Zur Lyrik Heinrich Heines

  • Sonja Gesse-Harm
Part of the Heine-Studien book series (HEINEST)

Zusammenfassung

Unter der reichen Lyrikproduktion Heinrich Heines — von der Herausgabe seiner ersten Buchpublikation Gedichte von H. Heine (1822) bis zur letzten, vergleichsweise schmalen Sammlung Gedichte. 1853 und 1854 (die unselbständig 1854 in den Vermischten Schriften erschienen ist) — sind es vor allem die Bände Buch der Lieder (1827), Neue Gedichte (1844) und Romanzero (1851), von denen sein lyrisches Werk wesentlich gekennzeichnet wird und aus denen nicht zuletzt die Komponisten hauptsächlich geschöpft haben. Romanzero hat aufgrund der in ihm vorgeführten ernüchterten Weltschau und tabulosen Gesellschaftskritik zumal im 19. Jahrhundert eine relativ dürftige musikalische Rezeption erfahren. Nur einzelne Texte, deren Inhalt zumindest auf der Oberfläche unverfänglich erschien, lassen sich für diesen Zeitraum in der großen Liste der Heine-Vertonungen ausmachen.1 Das Buch der Lieder hingegen und einzelne Zyklen der Neuen Gedichte bildeten einen schier unerschöpflichen Vertonungsfundus. Somit stellt sich zunächst die Frage, worin der Zauber dieser Texte gründet, der so viele, in ihren liedästhetischen Ansätzen so unterschiedliche Komponisten inspiriert hat. Im folgenden soll daher versucht werden, die beiden Gedichtbände sowohl entstehungs- und rezeptionsgeschichtlich als auch in ihren stilistischen Eigenheiten zu beleuchten. Ein spezielles Augenmerk ist dabei auf die mit besonderer Vorliebe vertonten Zyklen Lyrisches Intermezzo und Die Heimkehr aus dem Buch der Lieder sowie Neuer Frühling und Tragödie aus den Neuen Gedichten zu richten.

