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Einleitung: Von der Unmöglichkeit, theoriefrei Literatur zu lesen, und der Notwendigkeit, sich literaturtheoretisch zu bilden

  • Tilmann Köppe
  • Simone Winko
Chapter

Zusammenfassung

Die Beschäftigung mit Literaturtheorie gilt als schwierig, und die Vielzahl der vertretenen Ansätze scheint kaum überschaubar zu sein, nicht allein für die Studierenden der ersten Semester. Während die Bezeichnungen ›Sozialgeschichte‹ und ›Gender Studies‹ zumindest nahelegen, welche Fragestellungen im Rahmen der Ansätze verfolgt werden, ist das für andere Richtungen nicht der Fall. Was ist unter ›New Historicism‹ zu verstehen, was unter ›Dekonstruktion‹? Ist Literaturwissenschaft eine Medien- oder eine Kulturwissenschaft oder beides? Wie verhalten sich die offenbar ähnlich gebrauchten Begriffe ›Interpretation‹ und ›Lektüre‹ zueinander, wenn mit letzterem offenbar mehr als ›Lesen‹ gemeint ist? Was heißt ›soziale Energie‹ was ›Textbegehren‹, was ›Unbestimmtheitsstelle‹ — Begriffe, die ab und zu in Interpretationen literarischer Texte zu finden sind? Lassen sich eine diskursanalytische und eine psychoanalytische Verfahrensweise im Umgang mit Literatur vereinbaren? Angesichts dieser unübersichtlichen Situation ist der Impuls verständlich, sich mit dem terminologischen Wirrwarr gar nicht erst zu befassen, sondern sich einfach auf die literarischen Texte zu konzentrieren und sie ohne theoretisches Instrumentarium aus sich selbst bzw. aus ihrer historischen Situation herauszulesen oder zu deuten.

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Literaturs

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2008

Authors and Affiliations

  • Tilmann Köppe
    • 1
  • Simone Winko
    • 2
  1. 1.School of Language and LiteratureFreiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)Deutschland
  2. 2.Universität GöttingenDeutschland

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