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Die Hauptströmungen der Aufklärung

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Zusammenfassung

Die Themen, aus denen sich das Weltanschauungsgeflecht der Aufklärung heraus spinnt, konvergieren und kulminieren insgesamt in einem Zentralmotiv, der Vernunft als höchster Instanz, die sich sowohl in der Gesetzlichkeit des Naturgeschehens wie im Denken und Verhalten des einzelnen Menschen ausdrückt und schliesslich auch in der Organisation der Gesellschaft und im Verlauf der Geschichte durchsetzen muss. Die »Göttin Vernunft«, die Robespierre inthronisierte1, ist die allegorische Kondensation des abstrakten Prinzips, dessen universelle Geltung durch ein Jahrhundert erkämpft und gefestigt wurde; in allen ihren Selbstdarstellungen wird die Generation der Revolutionäre dieser Kultfigur bildhafte Gestalt geben.2 Hegels Konzept der »List der Vernunft« ist die letzte und schon dialektisch gebrochene Konfiguration dieses Prinzips, die noch die Unvernunft im Besonderen der Vernünftigkeit des Allgemeinen einfügt und dienstbar macht.3

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. Walter Markov, Revolution im Zeugenstand, Leipzig 1986, Band I, S. 368ff. »Am 23. November 1793 sanktionierte die Commune vollendete Tatsachen, indem sie die Schliessung der hauptstädtischen Kirchen anordnete, alle wurden der Vernunft geweiht, die Heiligen durch Bildnisse von Revolutionshelden ersetzt.« Ebd., S.374. Allerdings zeigt das »Dekret über das Höchste Wesen« vom 7. Mai 1794, dass die herrschende Ideologie nicht eine atheistische Vernunftphilosophie, sondern ein vernünftiger Deismus war, ganz im Sinne der gemässigten Aufklärungsphilosophie. Am 8. Juni 1794 eröffnete Robespierre das Fest des Höchsten Wesens mit einer Ansprache, die ebenfalls den Geist des Deismus atmete. Ebd., Band II, S. 599f. und 612f. Zu Robespierre vgl. auch Georges Labica, Robespierre. Une politique de la philosophie, Paris 1990 — und zum Etre supréme ebd., S. 99ff.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Jean Starobinski, 1789. Die Embleme der Vernunft, Paderborn 1981.Google Scholar
  3. 3.
    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke (Suhrkamp), Frankfurt am Main 1969ff., Band 12, S. 49 und 119. Zum weiteren Gebrauch des Terminus vgl. den Registerband, ebd. 1979.Google Scholar
  4. 4.
    Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, Berlinische Monatsschrift, Dezember 1784, S. 481 ff., hier S.491.Google Scholar
  5. 5.
    Ebd., S. 493.Google Scholar
  6. 6.
    Gottfried Wilhelm Leibniz, Die natürlichen Gesellschaften, Kleine Schriften zur Metaphysik, hg. von Hans Heinz Holz, Frankfurt am Main und Darmstadt 1965, S. 402.Google Scholar
  7. 7.
    Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, a. a. O., S. 491.Google Scholar
  8. 8.
    Isaak Iselin, Träume eines Menschenfreunds, Carlsruhe 1775 (zweite, völlig neu bearbeitete Auflage der Ausgabe von 1755), S. 19.Google Scholar
  9. 9.
    Ebd., S. 24f. Iselin leitet die primären Menschenrechte aus der Arbeit ab: ebd., S. 26, mit der Schlussfolgerung: »Freyheit und Eigenthum sind daher die ersten Rechte des Menschen, wie die Arbeit seine erste Pflicht ist.«Google Scholar
  10. 10.
    Ebd., S. 58. In der Entfaltung des Systems der Bedürfnisse bei Iselin ist eine Quelle der einschlägigen Paragraphen der Hegeischen Rechtsphilosophie zu vermuten, bei Hegel dann allerdings geschärft und ohne die biedermännische Betulichkeit des Menschenfreunds.Google Scholar
  11. 11.
    Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, a. a. O., S. 481Google Scholar
  12. 12.
    Winfried Schröder, Stichwort Aufklärung, in Hans Jörg Sandkühler (Hg). Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften, Hamburg 1990, Band I, S. 276ff.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. dazu Werner Krauss, Die Literatur der französischen Frühaufklärung, Frankfurt am Main 1971. — Und: Das Wissenschaftliche Werk, Band 6, Berlin und Weimar 1987.Google Scholar
  14. 14.
    Denis Diderot, Philosophische Schriften, hg. und übers. v. Theodor Lücke, Berlin 1961, Band I, S. 289f.Google Scholar
  15. 15.
    Leibniz, Kleine Schriften zur Metaphysik, a. a. O., S. 402f. Vgl. dazu Hans Heinz Holz, Herr und Knecht bei Leibniz und Hegel. Neuwied und Berlin 1968.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Hans Heinz Holz, Leibniz, Frankfurt am Main und New York 1992, S. 42ff.Google Scholar
  17. 17.
    Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, 2. Auflage (B), Riga 1787, S. 74.Google Scholar
  18. 18.
    Oskar Ewald, Französische Aufklärungsphilosophie, München 1924.Google Scholar
  19. 19.
    Lucien Goldmann, Der christliche Bürger und die Aufklärung, Neuwied und Berlin 1968. — Bernhart Groethuysen, Die Philosophie der französischen Revolution, Neuwied und Berlin 1971.Google Scholar
  20. 20.
    Goldmann, a. a. O., S. 5 und 6.Google Scholar
  21. 21.
    Groethuysen, a. a. O., S. 29 und 31.Google Scholar
  22. 22.
    Goldmann, a. a. O., S. 8.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, Neuwied und Berlin 1962.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. hierzu Hans Heinz Holz, Wider die Philosophie der Gegenreformation — Johann Heinrich Alsted und die Anfange der Enzyklopädistik, Acta Philosophica Groningana, März 1995.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. Paul Hazard, La Pensée Européenne au XVIII ème Siècle, Paris 1946, Band I, S. 272ff.Google Scholar
  26. 26.
    Otto Friedrich Bollnow, Die Aufklärung und wir, Schola II, Heft 2/3, S. 107 (1947).Google Scholar
  27. 27.
    Siehe unten II. Hauptstück, 3. Kapitel.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. Josef Fürnkäs, Der Ursprung des psychologischen Romans, Stuttgart 1977.Google Scholar
  29. 29.
    Zitiert nach Fürnkäs, a. a. O., S. 16.Google Scholar
  30. 30.
    Fürnkäs, a. a. O., S. 47, setzt entgegen: Die ›Poesie des Herzens‹ und die ›Prosa der Verhältnisse‹.Google Scholar
  31. 31.
    Kants Problem der Verbindung der theoretischen und der praktischen Vernunft ist in diesen Vorgaben angelegt.Google Scholar
  32. 32.
    Gert Mattenklott, Melancholie in der Dramatik des Sturm und Drang, Stuttgart 1968. Für die klassische Temperamentenlehre gilt: »Psychologie ist deshalb Kosmologie.« Ebd., S. 24. Das zeigt schon der Zusammenhang von Temperamentenlehre, medizinischer Humorologie und Astrologie. Nun ändert sich das: »Denn in den Psychologien des 18. Jahrhunderts ist jedem Temperament die Reflexion auf sich selbst beigegeben.« Ebd., S. 30.Google Scholar
  33. 33.
    Ebd., S. 19. Mattenklott zeigt das an Lavaters Physiognomien-Lehre; aber das gleiche Muster ist im Naturrecht erkennbar oder im Verständnis der Natur, das an dieser gerade die ausnahmslos geltenden Gesetze als wesentlich betrachtet.Google Scholar
  34. 34.
    Ebd., S. 33.Google Scholar
  35. 35.
    Joachim Ritter, Metaphysik und Politik, Frankfurt am Main 1969, S. 312f.Google Scholar
  36. 36.
    Hans Blumenberg, Die Legitimität der Neuzeit, Frankfurt am Main 1969.Google Scholar
  37. 37.
    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Phänomenologie des Geistes, Gesammelte Werke Band 9, Hamburg 1980, S. 313f. = Werke (Suhrkamp), Frankfurt am Main 1970, S. 428.Google Scholar
  38. 38.
    Ebd., GW 318 = W 434.Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. Hans Heinz Holz, Tugend und Terror, Marxistische Studien, Jahrbuch des IMSF 14, Frankfurt am Main 1988, S. 181ff.Google Scholar
  40. 40.
    Von Anfang an ist im Begriff der Aufklärung die Ambivalenz von »Vernünftigkeit des gesunden Menschenverstandes« und »Konstruktion aus Vernunftgründen« enthalten. Und letztere — des Programm des Rationalismus — kann eigentlich nichts anderes tun, als ausgehend vom gesunden Menschenverstand dessen Inkonsistenzen der Kritik zu unterwerfen. Je zwingender indessen das System ist, je grösser seine Rationalität, um so zwanghafter tritt es den Menschen entgegen. Grössere Rationalität geht einher mit grösserer Allgemeinheit der Lehrsätze und Postulate — es werden »oberste Grundsätze« gesucht, die in der Art des Kantischen »kategorischen Imperativs« gültig sein sollen, oder eine »erste Substanz«, aus der alle Erscheinungen als deren Modi abgeleitet werden können, wie Spinoza es more geometrico versuchte. Die Singularität des Faktischen, die unableithare Einzelheit wird dabei aufgehoben, löst sich im Allgemeinen auf. Demgegenüber dekretierte Adorno: »Philosophie hat, nach dem geschichtlichen Stande, ihr wahres Interesse dort, wo Hegel, einig mit der Tradition, sein Desinteresse bekundet: beim Begriffslosen, Einzelnen und Besonderen; bei dem was seit Platon als vergänglich und unerheblich abgefertigt wurde und worauf Hegel das Etikett der faulen Existenz klebte (…) Dringlich wird, für den Begriff, woran er nicht heranreicht, was sein Abstraktionsmechanismus ausscheidet, was nicht bereits Exemplar des Begriffs ist.« Diese Problemstellung klingt gegenaufklärerisch und wurzelt in jenen Erfahrungen, die Horkheimer und Adorno in der »Dialektik der Aufklärung« zum Gegenstand ihrer Reflexion gemacht haben. Dort hiess es, die Aufklärung habe »das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen (…) Sie wollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.« Jedoch, so meinen Horkheimer und Adorno zeigen zu können, bringe die Anwendung aufklärerischer Prinzipien neue Mythen hervor, solche nämlich, die in der Verkürzung der Rationalität auf instrumentelle Vernunft ihren Grund haben, welche es schliesslich erlaubt, Aufklärung als »Volksaufklärung« zum Titel für das nationalsozialistische Propagandainstrumentarium zu machen. Die Wahrheit der Aufklärung wurde in der Destruktion der in ihr liegenden Widersprüche dann auf Kritik zurückgeführt, mithin auf ein ihr zwar je schon innewohnendes Moment, das sich nun aber als einzig legitimes, als Aufklärung der Aufklärung erweisen soll. Aufklärung mündet so bei Adorno in negative Dialektik. Dagegen versuchen Autoren wie Herbert Marcuse einen inhaltlich positiven Aufklärungsbegriff in der Freisetzung einer nicht mehr repressiven, die Triebstruktur entbindenen Kultur zu retten. Ein marxistischer Begriff von Aufklärung knüpft hingegen an den konstruktiven Gehalt der Hegeischen und Marxschen Theorie an; die Intention richtet sich auf eine rationale Ontologie, die das Historische als Einheit von Allgemeinem und Einzelnem, von Notwendigkeit und Kontingenz, von Vernunft und Widervernunft in einem offenen System fasst.Google Scholar
  41. 41.
    Zu Hegels Enzyklopädiekonzept vgl. Band III, Hauptstück I, Kapitel 4.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Hans Heinz Holz, Wider die Philosophie der Gegenreformation. Johann Heinrich Alsted und die Anfange der Enzyklopädistik. Acta Philosophic Groningana, März 1995.Google Scholar
  43. 43.
    So heisst es im Artikel »Enzyklopädie« über das Verfahren von d’Alembert und Diderot: »Um die Fülle des Wissenstoffs in einem gross angelegten Kompendium unterzubringen, wählten sie (nicht zum ersten Mal, aber doch für spätere Generationen vorbildlich) die Form des Lexikons, das nun nicht mehr, wie eine systematische Enzyklopädie, fortlaufend gelesen werden wollte, sondern nur das jeweils gewünschte Wissen an seiner alphabetischen Stelle bereithielt. Das Verfahren hat sich vor allem im 19. Jahrhundert auf breiter Front durchgesetzt, so dass heute zwischen ›Enzyklopädie‹ und ›Lexikon‹ kaum noch unterschieden wird. Die Enzyklopädisten versuchten noch einmal, die systematische mit der alphabetischen Ordnung zu kombinieren, indem sie vor jedem Artikel seine Stelle auf der Tafel der Wissenschaften angaben. Unter den zahlreichen Nachfolgern der Encyclopédie ist ein solches Bemuhen um den Zusammenhang der Wissenschaften nur noch selten festzustellen.« Siehe Hans Jörg Sandkühler (Hg), Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften (EEPW), Hamburg 1990, Band I, S. 743. In Entsprechung dazu ist auch die EEPW aufgebaut.Google Scholar
  44. 44.
    D’Alembert, Discours préliminaire de l’Encyclopédie (1751), Hamburg 1955, S. 10: »(…) à mettre en ordre des matériaux.«Google Scholar
  45. 45.
    Ebd., S. 106. »Il serait souvent absurde de vouloir trouver une liaison immédiate entre un article de ce Dictionnaire et un autre article pris à volonté; c’est ainsi qu’on chercherait en vain par quels liens secrets section conique peut être rapprochée d’accusativ. L’ordre encyclopédique ne suppose point que toutes les sciences tiennent directement les unes les autres.«Google Scholar
  46. 46.
    Ebd., S. 40. »C’est d’amasser le plus de faits qu’il nous est possibles.« — Dass ein Wissen, das auf keine immanente Ordnung der Welt systematisch bezogen wird, zur Religion als Prinzip der Konstruktion des Ganzen übergeht, hat D’Alembert nicht verschwiegen: »Rien ne nous est donc plus nécessaire qu’une Religion révélée qui nous instruise sur tant de divers objets.« Ebd., S. 36: »Zu unserer Unterrichtung über eine solche Anzahl verschiedener Gegenstände ist daher eine geoffenbarte Religion unser dringendstes Bedürfnis.« Der antimetaphysische Empirismus schlagt in den Fideismus um!Google Scholar
  47. 47.
    Gottfried Wilhelm Leibniz, Opuscules et fragments inédits, par Louis Couturat, Paris 1903, S. 214: »Ubi quanto majorem massam conficient res collectae, tanto minus usui erunt.«Google Scholar
  48. 48.
    Ebd., S. 214: »Eruditionis hodierna apparatus videtur comparari posse tabernae amplissimae, omnegena mercium varietate instructae, sed plane eversae et perturbatae, omnibus inter se confusis (…), nullo inventario, nullis rationum libris, unde lux aliqua hauriri possit.«Google Scholar
  49. 49.
    Louis Couturat, La Logique de Leibniz, Paris 1901, S. 152: »(…) répertoire générale servirait de guide aux recherches scientifiques, car les vérités y étant classées dans l’ordre de leur dépendance logique.«Google Scholar
  50. 50.
    Leibniz, Judicium de scriptis Comenianis, zitiert bei Couturat, La Logique de Leibniz, a. a. O., S. 571: »Est enim Encyclopaedia Systema omnium, quousque licet, propositionum verarum, utilium, hactenus cognitarum.«Google Scholar
  51. 51.
