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Körper — Sport — Krieg

  • Artur Pełka

Zusammenfassung

Der Körper in Jelineks Œuvre erscheint als Produkt diskursiver Praktiken, als ein kulturelles Konstrukt, geprägt von der Einschreibung symbolischer Relationen und der Zuschreibung kollektiver Wertungen. Bei der literarischen Schilderung einer solchen »Disziplinierung« des Körpers werden vordergründig seine genderspezifischen Modi hervorgehoben und so die Eigenschaften des Geschlechtskörpers als Effekte kultureller Inskription samt ihren sozial-politischen Konsequenzen bloßgestellt. Jelineks Texte zeigen permanent, wie der Körper des Menschen politisiert und als solcher in die Gesellschaft integriert oder aus ihr ausgeschlossen, d. h. kulturell codiert bzw. stigmatisiert wird. Die Einheit und Identität des Gemeinwesens kann nur durch die Anpassung der Einzelkörper an den allumfassenden — zu einer Metapher erstarrenden — Gemeinschaftskörper bzw. Massenkörper zustande kommen.

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  • Artur Pełka

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