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Techniken des Begriffsspiels

  • Stephan Fedler
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Zusammenfassung

Da die Kombination zweier oder mehrerer Begriffe ohnehin schon mit der Metapher verbunden wurde, liegt es nahe, der „aphoristischen Technik“ der „Metapher“ eine gewisse Sonderstellung unter den dreiundzwanzig von Fricke aufgezeigten Techniken einzuräumen. Es scheint doch so, daß die Kombination inkompatibler Begriffe zumindest ein dem Metaphorischen analoges Verfahren ist. Daher ist es sinnvoll, die Metapher zurückzustellen und erst nach der exemplarischen Interpretation der anderen Techniken zu thematisieren.

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Notizen

  1. 3).
    Vgl. hierzu Neumann, G.: Ideenparadiese — Untersuchungen zur Aphoristik von Lichtenberg, Novalis, Friedrich Schlegel und Goethe, München 1976, S. 387.f und 750ff.Google Scholar
  2. 9).
    Hier könnte man in ausgezeichneter Weise mit Sartre vom „Lesen als gelenktem Schaffen“ sprechen. Vgl. Sartre, J.-P.: Was ist Literatur?, übersetzt von Brenner, 6Hamburg 1979, S. 28.f. Als Kennzeichen der Moderne interpretiert Jauß auf der Grundlage des gewandelten Begriffs der Poiesis den schöpferischen Rezeptionsakt: „Poiesis meint nunmehr einen Prozeß, in dem der Rezipient zum Mitschöpfer des Werkes wird.“Google Scholar
  3. Vgl. Jauß, H.R.: Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik, 4Frankfurt 1984, S. 118. und Kap. 5.Google Scholar
  4. 11).
    Heidegger, M.: Die Frage nach der Technik, in: ders., „Die Technik und die Kehre“, Stuttgart 1982, S. 36.Google Scholar
  5. 12).
    „Daß er fragen kann, macht den Philosophen aus, fast mehr, als daß er fähig ist, die Fragen zu beantworten.“ Vgl. Requadt, P.: Das aphoristische Denken, in: Neumann (Hrsg.), „Der Aphorismus“, Darmstadt 1976, S. 349. sprechen — wie es von Welser tut — scheint doch unangebracht.Google Scholar
  6. Vgl. Welser, K. von: Die Sprache des Aphorismus — Formen impliziter Argumentation von Lichtenberg bis zur Gegenwart, Frankfurt 1986.Google Scholar
  7. 16).
    Vgl. auch die Interpretation bei Schweikert, U.: Der Weg durch das Labyrinth, in: Neue Rundschau, Jg. 85, 1974, S. 158..Google Scholar
  8. 17).
    Auf diese Aphorismen Canettis, wie z.B.: „Mein größter Wunsch ist es zu sehen, wie eine Maus eine Katze bei lebendigem Leib frißt. Sie soll auch lange genug mit ihr spielen.“ (PdM 11) [Vgl. auch Canetti, E.: Masse und Macht, Frankfurt 1980. S. 313.] oder etwa „In der Geschichte ist zu wenig von Tieren die Rede.“ (PdM 28) u.a.m. trifft genau Zagaris Bewertung: „Der Gedanke ist zwar in diesen Bänden oft sehr persönlich gefärbt, gelegentlich bis an die Grenze des Willkürlichen.“ Uneinsichtig bleibt jedoch, wie daraus die Texte an „kommunikativer Potenz“ gewinnen.Google Scholar
  9. Vgl. Zagari, L.: Epik und Utopie — Elias Canettis „Die Provinz des Menschen, in: Durzak (Hrsg.), „Zu Elias Canetti“, Stuttgart 1983, S. 106.Google Scholar
  10. 19).
    Vgl. de Man, P.: Semiologie und Rhetorik, in: ders., „Allegorien des Lesens“, Frankfurt 1988, S. 38.f.Google Scholar
  11. Diese beiden Beispiele mögen unterstützen, daß tatsächlich in jeder Frage, und sei sie noch so wenig zu beantworten, eine These steckt. Die These ergibt sich zudem aus der Anspielung auf Gen. l,26f, wobei der Gedanke des Menschen als Ebenbild Gottes „in ihr Gegenteil verkehrt“ wird. Vgl. Gockel, H.: Individualisiertes Sprechen, Berlin — New York 1973, S. 194.Google Scholar
  12. 24).
    Zur Kontrafaktur vgl. Verweyen, Th. & Witting, G.: Die Kontrafaktur, Konstanz 1987.Google Scholar
  13. 25).
    Vgl. auch Verweyen, Th. & Witting, G.: Die Parodie in der neueren deutschen Literatur, Darmstadt 1979, S. 96.f.Google Scholar
  14. 26).
    Deshalb kann Krüger diesen „Aphorismus“ auch als einen solchen interpretieren. Vgl. Krüger, H.: Studien über den Aphorismus als philosophische Form, phil. Diss., Frankfurt 1959, S. 135..Google Scholar
  15. 28).
    Vgl. Militz, H.-M.: a.a.O., S. 30.und auch, allerdings nur im Blick auf Karl Kraus, Mieder, W.: Karl Kraus und der sprichwörtliche Aphorismus, in: Muttersprache 89, 1979, S. 97.f.Google Scholar
  16. 29).
