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Vom Gesangsverein zum Kammerchor

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Zusammenfassung

Der Beginn der Bach-Renaissance wird häufig allzu einseitig an die Geschichte der Sing-Akademie zu Berlin geknüpft, vor allem an ihre legendäre Aufführung der Matthäuspassion vom 11. März 1829. Gewiss war diese von Felix Mendelssohn Bartholdy betriebene erste Aufführung der Matthäuspassion nach Bachs Tod, bei der das neunzehnjährige Genie eine eigene Bearbeitung der Partitur dirigierte, von großer publizistischer Wirkung, doch sie basierte auf einer bis dato nicht öffentlichen, aber um so bemerkenswerteren Berliner Bachpflege. Von dem Kreis um Kirnberger war schon die Rede, aber auch Carl Friedrich Christian Fasch, ehemals Cembalist Friedrichs IL, darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Sein 1790 zur Aufführung einer eigenen sechzehnstimmigen Messe gebildeter Singkreis versuchte sich 1794 auch an drei Motetten Bachs. Der Grundstein zur vokalen Bachpflege der Sing-Akademie, wie sich dieser bürgerliche Singkreis bald nennen sollte, war damit gelegt. Carl Friedrich Zelter, der 1800 die Sing-Akademie übernahm, baute das Bach-Repertoire weiter aus: zu Motetten traten 1811 einzelne Sätze aus der h-Moll-Messe, 1812 aus der Matthäuspassion, 1813 sogar die vollständige Messe h-Moll und 1822/23 dann die Johannespassion — nur, all diese Werke wurden zum eigenen Vergnügen der Sängerinnen und Sänger gesungen und nicht öffentlich vorgetragen. Diesen Vorstoß wagte erst Mendelssohn Bartholdy mit der Matthäuspassion, und Berlin wurde mit den Worten Giacomo Meyerbeers zur „Hauptstadt von Sebastian Bach“.

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