Advertisement

Einleitung

Auf dem Weg zu einer Sozialgeschichte der lateinischen Literatur
Chapter
  • 46 Downloads

Zusammenfassung

Ob wir die kurze Zeit zwischen 50 v. Chr. und Ciceros Tod im November 43 nun als die letzten Jahre der römischen Republik oder die ersten Jahre des Prinzipats ansehen, in jedem Fall liegen zum ersten Mal in der römischen Geschichte reiche zeitgenössische Belege zum Bildungsweg, zu den Einstellungen und den Lebensumständen einzelner Autoren vor. Anhand der unvergleichlichen Einsichten, die Ciceros Briefe uns in ihrem beinahe täglichen Bericht aus der Schlußphase der ›freien‹ Republik gewähren, können wir sowohl die politischen als auch die literarischen Veränderungen erfassen. Zunächst sind da die durch den Aufbau des Prinzipats bedingten politischen Transformationen; dann wird die Literatur einer — subtileren — Herrschaft von vollkommenen Vorbildern unterworfen, die die literarischen Ansichten von Generationen von Nachfolgern prägen. Von dieser Zeit an werden die Schriftsteller sich bewußt bemühen, nicht einfach nachklassisch zu sein; reine Nachahmer fallen dabei weit hinter das in augusteischer Zeit erreichte Niveau an Kreativität und künstlerischem Selbstbewußtsein zurück.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notizen

  1. 1.
    Die sogenannte Ars poetica des Horaz ist nicht von ihm selbst so benannt worden; vor ihrem Gebrauch durch Quintilian (inst. 8, 3, 60) ein Jahrhundert nach Horaz läßt sich diese Bezeichnung (nicht notwendigerweise ein formeller Titel) nicht belegen. Von der handschriftlichen Überlieferung wird das Werk mit den beiden großen Episteln des 2. Buchs des Horaz zusammengestellt, doch sind sich die Gelehrten über Zweck und Natur dieses Werkes ebensosehr uneins wie über seine Datierung. Siehe das jüngst erschienene Buch von B. Frischer, Shifting Paradigms: New Approaches to the Ars Poetica, Atlanta 1991, wonach Horaz die traditionelle Anlage eines Poetiklehrbuches eher parodiere als befolge.Google Scholar
  2. 3.
    Siehe jetzt J. Snyder, The Woman and the Lyre: Woman Writers in Greece and Rome, Carbondale, Ill. 1990, Kap. 5: »Women Writers in Rome and Their Successors«.Google Scholar
  3. 5.
    Zu Tyrannion, Parthenios und anderen möglichen Gefangenen aus dem Krieg in Kleinasien vgl. E. Rawson, Intellectual Life in the Later Roman Republic, Baltimore 1985, 8.Google Scholar
  4. 6.
    Siehe David Armstrong, Horace, New Haven, Conn. 1989 und seine detaillierte Argumentation in »Horatius Eques et Scriba: Satires 1.6 and 2.7«, TAPhA 116 (1986), 255–88.Google Scholar
  5. Zur Beziehung des Horaz zu Maecenas siehe die markante Position von P. White, Promised Verse: Poets in the Society of Augustan Rome, Cambridge, Mass. 1993.CrossRefGoogle Scholar
  6. 35.
    Zu Buchformat und Buchhändlern vgl. P. Howell, A Commentary on Book I of the Epigrams of Martial, London 1980, 105–8.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1998

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations