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Jean Paul pp 75-87 | Cite as

Pope ein Metaphysiker!

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Zusammenfassung

Viele Texte Jean Pauls, besonders diejenigen, die das Vorrecht genießen, in Anthologien auftreten zu dürfen, erzeugen den Eindruck mittelalterlicher Predigten, deren verwirrende Vielfalt in dem einen Hauptprinzip der ars concionandi, der Kunst des eine Handlung herbeiführenden Versammelns von Zeichen, begründet war: “Magis enim amanda est animarum aedificatio quam sermonis continuatio”. Der Kalkül der ars concionandi ist denkbar einfach: Ein thema erzeugt ein prothema. Die Relation zwischen diesen beiden Zeichenfolgen ist weder tautologisch noch kontradiktorisch, sondern polar-konträr. Das bedingt sowohl ihren erkenntnisbildenden Wert wie den Verdacht des “Unlogischen” ihr gegenüber. Die Dialektik Platons, die mittelalterliche Redetechnik, Schimpf und Ernst des Namensvetters Johannes Pauli und die neuzeitliche Rhetorik Jean Pauls können uns darüber belehren, daß Logik nicht in Deduktion und Tautologie aufgeht. Diese unterschiedlichen Traditionen haben ihre systematische Wurzel in der Behauptung, daß Wissensbildung nur durch Zeichenbildung geschieht und daß das Wahre wohl eindeutig und einfach feststellbar ist, das Wahrscheinliche aber nur fragend verstanden werden kann.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

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