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Zwischen Nero und Domitian: Die Herausforderung an die Dichtung

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Zusammenfassung

In diesem Zeitraum von 40 Jahren waren Dichter zwei bedeutsamen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Beide repräsentieren Autorität, doch von sehr verschiedener Art: einerseits die weltliche Macht und die übertriebenen Erwartungen von Nero (55–68) und Domitian (81–97), zwei Kaisern, die regen Anteil am literarischen Leben nahmen (ihnen müssen wir hier die Gleichgültigkeit Vespasians und des früh verstorbenen Titus gegenüberstellen); und andererseits die ästhetische Macht und kulturelle Vorherrschaft des größten Dichters in Rom, der eine Nachwirkung hatte, die sich über diesen Zeitraum und seine eigenen literarischen Nachfolger hinaus auf spätere Prosaschriftsteller und Dichter aller Art erstrecken sollte.

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Notizen

  1. 2 Zur Beschäftigung der pisonischen Verschwörer mit dem Theater und ihrer Selbstdramatisierung vgl. jetzt A. J. Woodman, »Amateur Dramatics at the Court of Nero: Annals 15.48–74«, in: Tacitus and the Tadtean Tradition, hg. v.T. J. Luce u. A.J. Woodman, Princeton 1993, 104–28. Woodman stellt jedoch meine weitergehende Behauptung deutlich heraus, daß die gesamte Hofgesellschaft um Nero von der Bühne besessen war; er zeigt, daß Tacitus selbst darin eine passende Metapher für die Eitelkeit und Inkompetenz der Verschwörung gesehen hat.Google Scholar
  2. Zuspitzung des Bildes Neros eigene Idee oder eine Imitation ist, vgl. M.J. Dewar, »Nero on the Disappearing Tigris«, CQ 41 (1991), 269–72.CrossRefGoogle Scholar
  3. 18.
    Das ist die Erklärung von F.M. Ahl, Lucan:An Introduction, Ithaca, N.Y. 1969Google Scholar
  4. »The Rider and the Horse: Politics and Power in Roman Poetry«, in: ANRW II 32.1, Berlin 1984, 40–108. Vgl. auch den überzeugenden Aufsatz von S. Hinds, »Generalizing about Ovid«, in: The Imperial Muse: To Juvenal through Ovid, hg. v. A.J. Boyle, Chapel Hill, N.C. — Melbourne 1988, 4–31 mit seinem Kommentar zu dem riskanten Phaëthonvergleich in Lucans Proöm.Google Scholar
  5. Meine Verteidigung einer panegyrischen Absicht wird durch die Argumente und Parallelen von M.J. Dewar, »Laying it on with a Trowel: The Proem to Lucan and Related Texts«, CQ 44 (1994), 199–211 gestützt.CrossRefGoogle Scholar
  6. 19.
    Vgl. E.J. Champlin, »The Life and Times of Calpurnius Siculus«, JRS 68 (1978), 95-110;Google Scholar
  7. Erwiderung darauf G.B. Townend, »Calpurnius Siculus and the Munus Neronis«, JRS 70 (1980), 166–74Google Scholar
  8. R. Mayer, »Calpurnius Siculus: Technique and Date«, JRS 70 (1980), 175–76.Google Scholar
  9. 25.
    E. Burck, »Das Bellum Civile Petrons«, in: Das Römische Epos, Darmstadt 1979, 200–207.Google Scholar
  10. 26.
    Vgl. F.I. Zeitlin, »Romanus Petronius«, Latomus 30 (1971), 56–82.Google Scholar
  11. J.P. Sullivan, Roman Literature and Politics in the Age of Nero, Ithaca, N.Y. 1985 scheint eher aus einer Seneca und Lucan gegenüber ablehnenden Haltung zu schreiben, als sein Auge auf den tatsächlichen Stil und Inhalt von Eumolps Improvisationen zu richten.Google Scholar
