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Schlußbetrachtung

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Zusammenfassung

Die Kriterien, die vormals rein abendländisch erschienen, wie eine durch die Aufklärung geläuterte Vernunft und Postulate wie Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, lassen sich in einem philosophischen Denken, das man vorschnell als ein so ›ganz anderes‹ etikettiert, wie wir sahen, aufweisen (vgl. Glasenapp 1954; 1960ff.). Zwar kennt das Sanskrit kein Wort für ›Aufklärung‹, aber ihren Inhalt finden wir in Indien sehr wohl vor. So befindet sich im Nyaya eine Lehre vom ›apta‹ (Glaubwürdig, Glaubwürdiger) und eine ausdrückliche Definition dieses Begriffes bei Pakshilasvamin (ca. 5. Jh.) in seinem Nyayabhasya (›Ausführlicher Kommentar des Nyayasutra‹), wenn er schreibt:

»Ein Unterweisender nun, der die Gegebenheiten direkt erkannt hat und vom Wunsch, die Sache so darzulegen, wie er sie erkannt hat, bewegt ist, ist ein Apta. Direktes Erkennen eines Gegenstandes [bedeutet] Zuverlässigkeit (apta). Aus ihr heraus wirkt er; daher [heißt er] Apta. Dieses Merkmal [eines Aptas gilt] in gleicher Weise für Rishis, Aryas und Barbaren.« (Pakshilasvamin: Nyayabhasya I.1.7)

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

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