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Theorie und Praxis der Imagination

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Zusammenfassung

Die Behauptung ästhetischer Autonomie stützt sich neben dem Universalitätsanspruch romantischer Poesie wesentlich auch auf eine Theorie und literarische Praxis der Imagination, die den mimetischen Abbildkonzepten des 18. Jahrhunderts diametral gegenüber steht (vgl. Frank 1989a). Die Oppositionsformel ›Mimesis vs. Imagination‹ darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß beide ästhetischen Prinzipien vielfach miteinander verknüpft sind. Sie bezeichnen relative Grenzwerte künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten. Selbst der schlichteste Naturalismus in der Kunst kommt nicht ohne ein Mindestmaß an Phantasie und perspektivischer Gestaltung aus, ebenso wie jede noch so willkürliche Imaginationsleistung an einen mimetischen Grundzug gebunden bleibt. Hinzu kommt, daß ›Mimesis‹ oder auch ›Imitatio‹ in ihren historischen Ausprägungen niemals als reine Abbildung verstanden wurden, sondern immer schon auf ein bestimmtes Regulativ der Nachahmung bezogen waren. Das gilt für die Poetik des Aristoteles ebenso wie für die christliche Tradition im Mittelalter und die poetischen bzw. dann ästhetischen Reflexionen der Neuzeit, einschließlich ihrer transzendentalphilosophischen Varianten. Der historische Wandel der Regeln der Nachahmung ergibt sich über die Veränderung des zugrundeliegenden Wirklichkeits-bzw. Naturbegriffs, dessen also, was Gegenstand der Nachahmung ist oder sein soll (vgl. Blumenberg 1969, 11ff).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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