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Kritische Bestandsaufnahme der teleologischen Geschichtsdeutung

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Zusammenfassung

Betrachten wir das Projekt einer teleologischen Deutung der Philosophiegeschichte nun genauer. Husserl umreißt dieses Projekt folgendermaßen:

Wir versuchen, die Einheit, die in allen historischen Zielstellungen, im Gegeneinander und Miteinander ihrer Verwandlungen waltet, herauszuverstehen und in einer beständigen Kritik, die immerfort nur den historischen Gesamtzusammenhang als einen personalen im Auge hat, schließlich die historische Aufgabe zu erschauen, die wir als die einzige uns persönlich eigene anerkennen können. (Krisis, 71–72)

Auffällig ist zunächst, daß Husserl den Gedanken eines kritischen Verständnisses der Philosophiegeschichte mit dem Erfassen einer Einheit derselben verbindet. Diese Einheit gilt es gar “herauszuverstehen”, d.h. den isolierten Fakten abzugewinnen. Dies ist dann auch die personale Tat: das je geistig Gewordene eigens nachzuvollziehen. Die Verantwortung, die dem Philosophen bei dieser Vorgehensweise zukommt, betrifft die Herstellung eines Zusammenhanges, der erst in der Rekonstruktion zu einem solchen wird. Sie betrifft aber auch, im engeren Sinne, ihn selbst in seiner philosophischen Aufgabe der Befreiung von Vorurteilen. Als “Selbstdenker” solI der Philosoph frei von Vorurteilen sein, die Husserl als “Unklarheiten aus einer traditionalen Sedimentierung” bezeichnet.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

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