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Jean Paul pp 22-32 | Cite as

Aelteste Urkunde

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Zusammenfassung

Fragt man nach den Einflüssen, denen Jean Paul ausgesetzt war, gerade nach den philosophischen, um seine komplizierten Texte besser zu verstehen, dann wird man von den Untiefen seiner Biographie in einen alles verschlingenden Strudel der Zitate gerissen, der keinen, der ihn je ergriffen, dem sicheren Ufer fröhlicher Unbefangenheit wiedergab. Die Streitigkeiten in der Jean-Paul-Forschung haben gezeigt, daß jede Zitation durch eine andere widerlegt werden kann. Dem Kenner ist das unüberschaubare Zitationsgeflecht vertraut, das dieser Zettelkastenautor um sich webt, und gute Kommentatoren werden darum vorsichtig sein, keine Behauptungen wagen und sich auf die Fiktion bloßer wertneutraler Dokumentation beschränken. Ich halte gleichwohl den demokratischen Schluß, daß deshalb alle Zitate und alle Autoren als gleich zu betrachten sind, und mithin kein Schluß zu ziehen ist, für eine zwar der gegenseitigen Toleranz, nicht aber für eine der Erkenntnis und der Wissenschaft förderliche Hypothese. Doch soll an dieser Stelle kein Fundamentaldiskurs über die Hackordnung philologischer Mutmaßung und philosophischer Einsicht geführt, sondem lediglich die in Kapitel 1 angegebene Problematik der memoria konsequent weiterentwickelt werden.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

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