Advertisement

Märchen pp 25-32 | Cite as

Wesenszüge des europäischen Volksmärchens

Chapter
  • 462 Downloads
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Wenn auch die Eigenart jedes Volkes und jeder Epoche und stärker noch Temperament, Interessenrichtung und Begabung der Erzählerpersönlichkeit das Gesicht der Erzählungen mitbestimmten, so ergibt ein Vergleich der im Laufe der letzten Jahrhunderte zutage getretenen Märchen doch, daß über die nationalen, zeitlichen und individuellen Verschiedenheiten hinweg den europäischen Volksmärchen manche gemeinsame Züge eignen, so daß von einem Grundtyp des europäischen Volksmärchens gesprochen werden kann. Er muß als Idealtyp aufgefaßt werden; die einzelnen Erzählungen umkreisen ihn, nähern sich ihm, ohne ihn je ganz zu erreichen. Das europäische Volksmärchen kennzeichnet sich in der Hauptsache durch die Neigung zu einem bestimmten Personal, Requisitenbestand und Handlungsablauf und durch die Neigung zu einer bestimmten Darstellungsart (Stil).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Axel Olrik, Epische Gesetze der Volksdichtung, ZfdA 51, 1909, S. 1–12 (Wiederholung, Dreizahl, szenische Zweiheit, Gegensatz, Achtergewicht, Einsträngigkeit, Schematisierung; Eigenschaft spricht sich in Handlung aus; Konzentration um eine Hauptperson u.a.). Olriks Aufsatz, der geradezu klassische Geltung erlangt hat, wird scharf kritisiert von A. von Gennep, in: La Formation des Légendes, Paris 1910, S. 287–290, 326: »Les prétendues lois épiques, d’Axel Olrik: ce sont des techniques formelles, des rouages isolés arbitrairement.«Google Scholar
  2. W. A. Berendsohn, Grundformen volkstümlicher Erzählerkunst, 1921 (21968): Zweiteiligkeit §29, S. 35; derselbe, Epische Gesetze der Volksdichtung, HDM S. 566–572.Google Scholar
  3. Panzer, Märchen in: J. Meier, Dt. Volkskunde, S. 225 ff.Google Scholar
  4. Propp, passim.Google Scholar
  5. Lüthi S. 69–75 (Universalität, Welthaltigkeit), 115–121 (Auseinandersetzung mit Propp); derselbe, Volksliteratur und Hochliteratur, 1970, passim (Aufsätze über Thematik, Paradoxien u. a.); derselbe, Europäische Volksliteratur, Themen, Motive, Zielkräfte, in: Albert Schaefer (Herausgeber), Weltliteratur und Volksliteratur, 1972, S. 55–79; derselbe, Ästhetik S. 131–150 (Ironie und Konträrironie S. 145–148, 187, mißglückende Vor- und Nachahmung S. 111–120, s.a. Register); derselbe, Ironien in der Volkserzählung, in den Akten des VI International Congress for Folk Narrative Research 1974, Helsinki 1976, p. 67–74; vgl. a. unten S. 126ff.Google Scholar
  6. Röhrich S. 232–242 (Themen des Märchens).Google Scholar
  7. Felix Karlinger, Zauberschlaf und Entrückung. Zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung, Wien 1986.Google Scholar
  8. A. Genzel, Die Helfer und Schädiger des Helden im deutschen Volksmärchen, Diss. (Masch.) Leipzig 1922.Google Scholar
  9. Propp S. 31–70, 79–90, p. 35–85, 96–111.Google Scholar
  10. Lüthi, Ästhetik S. 152–167; derselbe, Die Gabe im Märchen und in der Sage, Diss. Bern 1943, passim.Google Scholar
  11. Katalin Horn, Der aktive und der passive Märchenheld, Basel 1983.Google Scholar
  12. Hans-Jörg Uther, Zur Bedeutung und Funktion dienstbarer Geister in Märchen und Sage, in: Fabula 28, 1987, S. 227–244.CrossRefGoogle Scholar
  13. Die oben S. 26f. genannten Arbeiten von Olrik, Berendsohn, Panzer, Lüthi, ferner A. Olrik, Nagle Grundsaetningar for Sagnforskning, Købnhavn 1921;Google Scholar
  14. M. Lüthi, Volksmärchen und Volkssage. Zwei Grundformen erzählender Dichtung, Bern 31975 (Aufsätze); S. Thompson, Formel, HDM S. 160–164;Google Scholar
  15. R. Petsch, Formelhafte Schlüsse im Volksmärchen, 1900; Mackensen S. 305–318.Google Scholar
  16. Katalin Horn, Das Große im Kleinen. Eine märchenspezifische Übertreibung, in: Fabula 22, 1981, S. 250–271.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2004

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations