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Metrik der mittelhochdeutschen lyrischen Dichtung

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Zusammenfassung

Von allen Kapiteln der altdt. Versgeschichte müßte das über die mhd. Lyrik weitaus am ausgedehntesten sein, bietet sie doch die meisten offenen Probleme. Gerade in jüngster Zeit ist die Forschung wieder lebhaft in Fluß gekommen, namentlich durch eine stärkere Berücksichtigung musikwissenschaftlicher Fragestellungen und Ergebnisse, die im einzelnen freilich z. T. erheblich differieren. Hier wäre eine eigene Monographie erforderlich (vgl. innerhalb der ›Sammlung Metzler‹ R. J. Taylor, Die Melodien der weltlichen Lieder des Mittelalters, 2 Bde, 1964). Statt dessen muß im vorgegebenen Rahmen eine konzentrierte Darstellung genügen. An deren Spitze ist die Tatsache hervorzuheben, daß die mhd. Lyrik, auch die sog. Spruchdichtung (vgl. u., S. 108ff.), gesungen worden ist. Doch ist die Möglichkeit, daß mindestens vom ausgehenden 13. Jh. an, wenn nicht schon früher, Lieder auch gesprochen wurden, nicht auszuschließen, ja sogar wahrscheinlich. Den Text eines Gedichtes nannte man wort, seine Melodie die wise, metrischer Bau und Melodie zusammen wurden als don bezeichnet, die Strophe als liet, so daß ein dön mehrere liet umfassen konnte. Die Dichtung (im engeren Sinne des Wortes) und die Komposition bzw. das Finden der Melodie sind i. a. das Werk desselben Mannes: der Dichter ist zugleich Komponist und der Sänger seiner Lieder.

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Literatur

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