    Siehe Wolf von Engelhard, Anmerkung 22 zu seiner Ausgabe von Leibniz — schen Frühschriften, Schöpferische Vernunft, Münster und Köln 1955, S. 469ff. Und Hans Heinz Holz, Leibniz, Leipzig 1983, S. 121ff.Google Scholar
  52. 52.
    Bei der Klassifikation der Schichten der Wirklichkeit kann man an das spätere Konzept von Friedrich Engels denken, der die Differenz der materiellen Seinsweisen auf die verschiedenen »Bewegungsformen der Materie« zurückführte. Siehe Band III, Hauptstück III, Kapitel 3.Google Scholar
  53. 53.
    Dass statt substantieller Materie die Relationalität der Wirklichkeit unter der Form der »materiellen Verhältnisse« begriffen werden müsse, ist eine dialektische Einsicht, die Marx im Anschluss an Leibniz und Hegel gewonnen hat. Vgl. Hans Heinz Holz, Dialektik und Widerspiegelung, Köln 1983, S. 70ff.Google Scholar
  54. 54.
    Siehe Anneliese Maier, An der Grenze von Scholastik und Naturwissenschaft, Rom 1952. — Dies., Die Vorläufer Galileis im 14. Jahrhundert, Rom 1949.Google Scholar
  55. 55.
    Siehe Hans Blumenberg, Die Genesis der kopernikanischen Welt, Frankfurt am Main 1975. — Ders., Die kopernikanische Wende, Frankfurt am Main 1965.Google Scholar
  56. 56.
    Siehe Band I, Hauptstück I, Kapitel 2.Google Scholar
  57. 57.
    Zu einem positiven und kämpferischen Begriff von Weisheit vgl. Ernst Bloch, Über den Begriff Weisheit, Gesamtausgabe Band 10, Frankfurt am Main S. 355ff.Google Scholar
  58. 58.
    Jean Starobinski, Montaigne, München 1986, S. 11. Starobinski spricht von einer »Verhexung durch den Schein« (ebd., S. 13) und schreibt: »Die Welt, die Montaigne anklagt, ist ein Labyrinth, in dem die Täuschungen sozusagen Gesetzeskraft haben« (ebd., S. 14). Ich sehe weniger Anklage als Bitterkeit und Traurigkeit. »Wir sind nicht so sehr von Übeln erfüllt wie von Leere; wir sind auch nicht so elend, wie wir nichtig sind« (Montaigne, Essais III, 10).Google Scholar
  59. 59.
    »Seine Behauptung ist nicht, dass das einzelne exemplum als solches Ubertragbar sei. Im Gegenteil, jeder Fall liegt anders, und mit tieferem Verständnis, gar vollem Einvernehmen unter den Beteiligten ist nicht zu rechne.« Ralf Konersmann, Ein jeder Mensch in seinem Turm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. 11. 1992, S. L 6.Google Scholar
  60. 60.
    Starobinski, a.a.O., S. 39.Google Scholar
  61. 61.
    1557 wird Montaigne Parlamentsrat in Bordeaux. 1571 zieht er sich auf sein Schloss zurück mit der »unumstösslichen Absicht«, den Affairen der Welt in Zukunft fernzubleiben. Doch schon zwei Jahre später wird er als Berater des Königs tätig, um zwischen den feindlichen Parteien des Religionskrieges zu vermitteln. 1581 unternimmt er eine längere Italienreise, wird zum Bürgermeister von Bordeaux gewählt, als welcher er bis 1585 amtiert.Google Scholar
  62. 62.
    Pierre Bayle, Dictionnaire historique et critique, Rotterdam 1697. Deutsche Übersetzung von Johann Christoph Gottsched, Leipzig 1741–1744, 4 Bände.Google Scholar
  63. 63.
    Pierre Bayle, Vorrede zum Dictionnaire, deutsche Ausgabe 1741, S. 1.Google Scholar
  64. 64.
  65. 65.
    Dass Bayle dennoch der Systematik nicht abhold war, wenn es um Gegenstände des reinen Denkens geht, zeigt sein Système de Philosophie, contenant la Logique et la Métaphysique.Google Scholar
  66. 66.
    Bayle, Dictionnaire, a. a. O., Band III, S. 310.Google Scholar
  67. 67.
    Bayle, Réponse aux questions d’un provincial, Rotterdam 1704ff., Band III, S. 725.Google Scholar
  68. 68.
    Bayle, Dictionnaire, a. a. O., Band III, S. 749.Google Scholar
  69. 69.
    Bayle selbst hat allerdings das Lob, das die Cartesianer Alsted zollten, in den Dictionnaire übernommen. A. a. O., Band I, S. 167.Google Scholar
  70. 70.
    Zur Leibniz-Tradition einer Wissenschaftsarchitektur vgl. H. H. Holz, Leibniz, Leipzig 1983, S. 121ff.Google Scholar
  71. 71.
    D’Alembert, Discours préliminaire de l’Encyclopédie, deutsch und französisch Hamburg 1955, S. 12: »Comme Dictionnaire raisonnée des sciences, des arts et des métiers, il doit contenir sur chaque science et sur chaque art, soit libéral, soit mécanique, des principes généraux qui en sont la base, et les détails les plus essentiels qui en font le corps et la substance. (…) Il est facile de s’apercevoir que les sciences et les arts se prêtent mutuellement des secours, et qu’il y a par conséquent une chaîne qui les unit. (…) Le premier pas que nous ayons à faire dans cette recherche, est d’examiner la généalogie et la filiation de nos connaissances, les causes, qui ont dû les faire naître et les caractères qui les distingues.«Google Scholar
  72. 72.
    Ebd., S. 14 und 16: »Toutes nos connaissances directes se reduisent à celles que nous recevons par les sens. (…) Rien n’est plus incontestables que l’existence de nos sensations. (…) La première chose que nos sensations nous apprennent et qui même n’en est pas distinguée, c’est notre existence. (…) La seconde connaissance que nous devons à nos sensations, est l’existence des objets extérieurs, parmie lesquels notre propre corps doit etre compris, puisqu’il nous est, pour ainsi dire, extérieur. (…) Tout cela forme en nous un penchant insurmontable à assurer l’existence des objets auxquels nous rapportons ces sensations, et qui nous paraissent en être la cause.«Google Scholar
  73. 73.
    D’Alembert distanziert sich ebd. davon, die Evidenz für das Werk eines höheren Wesens (l’ouvrage d’un Etre supérieur) zu halten.Google Scholar
  74. 74.
    Ebd., S. 22.Google Scholar
  75. 75.
    Ebd., S. 22: »La communication des idées est la principe et le soutien de cette union, et demande nécessairement l’invention des signes, telle est l’origine de la formation des sociétés avec laquelle les langues ont dû naître.« Die Aufnahme des Konzepts von Condillac, der ebenso von den Sinneseindrücken zu Zeichensystemen aufstieg, ist unverkennbar.Google Scholar
  76. 76.
    Ebd., S. 26.Google Scholar
  77. 77.
    Ebd., S. 30 und 32f. »Nous remarquons que les corps ont un grand nombre de propriétés, mais tellement unies pour la plupart dans un même sujet, qu’afin de les êtudier chacune plus à fond, nous sommes obligés de les considérer séparément. (…) Ainsi par des opérations et des abstractions successives de notre esprit, nous dépouillons la matière de presque toutes ses propriétés sensibles.«Google Scholar
  78. 78.
    Ebd, S. 36: »Ces êtres, immédiatement relatifs à nos besoins, sont aussi ceux qu’il nous importe le plus d’étudier; les abstractions mathématiques nous en facilitent la connoissance; mais elles ne sont utiles qu’autant qu’on ne s’y borne pas.«Google Scholar
  79. 79.
