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Epistemologie

  • A. A. Long
  • D. N. Sedley
Chapter

Zusammenfassung

(1) Wenn schließlich jemand meint, daß man von nichts ein Wissen habe, dann weiß er nicht, ob man eben davon ein Wissen haben kann, da er ja zugibt, daß es kein Wissen gebe. Ich nehme deshalb davon Abstand, meine Sache gegen diesen Mann durchzufechten, der sich auf seinem eigenen Kopf in die eigene Fußspur gestellt hat. (2) Um dennoch einzuräumen, daß er eben davon ein Wissen habe, frage ich ihn dann doch weiter noch dies: Wenn er zuvor nichts Wahres in der Welt gesehen hat, woher weiß er dann, was das Wissen und das Nichtwissen wechselweise sind? Was schuf seinen Vorbegriff von Wahrem und Falschem, und was bewies ihm, daß Zweifelhaftes sich von Sicherem unterscheidet? (3) Du wirst rinden, daß der Vorbegriff des Wahren seinen Ursprung in den Sinnen hat und daß die Sinne nicht zurückgewiesen werden können. (4) Denn es muß etwas mit größerer Verläßlichkeit gefunden werden, etwas, das aus eigenem Vermögen das Falsche mit Wahrem besiegen kann. Wovon also soll angenommen werden, daß es gegenüber den Sinnen von größerer Verläßlichkeit ist? (5) Wird etwa das von einer falschen Sinneswahrnehmung herrührende Denken die Kraft haben, den Sinnen zu widersprechen, wenn es doch insgesamt von den Sinnen herrührt? Wenn diese nicht wahr sind, wird auch jedes Denken falsch. (6) Oder können etwa die Ohren die Augen zurechtweisen? Oder der Tastsinn die Ohren? Oder wird diesen Tastsinn wiederum der Geschmack des Mundes überführen?

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

Authors and Affiliations

  • A. A. Long
  • D. N. Sedley

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