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Der frühe Pyrrhonismus

  • A. A. Long
  • D. N. Sedley
Chapter

Zusammenfassung

(1) Pyrrhon von Elis war der Sohn des Pleistarchos, wie auch Diokles berichtet. Wie Apollodor in seinen Chroniken sagt, war er zuerst Maler; und er hörte, wie Alexander in seinen Philosophenfolgen sagt, Bryson, den Sohn [oder Schüler?] Stilpons. Später hörte er Anacharchos und begleitete ihn überall hin, so daß er sogar mit den Nackten Philosophen in Indien sowie mit den Magiern in Verbindung kam. (2) Von daher, so scheint es, praktizierte er die Philosophie auf eine äußerst treffliche Weise und führte diejenige Form von ihr ein, welche in Nicht-Erkenntnis und in Urteilsenthaltung besteht … (3) Er erklärte nämlich, daß nichts anständig und nichts niederträchtig sei, nichts gerecht und nichts ungerecht, und daß ganz entsprechend in allen Fällen nichts wirklich existiere, vielmehr Konvention und Gewohnheit die Grundlage alles dessen seien, was die Menschen tun; denn jedes beliebige Ding sei um nichts mehr dieses als jenes. (4) Diesen Ansichten folgte er auch in seiner Lebensführung, indem er vor nichts auswich und keine Vorsichtsmaßregeln traf und alles so auf sich zukommen ließ, wie es sich gerade traf, Wagen, Abhänge und Hunde, und indem er keinerlei Vertrauen in die Macht seiner Sinneswahrnehmungen setzte. Beschützt wurde er freilich, wie Antigonos von Karystos berichtet, von seinen Schülern, die ihn begleiteten. Änesidem indes sagt, daß er zwar in der Philosophie dem Grundsatz der Urteilsenthaltung gefolgt sei, daß er jedoch im alltäglichen Leben keineswegs ohne alle Vorsicht gehandelt habe. Er wurde etwa neunzig Jahre alt.

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  • A. A. Long
  • D. N. Sedley

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