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Ökonomie

  • Evelyne Polt-Heinzl

Zusammenfassung

Die erste Stellungnahme Elfriede Jelineks im österreichischen Literaturbetrieb ist eine ideologische Grundsatzerklärung, gemeinsam verfasst mit dem Komponisten und Musikwissenschaftler Wilhelm Zobl. Im sogenannten »Realismusstreit« in der Redaktion der Grazer Literaturzeitschrift manuskripte fordert die Proklamation unter Berufung auf Karl Marx und Friedrich Engels das Bekenntnis der Literatur zur Revolution ein. Mit Schärfe wendet sich der Text gegen den pragmatischen Herausgeber Alfred Kolleritsch ebenso wie gegen den Jungstar Peter Handke, der nach seinem dissidenten Auftritt als schreibender Poprebell die revolutionären Ziele seines Aufbruchs verraten habe. Der Ton dieses Manifests ist nur aus der Zeit heraus zu verstehen, die ideologische Verankerung in marxistischen Grundsätzen als gesellschaftspolitischem Analyseinstrument aber hat Jelinek beibehalten, auch wenn sich ihre Einschätzung des Veränderungspotentials der Gesellschaft wohl geändert hat. 1974 tritt Jelinek der KPÖ bei und wird der Partei 17 Jahre lang treu bleiben, am Rande stehend und mit deren realer Politik kaum verbunden, aber doch die Partei als Statthalterin marxistischer Theorie wertschätzend und auch für Textspenden zu haben wie für die Anthologie Linkes Wort für Österreich (vgl. Jelinek 1985, S. 292–296).

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Literatur

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Authors and Affiliations

  • Evelyne Polt-Heinzl

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