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Die Begründung der jüdischen Religionsphilosophie durch Philon von Alexandria

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Zusammenfassung

Philon von Alexandria (ca. 25 v.u.Z. bis 45 u.Z.) ist der einzige jüdische Philosoph aus hellenistischer Zeit, dessen fast ausnahmslos auf Griechisch verfaßten Werke überliefert sind. Seine Pentateuch-Kommentare stützen sich auf die Septuaginta-Übersetzung der Bibel, die für den Bedarf der Griechisch sprechenden Juden in Alexandria entstanden war. Neben der Verwurzelung im Judentum ist das Denken Philons stark von Platon und der Stoa beeinflußt. Philon entwickelt keine systematische Philosophie, denn er versteht sich in erster Linie als Kommentator und Lehrer der biblischen Schriften, die er mit Hilfe platonischer und stoischer Begriffe als philosophische Lehre sui generis auslegt. Seine Deutung des biblischen Bilderverbotes (Ex 20, 4) als Kritik an jeder anthropomorphen, d.h. vermenschlichenden, Vorstellung Gottes legt den Grundstein für die gesamte — jüdische, islamische und christliche — scholastische Theologie des Mittelalters. Indem er die Einzigkeit, Geistigkeit und Unvergleichbarkeit Gottes als radikale Forderungen des Denkens aufstellt, wird Philon zum Begründer der philosophischen Rezeption des jüdischen Monotheismus. Die drei Prädikate sind der Grundstein für Philons Negative Theologie, die eine positive Bestimmung des Gottes begriffs unterbindet. Philon wird tonangebend für den kritischen Rationalismus der mittelalterlichen jüdischen Philosophie (vgl. Wolfson 1947, Bd. 2, S. 439–460), obwohl er aufgrund seines Logosbegriffes von jüdischer Seite aus nicht direkt rezipiert worden ist.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

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