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Epistemologie: Stoiker und Akademiker

  • A. A. Long
  • D. N. Sedley
Chapter

Zusammenfassung

[Diokles von Magnesia sagt:] (1) Die Stoiker verfahren so, daß sie an den Anfang die Erörterung stellen, die sich mit Vorstellung [phantasia] und Sinneswahrnehmung befaßt, insofern das Kriterium, mit dem die Wahrheit der Sachen entschieden wird, der Gattung nach eine Vorstellung ist und insofern die Erörtung über Zustimmung, Erkenntnis und Denken, die den übrigen Ausführungen vorausgeht, [ihrerseits] nicht ohne Vorstellung zustandekommt. (2) Zuerst kommt nämlich die Vorstellung, und dann drückt der Verstand, der die Fähigkeit zur Äußerung hat, sprachlich eben das (aktiv) aus, was er unter der Einwirkung der Vorstellung (passiv) erfahren hat. (3) Es besteht ein Unterschied zwischen einer Vorstellung und einer Fiktion [phantasma]. Die Fiktion ist nämlich eine gedankliche Einbildung, wie sie etwa in den Träumen vorkommt. Die Vorstellung dagegen ist ein Eindruck in der Seele, das heißt: eine Veränderung, wie Chrysipp im zweiten Buch Über die Seele anmerkt; den Eindruck sollte man nämlich nicht wie den Abdruck eines Siegelrings auffassen, weil es unmöglich ist, daß an demselben Gegenstand zur selben Zeit viele solche Abdrücke entstehen. … (4) Die Vorstellungen sind nach ihnen teils sinnlich, teils nicht sinnlich. Sinnliche Vorstellungen sind die, welche man durch ein oder mehrere Sinnesorgane bekommt, nicht sinnlich die, welche man durch das Denken bekommt wie zum Beispiel die Vorstellungen von den unkörperlichen Dingen und die von den anderen mit der Vernunft erfaßten Sachen. (5)

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

Authors and Affiliations

  • A. A. Long
  • D. N. Sedley

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