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Arabische Jungen / junge Araber

Mit Cadinot auf den Spuren Gides
  • Dirk Naguschewski
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Zusammenfassung

„Ich liebe die Araber, weil ich ihren Schwanz schön finde, viel schöner als europäische Schwänze.“ Drei französische Männer unterhalten sich über erotische, sexuelle und andere Erfahrungen, die sie mit ‘Arabern’ gemacht haben. Das Protokoll dieses Gespräches wird später unter dem Titel Die Araber und wir veröffentlicht.1 Das Bild, das die drei Männer sich und dem potentiellen Leser entwerfen, geht von der Beschreibbarkeit eines einheitlichen Typus aus; sie scheinen ganz genau zu wissen, was sie meinen, wenn sie ‘Araber’ sagen. Die Erfahrungen jedes einzelnen mögen zwar durchaus unterschiedlich sein, auch reden sie mal von jungen, mal von alten Männern, von ‘Arabern’, die sie in Paris und solchen, die sie in Nordafrika getroffen haben. Alle Unterschiede veranlassen sie jedoch nicht, an einer allgemein-gültigen Bedeutung des Begriffes zu zweifeln. Ihre Vorstellung des ‘Arabers’ gründet eben nicht allein auf ihren subjektiven Erfahrungen, sondern umfaßt in hohem Maße konventionelle Versatzstücke, die aus populären Darstellungen arabischer Jungen und Männer in Bild und Schrift stammen. So entsteht bei aller Disparität der Wahrnehmungen einzelner eine Form von allgemeiner Gültigkeit; dies gilt für den sprachlichen Ausdruck ‘Araber’ ebenso wie für das Bild des ‘Arabers’, das ich an dieser Stelle als eine Ikone schwulen Begehrens setzen möchte.

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Endnoten

  1. 3.
    Matthias Frings: Warum ich Porno prima finde. In: Matthias T. J. Grimme (Hrsg.): Käufliche Träume. Erfahrungen mit Pomografie. Reinbek 1986, S. 165–172, hier S. 168.Google Scholar
  2. 9.
    Dieses Treffen ist immer wieder begehrter Gegenstand gelehrter Kommentare, vgl. z. B. Jonathan Dollimore: Sexual Dissidence. Augustine to Wilde, Freud to Foucault. Oxford 1991, S. 3–18.CrossRefGoogle Scholar
  3. 26.
    Victor Segalen: Die Ästhetik des Diversen. Versuch über den Exotismus. Frankfurt a. M. 1994, hier S. 38; frz. Essai sur l’exotisme, une esthétique de divers et Textes sur Gauguin et l’Océanie précéde de Segalen et l’exotisme par Gilles Manceron. Paris 1986. Interessantes Bildmaterial zum Exotismus findet sich in dem Ausstel-lungskatalog Exotische Welten. Europäische Phantasien. Stuttgart 1987. Die Nummer 32/33 der Zeitschrift kultuRRevolution versammelt unter dem Titel „Tropische Tropen — Exotismus“ eine Reihe von zum Teil sehr lesenswerten Aufsätzen zum Themenkomplex Exotismus-Kolonialismus-Orientalismus, vgl. darin bes. Thomas Scheffler: Exotismus und Orientalismus (Anm. 7).Google Scholar
  4. 27.
    Tzvetan Todorov: Nous et les autres. La réflexion française sur la diversité humaine. Paris 1989.Google Scholar
  5. 36.
    Jacques-Emile Blanche: Nouvelles lettres à André Gide (1891–1925). Georges-Paul Colet (Hrsg.). Genf 1982, S. 37, Fn.Google Scholar
  6. 42.
    Vgl. Richard Dyer: Coming to Terms. In: Russel Ferguson et al. (Hrsg.): Out There: Marginalization and Contemporary Culture. Cambridge, Mass., London 1990, S. 289–298. Dyers erstmals 1985 erschiener Aufsatz ist der interessanteste, den ich speziell zu schwuler Pomogrophie finden konnte. Vgl. aber dennoch die Kritik an Dyers Thesen von David Pendleton: Obscene Allegories: Narrative, Representation, Pornography. In: Discourse 15.1, 1992, S. 154–168.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

Authors and Affiliations

  • Dirk Naguschewski

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