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Imaginationsräume. Die Leinwand, der schwarze Kasten und das weiße Papier. Gedichte 1968 – 1970

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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

1968 rief Hans Magnus Enzensberger im Kursbuch auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung den Tod der Literatur aus. Die kritische Literatur war von der politischen Aktion eingeholt worden und mußte sich ihre Wirkungslosigkeit bescheinigen lassen. Einen Ausweg aus dieser Legitimationskrise der Literatur, der die Überwindung ihrer »Alibifunktion« partiell ermöglichen würde, sah Enzensberger dort, wo sie ihren eigenständigen Kunstcharakter aufgab und sich in den Dienst politischer Praxis stellte. Dieses literarische Programm der Parteilichkeit sollte in den folgenden Jahren die literarische Szene beherrschen. Brinkmann zog dagegen ganz andere Konsequenzen aus dem historischen Datum. In seinen am Vorbild der amerikanischen Undergroundlyrik orientierten poetologischen Reflexionen formuliert er seine Antwort auf die These vom Ende der Literatur: »[…] der ›Tod‹ der Literatur kann bloß durch die Literatur selber erfolgen, indem Geschriebenes sich nicht mehr dem zuordnet. Also : aufhören über ›Literatur‹ zu reden … Literatur, Literatur … als ob es noch darum ginge. […] es sind die Dinge, die sich bewegen.« (F.i. W, S. 236f) Den offiziellen Bruch mit den Statthaltern des deutschen Kulturbetriebs vollzog Brinkmann 1968 auf einer Veranstaltung der Berliner Akademie der Künste, als er die Literaturkritiker Rudolf Hartung und Marcel Reich-Ranicki mit einem abgewandelten Breton-Zitat attackierte : »Wenn ich ein Maschinengewehr hätte, würde ich sie jetzt niederschießen.«

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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