Neuere Texte für das Radio

  • Christine Ehardt

Zusammenfassung

Die Faszination für das Medium Radio wird von Elfriede Jelinek immer wieder in Gesprächen und Interviews betont, und keine zeitgenössische Autorin kann auf mehr Rundfunkarbeiten und -bearbeitungen ihrer Werke verweisen. Waren es in den 1970er Jahren noch durchwegs Originalhörspiele, die fast jährlich neu erschienen, sind es ab den 1980er Jahren vorwiegend Bearbeitungen ihrer Theaterstücke, die teilweise von ihr selbst vorgenommen wurden. In jüngster Zeit finden sich vor allem Hörspielmonologe, die auf Texte Jelineks zurückgehen. Die Zahl der Produktionen, die von Jelinek selbst verfasst und/oder von ihr für den Rundfunk bearbeitet wurden, nimmt in den letzten Jahren zwar kontinuierlich ab, ihre Präsenz im Radio ist aber ungebrochen. Im Herbst/Winter 2011 brachte etwa der Bayerische Rundfunk Jelineks Roman Neid in der Bearbeitung von Herbert Kapfer und Karl Bruckmaier als fast zehnstündige Monologfassung heraus. Und neben den Bearbeitungen ihrer Werke ist sie auch als »Dichterin am Apparat« (Musil 1978, S. 1514) im Rundfunk zu hören und leiht sowohl ihren eigenen Werken als auch den Texten anderer KünstlerInnen, wie etwa jenen von Eva Meyer oder Alexander Kluge, ihre Stimme.

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Literatur

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Authors and Affiliations

  • Christine Ehardt

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