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Grundlagen und Grundbegriffe

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Zusammenfassung

So wie die Begriffe ›Sprachwissenschaft‹ und ›Literaturwissenschaft‹ gegenüber ›Sprachgeschichte‹ und ›Literaturgeschichte‹ als Oberbegriffe gelten müssen, so auch der der Verswissenschaft gegenüber dem der Versgeschichte: die Geschichte des Verses (›Vers‹ hier nicht zu verstehen als ›Verszeile‹, sondern im Sinne der gebundenen Rede‹ überhaupt) ist nur ein Teilgebiet der Verswissenschaft. Der Terminus ›Verswissenschaft‹ wird aber noch in einer zweiten, engeren Bedeutung gebraucht: zur Bezeichnung der Gesamtheit der (systematischen und vergleichenden) Bemühungen um die Erhellung des Phänomens des Verses als solchen, etwa der Frage nach seinem Ursprung und Wesen und nach dem Verhältnis der Verssysteme zur Sprache — ›Metrik‹ als Komplementärbegriff zu der historischen, ›diachronen‹ Untersuchung und Darstellung des Verses. In Übereinstimmung mit den Bezeichnungen allgemeine Sprachwissenschaft und ›Allgemeine Literaturwissenschaft verwendet man für diese Forschungsrichtung in ihrer weitesten Ausprägung am besten den Begriff Allgemeine Verswissenschaft. Er schließt ein, daß ihr Gegenstand nicht die Verskunst einer einzelnen Sprache (zum Beispiel des Deutschen oder des Französischen) oder auch einer Gruppe von Sprachen (wie der germanischen oder der romanischen) ist — anders als der der Versgeschichte —, wenngleich die Allgemeine Verswissenschaft in weitem Umfang an die Ergebnisse der einzelnen (›besonderen‹ oder ›speziellen‹) Verswissenschaften anknüpft, auf ihnen aufbaut und aus ihnen allgemeingültige Schlüsse zu ziehen sucht.

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Literatur

Nachschlagewerke

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