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Die Altdeutsche Stabreimdichtung

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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Unter Stabreim oder Alliteration versteht man den Gleichklang der Anlaute benachbarter Starktonsilben (Haupthebungen). Die beiden Termini bezeichnen das gleiche Phänomen, doch verwendet man den Ausdruck ›Stabreim‹ überwiegend nur für die germ. Stabreimdichtung. Die gesamte Versordnung der altgerm. Dichtung — also nicht allein den ›Lautreim‹ (den ›Anlautreim‹) — unter dem Begriff ›Stabrein‹ zu fassen ist wenig glücklich. Gleichwohl ist der Stabreim für die germ. Dichtung nicht ein bloßes Schmuckmittel, vielmehr ist sie von seiner Eigenart wesentlich geprägt. Die sinnbeschwerten Wörter — vorab Substantive — werden durch den Stabreim herausgewölbt, die Sinngipfel treten im Stabreimvers besonders stark hervor, der Stabreim verleiht der Aussage größeren Nachdruck, steigert ihren Ausdrucksgehalt. »Der germanische Stabreim erhöht Versgipfel; er ist Gipfelbildner; also eine rhythmische Triebkraft, kein angehängter Schmuck« (Andreas Heusler, § 125).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1981

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