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Die Entwicklung der jüdischen Religionsphilosophie im Mittelalter

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Zusammenfassung

Nach dem Ende des Hellenismus kommt es erst vom 9. Jh. an zu einer Wiederbelebung der jüdischen Philosophie. Sie geht zurück auf die Begegnung des Judentums mit der islamischen Welt und der Philosophie des Islams (s. Kap. III.3), die selber stark von aristotelischem und neuplatonischem Denken geprägt ist. Die mittelalterliche jüdische Philosophie, die mit Maimonides ihren Höhepunkt erreicht, hat direkt die christliche Scholastik, vor allem Thomas von Aquin (s. Kap. I.1.2.2), beeinflußt. Anders als in der christlichen Welt des Mittelalters war das Judentum im islamischen Raum lange Zeit anerkannter und aktiver Bestandteil des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens. Die theologische und philosophische Auseinandersetzung mit dem Islam geschieht als von Toleranz geprägter intellektueller Austausch und ist zunächst frei von Verfolgung und Repression. Mit Ausnahme der hebräischen Lyrik der ›Dichterphilosophen‹ Jehuda Halevi und Shlomo ibn Gabirol sind die Werke der jüdischen Philosophen des Mittelalters fast ausschließlich auf Arabisch verfaßt. Ihre Ausgangsposition unterscheidet sich dabei wenigstens in zweifacher Hinsicht von der Situation Philons. Zum einen ist der Talmud zu diesem Zeitpunkt längst fester Bestandteil des jüdischen Denkens und Lebens geworden — fast alle Philosophen waren führende rabbinische Autoritäten ihrer Zeit —, zum anderen sieht sich das Judentum durch die Entstehung von Christentum und Islam mit zwei neuen monotheistischen Religionen konfrontiert, die sich jeweils auf eine eigene offenbarte Lehre berufen und in Konkurrenz zum jüdischen Wahrheitsanspruch treten.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

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