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Anfänge

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Zusammenfassung

Man stelle sich eine radikale Bewegung vor, die eine eindeutige Niederlage erlitten hat, so eindeutig, daß es unwahrscheinlich scheint, daß sie sich im Laufe einer Generation, falls überhaupt, wieder erholen könnte. Die Niederlage, an die ich denke, ist keiner jener Rückschläge, mit denen die politische Linke leider so sehr vertraut ist, sondern ein so definitiver Rückschlag, daß selbst die Paradigmen, mit denen eine solche Politik traditionellerweise arbeitete, diskreditiert scheinen. Die Ideen dieser Bewegung wären nun weniger Gegenstand heißer Debatten als allenfalls eines wohlmeinenden antiquarischen Interesses, das man etwa der Ptolemäischen Kosmologie oder der Scholastik des Duns Scotus entgegenbringt. Ihre Ideen und die normale Alltagssprache befänden sich nun nicht nur im heftigen Widerspruch zueinander, sondern hätten rein gar nichts miteinander zu tun — sie glichen eher Diskursen verschiedener Planeten und nicht benachbarter Nationen. Wie, wenn die Linke plötzlich nicht so sehr überwältigt oder ausmanövriert, sondern vielmehr einfach erledigt wäre und eine Sprache spräche, die auf so kuriose Weise im Widerspruch zur modernen Ära stünde, wie etwa die Sprache der Gnostik oder der höfischen Liebe, daß niemand auch nur daran dächte, sich nach ihrem Wahrheitswert zu erkundigen?

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Anmerkungen

  1. 1.
    David Morley/Kuan-Hsing Chen (Hg.): Stuart Hall: Critical Dialogues, London 1996, S. 226.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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