Advertisement

Naturwissenschaft

Chapter
  • 52 Downloads

Zusammenfassung

Ein Zentrum des Gesprächs zwischen Goethe und Schiller im Juli 1794 bildete die gemeinsame Kritik am gängigen wissenschaftlichen Umgang mit Natur. Am Beginn ihrer Zusammenarbeit steht mithin die Naturwissenschaft. So jedenfalls stellt es Goethe in seiner Gründungsurkunde dieser Zusammenarbeit, dem Aufsatz Glückliches Ereignis, dar. Schiller habe, vermerkt Goethe, zum gerade bei der Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft gehörten Vortrag festgestellt, daß »eine so zerstückelte Art die Natur zu behandeln, den Laien, der sich gern darauf einließe, keineswegs anmuten könne«. Goethe seinerseits antwortete, wie er weiter berichtet, mit der Feststellung, »daß es doch wohl noch eine andere Weise geben könne die Natur nicht gesondert und vereinzelt vorzunehmen, sondern sie wirkend und lebendig, aus dem Ganzen in die Teile strebend darzustellen«, und nützte die Gelegenheit, seine Art der Naturstudien und insbesondere seine Metamorphose-Vorstellung vorzutragen (MA 12, 88). Schiller wiederum gibt in seinem Brief vom 23. August 1794, im Rückgriff wohl auf dieses Gespräch, eine sehr genaue Beschreibung von Goethes naturwissenschaftlicher Bemühung: »Sie nehmen die ganze Natur zusammen, um über das Einzelne Licht zu bekommen, in der Allheit ihrer Erscheinungsarten suchen Sie den Erklärungsgrund für das Individuum auf. Von der einfachen Organisation steigen Sie, Schritt vor Schritt, zu den mehr verwickelten hinauf, um endlich die verwickeiste von allen, den Menschen, genetisch aus den Materialien des ganzen Naturgebäudes zu erbauen« (MA 8.1, 13).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notizen

  1. 24.
    Briefwechsel zwischen Goethe und Knebel. Hg. v. G. E. Guhrauer. 2. Bde. Leipzig 1851. Bd. 1, S. 182.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations