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Politik mit Moral

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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Habermas hatte stets die Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderung und als Initiatoren dabei die Schüler und Studenten im Blick (vgl. TWI 103). Seit dem Bruch der SPD mit dem SDS 1961 wurde er auch von der studentischen Opposition als »geistiger Führer« akzeptiert (vgl. Abendroth, in: Negt 1968, 131). Habermas’ Hoffnungen waren stets vernehmbar von ihm geäußert worden. Sie waren nie vermindert und in den frühen Jahren genauso hörbar wie später in der »Theorie des kommunikativen Handelns«, als er ein Protestpotential sich entwickeln sah an den Nahtstellen von System und Lebensweit. Umso erstaunlicher war der zeitweise Bruch mit der Studentenbewegung auf ihrem Höhepunkt 1967/68. »Linker Faschismus« entwickelte sich zum Ausgrenzungstopos. Was war geschehen? Bei der Trauerveranstaltung für Benno Ohnesorg am 9. Juni 1967 ging Habermas nach einem Beitrag von Rudi Dutschke ans Mikrofon und wandte sich an ihn: »Herr Dutschke hat als konkreten Vorschlag nur vorgetragen, daß ein Sitzstreik stattfinden soll. Das ist eine Demonstration mit gewaltlosen Mitteln. Ich frage mich, warum er das nicht so nennt und warum er eine Dreiviertelstunde darauf verwendet hat, eine voluntaristische Ideologie zu entwickeln, die man im Jahre 1848 utopischen Sozialismus genannt hat, die aber unter heutigen Umständen — jedenfalls glaube ich, Gründe zu haben, diese Terminologie vorzuschlagen — ›linken Faschismus‹ nennen muß.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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