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Theoretisches

Chapter
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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

»Aber ich habe nie beim Schreiben von Gedichten an Ludwig Wittgenstein gedacht« (GuI, 83) — diese Interviewäußerung Bachmanns aus dem Jahr 1971 kann man argumentativ gegen alle Versuche wenden, das Werk der Autorin vor dem Horizont der Philosophie Wittgensteins oder auch Martin Heideggers zu interpretieren. Tatsächlich wäre es ein ziemlich dürftiges Literaturverständnis, wollte man »in der Poesie nur die Umsetzung philosophischer Sätze« erkennen (Weigel, 1984a, 59). So sehr jedoch eine solche Lesart unbefriedigend bliebe, die lediglich den Einflüssen irgendeiner Philosophie detektivisch nachzuspüren versuchte, so sehr verkürzte auch diejenige, die das geistige Spannungsfeld mißachtete, in dem Bachmann steht. Nach ihrer Dissertation über Die kritische Aufnahme der Existentialphilosophie Martin Heideggers, mit der sie 1950 an der Universität Wien promovierte, veröffentlichte sie 1952 einen Rundfunkbeitrag über den Wiener Kreis (NN 5274–5298) sowie 1953 zwei Essays über Wittgenstein (einen für den Hörfunk) und konzipierte ungefähr zu dieser Zeit noch einen Radio-Essay über Philosophie der Gegenwart, der nur unvollständig überliefert ist (NN 831, 580–593). Bachmann setzt sich also mit Heidegger und Wittgenstein, zwei Schlüsselgestalten der jüngsten Philosophiegeschichte, gerade in jenen Jahren intensiv auseinander, in denen sie eine eigenständige literarische Position entwickelt. D. h. nicht, daß sie ein »philosophisches System«, eine systematische Ästhetik oder Poetik entwirft.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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