    So interpretiert diesen Aphorismus Albrecht Schöne. Vgl. Schöne, A.: Auf-klärung aus dem Geist der Experimentalphysik, München 1982, S. 64.Google Scholar
  17. 3l).
    Hölderlin, F.: Sämtliche Werke, Kritische Textausgabe hrsg. von Sattler, Bd. 11 „Hyperion“, Frankfurt 1984, S. 17. Z. 24ff: „Eins zu seyn mit Allem, was lebt! Mit diesem Worte legt die Tugend den zürnenden Harnisch, der Geist desGoogle Scholar
  18. 39).
    Paradigmatisch für diesen Gattungstyp ist „The Devil’s Dictionary“ von Ambrose Bierce. Vgl. Bierce, A.: From The Devil’s DictionaryAus dem Wörter-buch des Teufels, München 1981.Google Scholar
  19. 41).
    „Wenn der Aphorismus sich so oft der Form der Definition oder des Urteils bedient, so doch nur zum Schein“, setzt Schalk voraus, um daraus die „Sprachschöpfung der Subjektivität“ abzuleiten. Vgl. Schalk, F.: Aphorismus, in: Ritter (Hrsg.), „Historisches Wörterbuch der Philosophie“, Darmstadt 1971.Google Scholar
  20. 48).
    Vgl. etwa Wilpert, G. von: Sachwörterbuch der Literatur, 6Stuttgart 1979, der Maxime mit Lebensregel identifiziert und vorsichtig anmerkt: „oft auch im Sinne von Denkspruch“. Deutlicher sind da die Engländer Barnet, Berman und Burto: „If an aphorism gives advice on behaviour […], it is a maxim.“ Vgl. dies.: A Dictionary of Literary Terms, London 1964.Google Scholar
  21. 49).
    Kant, L: Kritik der praktischen Vernunft, „Werkausgabe“ Bd. 7 hrsg. von Weischedel, Frankfurt 1968, BA 52.Google Scholar
  22. 50).
    ) Der Aphorismus beeinhaltet natürlich auch — wie Schildknecht interpretiert -eine „aufklärerische Maxime“, woraus zu folgern ist, daß „Philosophisches Wissen […] also nur selbst erworben werden [kann]“. Nur widerspricht eine solche eindeutige Interpretation der von ihr gleichsam als Quintessenz gemachten Bemerkung zur „Darstellungsform“ Aphorismus: „Intendiert ist hier eine Einsicht, die nicht durch Argument oder Diskurs erzeugt oder gelehrt werden kann, sondern vielmehr selbst denkend gewonnen werden muß.“ Vgl. Schildknecht, C: Philosophische Masken, Diss. Konstanz 1989, S. 188.bzw. 218.Google Scholar
  23. 58).
    Unter der Anweisung der puritas kommen Neologismen für die Rhetorik auch nur in Betracht, wenn ihnen eine sachliche Neuheit entspricht. Vgl. Lausberg, H.: Elemente der literarischen Rhetorik, 4München 1971, §§ 109–116, S. 46.f.Google Scholar
  24. 59).
    „Doch bedeutet in diesem Falle »Offenheit« nicht wiriklich »Unbestimmtheit“ der Kommunikation […]; es gibt nur eine Anzahl starr fixierter und bedingter Möglichkeiten, so daß die interpretative Reaktion niemals der Kontrolle des Autors entgleitet.“ Vgl. Eco, U.: Das offene Kunstwerk, Frankfurt 1977. S. 33.Google Scholar
  25. 64).
    Die folgenden Beispiele werden zeigen, daß hier — wie auch bei Fricke -Priamel nicht nur im formal eng gefaßten Sinn verstanden wird, sondern im übertragenen Sinne alle Anhäufung von Begriffen meint, die durch ein disparates Element ihre pointierte Wirkung erzielen. Vgl. dazu auch Wilpert, G. von: Sachwörterbuch der Literatur, 6Stuttgart 1979; ebenso Helmut Weidhase in: Metzler-Literatur-Lexikon, hrsg. von G. u. I. Schweikle, Stuttgart 1984 und Dieter Kartschokes Definition nach Hansjürgen Kiepes Buch „Die Nürnberger Priameldichtung“. Kartschoke, D.: Hansjürgen Kiepe: Die Nürnberger Priameldichtung, in: Daphnis 16, 1987, S. 503.Google Scholar
  26. 65).
    Dadurch kompliziert sich etwas die bipolare Struktur des Aphorismus, die Harold E. Pagliaro in fünf verschiedenen „Klassen“ an La Rochefoucauld analysierte. Vgl. Pagliaro, H.E.: Das Paradoxon bei La Rochefoucauld und einigen repräsentativen englischen Nachfolgernt in: Neumann (Hrsg.), „Der Aphorismus“, Darmstadt 1976, S. 314.f.Google Scholar
  27. 69).
    Typisch ist diese im Niveauunterschied des Zusammengesetzten liegende Form der Komik für Woody Allen, dessen Texte, Filme und Aphorismen zum größten Teil darauf aufgebaut sind. Vgl. Allen, W.: Wie du dir, so ich miry Reinbek bei Hamburg 1980, bes. S. 33.Google Scholar
  28. 70).
    Vgl. Herder, J.G.: Abhandlung über den Ursprung der Sprache, Stuttgart 1966. S. 32.f.Google Scholar

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  • Stephan Fedler

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