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Eine »Verkettung von Gedanken, zu welchen kein Mensch die Mittelglieder errathen würde«

Kleists ›Zuschrift eines Predigers‹ und die Problematisierung der Lotterien im 18. und frühen 19. Jahrhundert
  • Tilman Haug

Zusammenfassung

Wer die Ausgabe der ›Berliner Abendblätter‹ vom 23. Oktober des Jahres 1810 liest, stößt dort auf einen fingierten Leserbrief, die ›Zuschrift eines Predigers an den Herausgeber der Berliner Abendblätter‹. Der im Titel genannte Prediger beschwert sich über neuere Tendenzen des Aberglaubens in Verbindung mit dem Lotteriespiel. Seine Zuhörer legten nämlich die Worte seiner Predigt buchstäblich auf die Goldwaage. Der Grund dafür war allerdings geradezu erschreckend profan. Seit es einen neuen Lotterie-Modus gebe, die sogenannte »Quinen-Lotterie«, dienten seine Predigten nicht mehr nur der geistlichen Erbauung. Vielmehr nutzten die Spieler nun seine Worte »in einer Verkettung von Gedanken, zu welchen kein Mensch die Mittelglieder errathen würde«, als divinatorisches Beratungsangebot.

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  • Tilman Haug

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