Advertisement

III Raum und Setting in Netzwerkromanen

  • Szilvia Gellai
Chapter
  • 437 Downloads
Part of the Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur book series (KSDG, volume 2)

Zusammenfassung

Diese Zeilen schreibt Leo Leike in Daniel Glattauers erstem E-Mail-Roman an seine Schreibpartnerin, Emmi Rothner, in einer frühen Phase ihrer elektronischen Korrespondenz. Es kommt in diesem Abschnitt eine tief sitzende Verunsicherung nicht nur hinsichtlich von Identitäten im Netz zum Ausdruck, sondern auch in Bezug auf solch grundlegende Größen menschlicher Erfahrung wie Raum und Zeit – deren Bedeutung für Identitäten wiederum absolut wesentlich ist. Die Leere des Raumes, in dem Kommunikation stattfindet, wird mit einer Reihe von Negationen unterstrichen, die sich darauf beziehen, was die Schreibenden alles nicht voneinander wissen und was eine imaginäre Verortung der/des Anderen in einer bestimmten Gemeinschaft, häuslichen Umgebung, Altersgruppe, einem Körper mit Gesicht, einer biographischen Zeit und damit einer persönlichen Geschichte erlauben würde. Was bleibt ist zunächst die (heute nahezu utopisch anmutende) Vorstellung zweier anonymer Bildschirme in einer namenlosen Großstadt. Ohne sichere Anhaltspunkte zum sozialen Kontext erscheint also nicht nur der digitale Raum als ›luftleer‹. Auch der materielle Raum der Wohnstätte verblasst zum Nirgendwo.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Szilvia Gellai
    • 1
  1. 1.Karlsruher Institut für TechnologieKarlsruheDeutschland

Personalised recommendations