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Lebensstationen und Lebenswelten, Werke und Brotarbeiten

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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Karl Gotthelf Lessing weiß über seinen älteren Bruder Gotthold Ephraim zu berichten: »Als ein Maler ihn im fünften Jahre mit einem Bauer, in welchem ein Vogel saß, malen wollte, hatte dieser Vorschlag seine ganze kindische Mißbilligung. Mit einem großen, großen Haufen Bücher, sagte er, müssen Sie mich malen, oder ich mag lieber gar nicht gemalt seyn.« (D, S. 8) Ob authentisch oder nicht — diese vielleicht meistzitierte Stelle aus der ersten Lessing-Biographie (Nr. 34) erhellt schlaglichtartig die geistige Sphäre des Elternhauses. Eines protestantischen Pfarrhauses, in dem Gotthold Ephraim Lessing am 22. Januar 1729 als drittes Kind und erster Sohn (von insgesamt zwölf Kindern) dem Kamenzer Pastor primarius Johann Gottfried Lessing (1693–1770) und seiner Frau Justina Salome (geb. Feller, 1703–1777) geboren wurde. Der Vater gehörte (wie schon einige Vorfahren, s. Nr. 41) zu den Honoratioren der sächsischen Kleinstadt, gelegen in einer bikulturellen, d.h. von Sorben mitgeprägten Region, in der westlichen Oberlausitz, unweit Dresdens. Den sorbischen Traditionen gegenüber vertrat er ein Luthertum, das an dessen unorthodoxen Anfängen, an der Reformation, orientiert war. Und ebenso wie er streitbar publizistisch die Ursprünge des Protestantismus in der christlichen Theologie verteidigte, verlangte er einen gemäßigten Patriarchalismus im ehelichen Alltagsleben.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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