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Die Akademiker

  • A. A. Long
  • D. N. Sedley
Chapter

Zusammenfassung

(1) Dann sagte Varro: »Es ist nun an dir, als einem, der von der Philosophie der Alten abweicht und die Neuerungen des Arkesilaos billigt, darzulegen, worin die Spaltung bestand und warum sie entstanden ist, damit wir sehen können, ob deine Abweichung genügend gerechtfertigt ist.« (2) Darauf sagte ich [Cicero]: »Wie wir gehört haben, war es Zenon, mit dem Arkesilaos seinen ganzen Kampf begann, nicht aus Hartnäckigkeit oder weil er auf einen Sieg aus war, jedenfalls meiner Meinung nach nicht, sondern wegen der Dunkelheit der Dinge, die Sokrates dazu veranlaßt hatten, sein Nichtwissen einzugestehen, und vor Sokrates bereits Demokrit, Anaxagoras, Empedokles und praktisch alle alten Philosophen, die sagten, daß nichts erkannt, nichts wahrgenommen und nichts gewußt werden könne, und die erklärten, daß die Sinne beschränkt seien, der Geist schwach und der Lauf des Lebens kurz sei; die Wahrheit sei, um Demokrit zu zitieren, in einem Abgrund untergetaucht, alles sei fest im Griff von Meinungen und Konventionen, für die Wahrheit bleibe nichts übrig und so sei alles in Dunkelheit getaucht. (3) Von daher pflegte Arkesilaos zu bestreiten, daß irgendetwas gewußt werden könne, noch nicht einmal das, was Sokrates für sich selbst übriggelassen hatte, das Wissen, nichts zu wissen; so sehr lag seiner Meinung nach alles im Dunkeln, und es gebe nichts, was unterschieden oder verstanden werden könne. (4) Aus diesen Gründen, sagte er, solle niemand irgendetwas behaupten oder bekräftigen oder durch seine Zustimmung billigen; man solle seine Unbesonnenheit immer zurückhalten und sie vor jedem Lapsus bewahren; denn es wäre eine außerordentliche Unbesonneheit, etwas Falsches oder Unerkennbares zu billigen, und nichts wäre schimpflicher, als wenn Zustimmung und Billigung dem Erkennen und Begreifen vorauseilten.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

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  • A. A. Long
  • D. N. Sedley

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