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Bachs Musik zwischen Handwerk und Mechanisierung

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Zusammenfassung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es mehrere kulturgeschichtliche Strömungen, die das ihrige zum späteren Umgang mit der Alten Musik beigetragen haben: Ohne die Wiederbelebung der universitären Collegia musica wäre unser Erfahrungsspielraum weitaus geringer. Und ohne die Singbewegung, auch musikalische Jugendbewegung genannt, hätte es, zumindest in Deutschland, keinen fruchtbaren Boden für die allgemeine Popularisierung der Alten Musik gegeben. Es liegt nahe, die Entwicklung des Musizierens auf alten Instrumenten als eine Entwicklung zu begreifen, die eng mit der Singbewegung verknüpft war, weil das Miteinander-Musizieren vor dem virtuosen Konzertieren im Vordergrund stand.33 Ich möchte in diesem Zusammenhang nur den aus dem Geist der Jugendmusikbewegung schöpfenden Instrumentenbauer und Musiker Peter Harlan (1898–1966) nennen, dessen bewusst einfach gebaute Fiedeln den sozialen Ansprüchen eines gemeinschaftlichen, aktiven Musikerlebnisses besonders entgegenkamen.

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Notizen

  1. 35.
    Albert Schweitzer: Deutsche und französische Orgelbaukunst und Orgelkunst mit Nachwort über den gegenwärtigen Stand der Frage des Orgelbaus. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1927, S. 60.Google Scholar
  2. 44.
    Johann Sebastian Bach. Sechs Sonaten und sechs Suiten für Violine und Violoncello solo. Hrsg. u. eingeleitet v. Ernst Kurth. München: Drei Masken Verlag 1921.Google Scholar
  3. 46.
    Dass sich Kurth in seiner Musikpsychologie an anderer Stelle gegen das Prinzip der Mechanisierung ausgesprochen hat: „Dynamisierung der Betrachtungsweise ist Belebung, Mechanisierung ist Abtötung“ (Kurth, Ernst: Musikpsychologie. Berlin Max Hesse 1931, S. 100.), steht in einem anderen Zusammenhang, denn im Unterschied zu der subkutanen Mechanisierungsästhetik seines Bach-Buchs spricht Kurth einige Jahre später von der „seelischen Belebtheit und Fülle“ der musikalischen Grundvorgänge und bezieht sich dabei auf eine hörpsychologische Kategorie, die wenig mit der Art der Ausübung des Klanggeschehens zu tun hat.Google Scholar
  4. 52.
    Karl Fabian: Die Objektivität in der Wiedergabe von Tonkunstwerken. Ihr allgemeiner Charakter und ihre besonderen Formen. Hamburg: Selbstverlag 1929, S. 110.Google Scholar

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