Klang. Orientiert sich die Musikästhetik zeitweise an der Sprachtheorie, indem die Töne mit Begriffen korreliert werden, so funktioniert die Sprache der Empfindungen wie ein Zeichensystem, das logischen Prinzipien gehorcht. Nicht nur in Wortgefügen, in die musikalische Kompositionen, Komponisten und klangliterarische Prätexte integriert werden, bestätigt sich die enge Verzahnung von Logos und Laut, sondern auch in diversen Textsorten, die Isomorphien mit musikalischen Formen erwägen. Unter den Eigenschaften tonaler Gebilde — Form, Metrum, Harmonie und Melodie — liegt Jelineks Hauptaugenmerk auf Klangvaleurs: »obwohl ja alle dauernd Musik hören, der eine dies, der andre das, man kann sich ja kaum vor ihr retten, sie ertönt einfach überall.«

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Literatur

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Authors and Affiliations

  • Karl Ivan Solibakke

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