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Begriff

  • Stephan Fedler
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Zusammenfassung

An kurzen und umgewandelten Aphorismen ist bislang gezeigt worden, daß das semantische Zentrum der Texte in der Kombination zweier oder mehrerer Begriffe liegt. Auszuweisen bleibt, daß das an paradigmatischen Texten aufgewiesene semantische Zentrum die Struktur der Gattung ist. Die beispielhafte Umwandlung eines Textes verdeutlichte, daß ein dem Metaphorischen analoges Verfahren nicht nur die Isolation der Texte erlaubte, sondern überhaupt erst die Etablierung der sprachlichen Zeichen als Texte. Damit sind solche Texte aus dem jeweiligen Ko- oder Kontext isolierbar und können überhaupt erst eigenständige Aphorismen sein. Gerade an Hand von Aphorismen, die so torsohaft sind, daß sie nicht einmal einen grammatikalisch vollständigen Satz umfassen, konnte ein semantisches Zentrum herausgearbeitet werden. Dabei entsteht zwangsläufig das Problem, wie solche verkürzten Formen überhaupt zu Texten werden. Hier fallen die Leithinsichten zusammen, nämlich Etablierung der Texte als Texte, Isolierbarkeit und damit auch Integrationsfähigkeit, Kombination von Begriffen und das daraus sich ergebende, dem Metaphorischen analoge Verfahren.

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Notizen

  1. 2).
    Auch wenn sich die literaturwissenschaftliche Sprache oft ihren Gegenständen annähert, wie Fricke aufgezeigt hat. Vgl. Fricke, H.: Die Sprache der Literaturwissenschaft, München 1977.Google Scholar
  2. 3).
    Vgl. Hempfer, K.W.: Gattungstheorie, München 1973, S. 14.f.Google Scholar
  3. 4).
    Als ein Beispiel unter vielen sei der Bedeutungswandel des Begriffs „Dialektik“ von Kant über Schiller und Fichte bis Hegel und von da aus zu Marx und Kierkegaard erwähnt, wie ihn Janke beschrieben hat. Vgl. Janke, W.: Historische Dialektik, Berlin 1977.CrossRefGoogle Scholar
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    Vgl. Scherfer, P.: Vokabellernen, in: Der fremdsprachliche Unterricht, Heft 98, 1989, S. 4.im Rückgriff auf Zimmer, D.E.: So kommt der Mensch zur Sprache: Über Spracherwerb, Sprachentstehung und Sprache und Denken, Zürich 1986. Hier wird jedoch, genau wie in der Unterscheidung in „Intension“ und „Extension“, wobei die Intension mit Begrifflichkeit identifiziert wird, die kotextuelle Gebundenheit des Begriffs übersehen. Erst der Text, die Verbindung von „Rose“ und „Blume“, läßt die Differenzierungen in Intension und Extension zu.Google Scholar
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    Sie demonstrieren sogar, wie Kierkegaard in seiner Satire gegen Hegel „erzählt“, die Verrücktheit ihres Urhebers. Vgl. Kierkegaard, S.: Unwissenschaftliche Nachschrift, in: Diem & Rest (Hrsg.), „Sören Kiekegaard: Philosophische Brosamen und Unwissenschaftliche Nachschrift“, München 1976, S. 334..Google Scholar
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    So Kubczak, der in „explizite“ und „implizite“ Metaphern unterscheidet und implizite aus der sprachwissenschaftlichen Forschung verbannen will, sie aber als mögliche und sinnvolle Verwendungsweisen von Sprache anerkennen muß. Vgl. Kubczak, H.: Metaphern und Metonymien als sprachwissenschaftliche Untersuchungsgegenstände, in: ZDP 105, 1986, S. 92..Google Scholar
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    S.J. Schmidt spricht im Zusammenhang von Begriff und Bedeutung von einer „Isotopieebene“, auf der Begriffe kombinierbar sind. Allerdings scheint „Iso-topieebene“ insofern unglücklich gewählt, da es sich augenscheinlich um einen Pleonasmus handelt. Vgl. Schmidt, S.J.: Bedeutung und Begriff, Braunschweig 1969. S. 143.CrossRefGoogle Scholar
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    Philosophische Sprache unterscheidet sich dann tatsächlich nur „in der Weise ihrer sprachlichen Darstellung“, wie Peperzak rhetorisch abweisend fragt. Vgl. Peperzak, A.: Phänomenologische Notizen zum Unterschied zwischen Literatur und Philosophie, in: Orth (Hrsg.), „Zur Phänomenologie des philosophischen Textes“, München 1982, S. 116.Google Scholar
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    Wie etwa der literaturwissenschaftlich fragwürdige Ansatz von Febel aus einer ontologischen Bestimmung des „Spiels“ die Struktur der Gattung abzuleiten sucht Vgl. Febel, G.: Aphoristik in Deutschland und Frankreich — Zum Spiel als Textstruktur, Frankfurt 1985.Google Scholar

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  • Stephan Fedler

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