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Der öffentliche Bernhard: Reden, Scheltreden, Leserbriefe

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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Zu seinen Lebzeiten war das Bild des Autors Thomas Bernhard vor allem in Österreich ganz wesentlich von den Skandalen geprägt, die er mit seinen literarischen Werken und mit seinen sonstigen öffentlichen Äußerungen auslöste. So konnte es Mitte der achtziger Jahre in einem Aufsatz zu diesem Aspekt heißen, die Rezeption der Texte Bernhards hätte sich von dem, was seine erzählenden, dramatischen und lyrischen Arbeiten von sich aus bewirken können, weitgehend emanzipiert. Bernhard sei zur »Kunstfigur« geworden, und sein literarisches Werk lasse sich »nicht mehr ablösen von der Wirkung, die es gehabt hat« (Schmidt-Dengler 1986, 94). Dabei seien seine provokanten Aktionen, mit denen die von seinen Texten ausgehende Verstörung noch verstärkt bzw. (bei Menschen, die diese Texte nicht kennen) erst erzeugt werde, durchaus nicht als »Teil eines Kunstprogramms« zu verstehen, sondern sie hätten teil »an einer konsequenten Praxis der Verweigerung« (ebd.). So lasse sich das auffälligste Prinzip dieser Vorgangsweise auch durchaus nicht inhaltlich definieren. Es laute vielmehr: »Wenn der Konsens am größten, ist Bernhards Lust zum Schelten am größten, […] immer dort, wo das Wohlwollen und die Einigung eine Plattform des Redens ermöglicht, entfernt sich Bernhard unter wüster Beschimpfung« (ebd. 102).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

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