  12. 27.
    Vgl. jetzt die Untersuchung von E.J. Courtney, The Poems of Petronius, Atlanta 1991.Google Scholar
  13. 32.
    Sil. 3, 607–29. 14, 686–88; vgl. WC. McDermott u. A.E. Orentzel, »Silius Italicus and Domitian«, AJPh 98 (1977), 24–34Google Scholar
  14. F.M. Ahl, M. A. Davis u. A. Pomeroy, »Silius Italicus«, in: ANRW II 32.4, Berlin 1986, 2493–94.Google Scholar
  15. 37.
    Zu Domitian als Dichter und Patron vgl. jetzt K.M. Coleman, »The Emperor Domitian and Literature«, in: ANRW II 32.5, Berlin 1986, 3087–114. Tac. hist. 4, 86 nennt Domitians Beschäftigung mit litterae in seiner Jugend Heuchelei; vgl. Suet. Dom. 2, 2, doch wie Coleman bemerkt, legt Suet. Dom. 20 nahe, daß Domitian, als er Kaiser geworden war, wegen seiner Arbeitsbelastung mit dem Schreiben aufhörte. Aus der Anrede des älteren Plinius an Titus in nat. praef. 5 (»Welche Kraft entfaltest Du in der Dichtung! O, welch große Fülle der Gedanken! Du hast Dir eine Möglichkeit ersonnen, auch dem Bruder nachzueifern!« [quantus in poetica es! o magna fecunditas animi! quem ad modum fratrem quoque imitareris excogitasti!]; Ü: R. König, G Winkler) schließt sie, daß Domitian als Dichter tatsächlich etablierter war als sein älterer Bruder. Wir haben gesehen (Anm. 28), daß das Proöm des Valerius Flaccus auf Domitian als Dichter anspielt, offenbar als Dichter eines Epos über die Einnahme Jerusalems mit einem Panegyricus auf Titus und dessen Sieg.Google Scholar
  16. 42.
    Eine wohlwollendere Untersuchung von Martials Themen und Talent findet man bei J. P. Sullivan, Martial: The Unexpected Classic, Cambridge 1991.CrossRefGoogle Scholar
  17. 45.
    P. White, »The Friends of Statius, Martial and Pliny«, HSPh 79 (1975), 265–300;Google Scholar
  18. A. Hardie, Statins’ Silvae: An Exercise in Epideixis, Liverpool 1983.Google Scholar
  19. Vgl. S. Newmyer, The Silvae of Statins: Structure and Theme, Mnemosyne suppl. 53, Leiden 1979.Google Scholar
  20. 48.
    T. Janson, Latin Prose Prefaces: Studies in Literary Conventions, Stockholm 1964 meinte, dies sei ein Prosabrief gewesen;Google Scholar
  21. Newmyer glaubt an eine Einleitung in Versform, doch eine solche wäre zusammen mit der Thebais überliefert worden, so daß K. M. Coleman, Statius: Silvae IV, Oxford 1988, 58 zu Recht der Ansicht ist, daß es sich um Prosa handelte. Dieser Brief könnte nur das erste Buch eingeleitet haben, bevor weitere Bücher veröffentlicht wurden.Google Scholar
  22. 52.
    Vgl. Ahl, »The Rider and the Horse«, in: ANRW II 32.1, Berlin 1984, 40–108. Doch überzeugt mich Coleman (Statius, 60) mit ihrer Vermutung, daß Martial Statius vorgeworfen hatte, in seinem Revier zu wildern, eher. Vielleicht nahm Statius sich das zu Herzen. Auch wenn sich im vierten Buch der Siluae sechs nicht-kaiserliche Adressaten finden, ist nur Novius Vindex auch einer von Martials Patronen.Google Scholar
  23. 54.
    C. Milosz, The Captive Mind, übers, v. J. Zielonko, New York 1951 [poln. Orig.: Zniewolony umysl, Paris 1953; dt. Köln 1955], 181, zitiert von Ahl, »The Rider and the Horse«, 91–92.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1998

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