Frauenbilder

  • Christa Gürtler
  • Moira Mertens

Zusammenfassung

Für Jelinek ist die Gender-Problematik in der Produktion von Kunst von entscheidender Bedeutung, denn die Frau, ohne Ort in der symbolischen Bedeutungskonstruktion, muss als Künstlerin (z. B. als Schriftstellerin oder Komponistin) eine als männlich codierte Position einnehmen. Die Frau als das kulturell ab- und ausgegrenzte »Andere« blickt in die durch männliche Strategien bestimmten Diskurse von Kunst, Ökonomie und Politik hinein, zu denen sie Zugehörigkeit erst erringen muss: »Auf diese Weise ist sie aber dazu verurteilt, die Wahrheit zu sprechen und nicht den schönen Schein.« (Jelinek 1983, S. 15 1) In ihrer Nobelpreisrede Im Abseits verschiebt Jelinek den Wahrheitsanspruch und bestimmt diese Position für den Dichter: »Sein Platz ist immer außerhalb. Nur was er aus dem Außen hineinsagt, kann aufgenommen werden, und zwar, weil er Zweideutigkeiten sagt.« (ABS)

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Annuß, Evelyn: Spektren. Allegorie und Bildzitat in Elfriede Jelineks »Die Wand«. In: Janke 3, S. 34–59.Google Scholar
  2. Annuß, Evelyn: Schiller »offshore«: Über den Gebrauch von gebundener Sprache und Chor in Elfriede Jelineks »Ulrike Maria Stuart«. In: Arteel/MÜller, S. 29–42.Google Scholar
  3. Bock, Ursula: Die Frau hinter dem Spiegel. Weiblichkeitsbilder im deutschsprachigen Drama der Moderne. Berlin: LIT 2011.Google Scholar
  4. Braun, Christina von/Mathes, Bettina: Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen. Berlin: Aufbau Verlag 2007.Google Scholar
  5. Chamayou-Kuhn, Cécile: »gewalt zeugt gewalt!«: Elfriede Jelineks facettenreicher Feminismus. In: Kaplan, Stefanie (Hg.): »Die Frau hat keinen Ort«. Elfriede Jelineks feministische Bezüge. Wien: Praesens Verlag 2012 (= DISKURSE. KONTEXTE.IMPULSE. Publikationen des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums 9 ), S. 28–47.Google Scholar
  6. Fliedl, Konstanze: Terror im Spiel. In: Gutjahr, Ortrud (Hg.): »Ulrike Maria Stuart« von Elfriede Jelinek. Würzburg: Königshausen & Neumann 2007, S. 55–61.Google Scholar
  7. Gürtler, Christa: Die Entschleierung der Mythen von Natur und Sexualität. In: Gürtler, S. 120–134.Google Scholar
  8. Gürtler, Christa: Elfriede Jelineks Roman »Gier«–ein unterhaltsamer Kriminalroman. In: Eder/Vogel, S. 143–152.Google Scholar
  9. Gutjahr, Ortrud: Königinnenstreit. Eine Annäherung an Elfriede Jelineks »Ulrike Maria Stuart« und ein Blick auf Friedrich Schillers »Maria Stuart«. In: Gutjahr, Ortrud (Hg.): »Ulrike Maria Stuart« von Elfriede Jelinek. Würzburg: Königshausen & Neumann 2007, S. 19–35.Google Scholar
  10. Hamm, Christine: Das tote Kind: Weiblichkeit, Sexualität und Mütterlichkeit in Elfriede Jelineks »Lust«. In: Müller/Theodorsen,, S. 251–269.Google Scholar
  11. Hartwig, Ina: Schwere Arbeit am Monument des Sexus. Über Elfriede Jelineks »Lust«. In: Text + Kritik 3, S. 74–84.–JanzGoogle Scholar
  12. Jelinek, Elfriede: »Der Krieg mit anderen Mitteln.« Über Ingeborg Bachmann. In: Die Schwarze Botin 21 (1983), S. 149–153.Google Scholar
  13. Jelinek, Elfriede: Zu »Ulrike Maria Stuart«. In: Text + Kritik 3, S. 15–18.Google Scholar
  14. Jirku, Brigitte E.: Weibliche Herrschaft im Königinnendrama »Ulrike Maria Stuart«. In: Kaplan, Stefanie (Hg.): »Die Frau hat keinen Ort«. Elfriede Jelineks feministische Bezüge. Wien: Praesens Verlag 2012 (= DISKURSE. KONTEXTE.IMPULSE. Publikationen des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums 9), S. 48–64.–Lücke 1Google Scholar
  15. Miess, Julie: Neue Monster. Postmoderne Horrortexte und ihre Autorinnen. Köln: Böhlau 2010.CrossRefGoogle Scholar
  16. Pontzen, Alexandra: Beredte Scham–Zum Verhältnis von Sprache und weiblicher Sexualität im Werk von Elfriede Jelinek und Marlene Streeruwitz. In: Gruber, Bettina/Preußer, Heinz-Peter (Hg.): Weiblichkeit als politisches Programm? Sexualität, Macht und Mythos. Würzburg: Königshausen & Neumann 2005, S. 21–40.Google Scholar
  17. Šlibar, Neva: »Ein unendliches Noch-Nicht und bald darauf Nicht-Mehr«. Prinzessinnen und ihre Welten bei Ingeborg Bachmann und Elfriede Jelinek. In: Agnese, Barbara/Pichl, Robert (Hg.): Topographien einer Künstlerpersönlichkeit. Neue Annäherungen an das Werk Ingeborg Bachmanns. Würzburg: Königshausen & Neumann 2009, S. 173–188.Google Scholar
  18. Stephan, Inge: »Frau und Körper gehören untrennbar zusammen.« Zur Bedeutung des Körpers in aktuellen Gender-Debatten und bei Elfriede Jelinek. In: figurationen. gender literatur kultur 0/ 1999, S. 36–49.Google Scholar
  19. Strigl, Daniela: »Die Wand«: nichts dahinter–oder doch? Zu Elfriede Jelineks kritischer Lektüre von Marlen Haushofers Roman in »Tod und das Mädchen V«. In: Eder/Vogel, S. 87–102.Google Scholar
  20. Szczepaniak, Monika: »Es war ein Unfall« oder die »Unachtsamkeit der Wand. In: Müller/Theodorsen, S. 203–228.Google Scholar
  21. Utsch, Susanne: Unterwerfendes Begehren, zwanghafte Begierde. Elfriede Jelineks Theatertext »Über Tiere«. In: Text + Kritik 3, S. 31–40Winter.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2013

Authors and Affiliations

  • Christa Gürtler
  • Moira Mertens

There are no affiliations available

Personalised recommendations