Anmerkungen

  1. 1.
    Günter Metzner: Heine in der Musik, Bd. 11, Tutzing 1993, S. 542f., zählt 35 Kompositionen, die auf der Basis dieses Lyrikbandes bis zum Jahr 1885 entstanden sind.Google Scholar
  2. 6.
    Vgl. hierzu Jost Hermand: Die ‘Reisebilder’ in der zeitgenössischen Kritik, in: ders.: Der frühe Heine. Ein Kommentar zu den ‘Reisebildern’, München 1976, S. 183.Google Scholar
  3. 11.
    Vgl. dazu Jeffrey L. Sammons: Heinrich Heine, Stuttgart 1991 (Sammlung Metzler; 261), S. 29–35.CrossRefGoogle Scholar
  4. 18.
    Bernd Kortländer: „Man ist viel wenn man ein Dichter ist“. Der Lyriker Heine, in: Joseph A. Kruse (Hg.): Heinrich Heine. Einblicke und Assoziationen I, Einführende Beiträge, Düsseldorf 1988, S. 45.Google Scholar
  5. 31.
    Manfred Windfuhr: Heinrich Heines deutsches Publikum (1820–1860). Vom Lieblingsautor des Adels zum Anreger der bürgerlichen Intelligenz, in: ders.: Rätsel Heine. Autorprofil — Werk — Wirkung, Heidelberg 1997, S. 410.Google Scholar
  6. 37.
    Karl Mendelssohn Bartholdy (Hg.): Friedrich von Gentz: Briefe an Pilat: ein Beitrag zur Geschichte Deutschlands im 19. Jahrhundert, Bd. 2, Leipzig 1868, S. 434.Google Scholar
  7. 40.
    Vgl. Brief von Gentz an Rahel Varnhagen von Ense vom 22.9.1830 in: Michael Werner (Hg.): Begegnungen mit Heine. Berichte der Zeitgenossen, Bd. 2, Hamburg 1973, S. 642f.: „Erst vor einigen Tagen entdeckte ich sein bereits im Jahre 27 gedrucktes, mir aber bisher unbekannt gebliebenes Buch der Lieder […].“Google Scholar
  8. 63.
    Georg Nikolaus Bärmann: Rezension zu Buch der Lieder, in: Der Gesellschafter (Berlin) vom 7.11.1827, S. 88 (Rubrik: Zeitung der Ereignisse und Ansichten. Korrespondenz aus Hamburg); hier zitiert nach Eberhard Galley / Alfred Estermann (Hg.): Heinrich Heines Werk im Urteil seiner Zeitgenossen, Bd. 1, Hamburg 1981, S. 284; im folgenden zitiert als „Galley / Estermann“.Google Scholar
  9. 89.
    Christian Höpfner: Romantik und Religion. Heinrich Heines Suche nach Identität, Stuttgart 1997, S. 33.Google Scholar
  10. 97.
    Die Heine-Forschung ist seit einigen Jahrzehnten darum bemüht, diese Traditionen aus Heines früher Lyrik herauszufiltern. Vgl. dazu Manfred Windfuhr: Heine und der Petrarkismus. Zur Konzeption seiner Liebeslyrik, in: Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft 10 (1966), S. 266–285;Google Scholar
  11. Jürgen Brummack: Heines Entwicklung zum satirischen Dichter, in: DVjs 41 (1967), S. 98–116;CrossRefGoogle Scholar
  12. Pierre Grappin: Heines lyrische Anfänge, in: Manfred Windfuhr (Hg.): Internationaler Heine-Kongreß Düsseldorf 1972, Hamburg 1973, S. 50–78;Google Scholar
  13. Paul Gerhard Klussmann: Die Deformation des romantischen Traummotivs in Heines früher Lyrik, in: Vincent J. Günther / Helmut Koopmann / Peter Pütz / Hans-Joachim Schrimpf (Hg.): Untersuchungen zur Literatur als Geschichte. Festschrift für Benno von Wiese, Berlin 1973, S. 259–285. In neuerer Zeit haben beispielsweise Gerhard Höhn in seinem Heine-Handbuch, Stuttgart 1987 und 21997, sowie Christian Höpfner: Romantik und Religion. Heinrich Heines Suche nach Identität, Stuttgart 1997, Beiträge zu diesem Thema geleistet.Google Scholar
  14. 102.
    Peter Horst Neumann: Einige Bemerkungen über Oper und Volkslied und die Idee der Einheit von Musik und Dichtung von Lessings ‘Laokoon’-Fragmenten bis zu Richard Wagner und Heinrich Heine, in: Jahrbuch der Jean-Paul-Gesellschaft 7 (1972), S. 115.Google Scholar
  15. 110.
    Vgl. Gertrud Waseem: Das kontrollierte Herz. Die Darstellung der Liebe in Heinrich Heines ‘Buch der Lieder’, Bonn 1976, S. 29.Google Scholar
  16. 134.
    Vgl. hierzu Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart 1997, S. 308.Google Scholar
  17. 149.
    Norbert Altenhofer: Ästhetik des Arrangements. Zu Heines „Buch der Lieder“, in: ders: Die verlorene Augensprache. Über Heinrich Heine, hg. von Volker Bohn, Frankfurt a. M. / Leipzig 1993, S. 161. Vgl. hierzu auch den Abschnitt „Zur Zyklusbildung im Buch der Lieder“ der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
  18. 157.
    Jürgen Brummack: Heinrich Heine. Epoche — Werk — Wirkung, München 1980, S. 108.Google Scholar
  19. 162.
    Vgl. dazu auch Jörg Engelbrecht: Der schwierige Weg in die Moderne. Deutsche Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in: Joseph A. Kruse (Hg.): „Ich Narr des Glücks“. Heinrich Heine 1797–1856. Bilder einer Ausstellung, Stuttgart 1997, S. 20.Google Scholar
  20. 188.
    Bernd Kortländer: Poesie und Lüge. Zur Liebeslyrik des ‘Buchs der Lieder’, in: Gerhard Höhn: (Hg.): Heinrich Heine. Ästhetisch-politische Profile, Frankfurt a. M. 1991, S. 205.Google Scholar
  21. 206.
    Johann Jokl: Von der Unmöglichkeit romantischer Liebe. Heinrich Heines Buch der Lieder. Opladen 1991, S. 132f.CrossRefGoogle Scholar
  22. 208.
    Walter Muschg: Tragische Literaturgeschichte, Bern 31957, S. 269.Google Scholar
  23. 280.
    Urteil des Innenministeriums durch den Referenten Seebode vom 3.10.1844, in: H. H. Houben: Verbotene Literatur. Von der klassischen Zeit bis zur Gegenwart, zweite, verbesserte Auflage, Dessau 1925, S. 417.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2006

Authors and Affiliations

  • Sonja Gesse-Harm

There are no affiliations available

Personalised recommendations