    Ebd., S. 38f.: Cette réduction (…) constitue le véritable esprit systématique, qu’il faut bien se garder de prendre pour l’esprit de Système.« »Diese Reduktion bildet den wahren systematischen Geist, den für den System-Geist zu nehmen man sich jedoch wohl hüten muss.« Die gleiche Entgegensetzung werden wir bei Friedrich Engels wiederfinden.Google Scholar
  80. 80.
    Ebd., S. 52: »Si d’autres en plus grand nombre sont détachées pour nous, et forment des vérités différentes, c’est à la faiblesse de nos lumières que nous devons ce triste avantage. (…) L’univers, pour qui saurait l’embrasser d’un seul point de vue, ne serait, s’il est permis de le dire, qu’un fait unique et une grande vérité.«Google Scholar
  81. 81.
    Denis Diderot, Philosophische Schriften, hg. und übers. von Theodor Lücke, Berlin 1961, Band I, S. 116.Google Scholar
  82. 82.
    Ephraim Chambers, Cyclopedia, or Universal Dictionary of Art and Sciences, London 1728.Google Scholar
  83. 83.
    Diderot, a. a. O., S. 114: »Man besass ja schon Enzyklopädien, und Leibniz wusste das, als er andere verlangte.«Google Scholar
  84. 84.
    Ebd., S. 116. Die Formulierung deckt sich inhaltlich mit der d’Alemberts.Google Scholar
  85. 85.
    Ebd., S. 115.Google Scholar
  86. 86.
    Diderot gebraucht das Wort ebd., S. 150 passim.Google Scholar
  87. 87.
    Ebd., S. 116.Google Scholar
  88. 88.
    Ebd., S. 150. Schon im Prospekt heisst es entsprechend von Francis Bacon: »Da dieses ausserordentliche Genie nicht in der Lage war, die Geschichte all dessen zu schreiben, was man wusste, schrieb er die Geschichte all dessen, was man erlernen musste.« Ebd., S. 117.Google Scholar
  89. 89.
    Robert Darnton, Glänzende Geschäfte. Die Verbreitung von Diderots Enzyklopädie, Berlin 1993. — Für Deutschland vgl. Roland Mortier, Diderot in Deutschland 1750–1850, Stuttgart 1967, S. 117ff. Allerdings ist Mortier sehr undifferenziert in seiner Einschätzung der Diderot-Rezeption, sodass Zwischentöne meist verloren gehenGoogle Scholar
  90. 90.
    Werner Krauss, Notate aus den Vorlesungen von Werner Krauss zu den Enzyklopädisten, TOPOS 8, Bonn 1996, S. 31.Google Scholar
  91. 91.
    Diderot, a.a.O., S. 125.Google Scholar
  92. 92.
    Vgl. hierzu Renate Wahsner, Das Verhältnis von Mathematik und Physik aus der Sicht von Denis Diderot, oder: Diderots Ansätze zu einer Naturdialektik, in NTM- Schriftenreihe Geschichte der Naturwissenschaften, Technik und Medizin, Jg. 24 (1987) Heft 1, S. 13ff.Google Scholar
  93. 93.
    Ebd., S. 15. Diderot schreibt: »Wenn sich die Dinge nach und nach, in unmerklichen feinen Übergängen verändern, so muss die Zeit, die nie stillsteht, zwischen den Formen, die einst existiert haben, den Formen die heute existieren, und den Formen, die in fernen, künftigen Jahrhunderten existieren werden, schliesslich den grössten Unterschied hervorbringen«, a. a. O., S. 466. Damit knüpft er an Leibniz an, verkennt aber die Bedeutung des Umschlags bei ihm.Google Scholar
  94. 94.
    Diderot, ebd., S. 468.Google Scholar
  95. 95.
    Ebd., S. 467f.Google Scholar
  96. 96.
    Ebd., S. 386.Google Scholar
  97. 97.
    Ebd., S. 587.Google Scholar
  98. 98.
    Ebd., S. 585.Google Scholar
  99. 99.
  100. 100.
    Ebd., S. 119 und 123.Google Scholar
  101. 101.
    Werner Krauss, TOPOS, a. a. O., S. 28. Siehe die Ausgabe der 3115 Bildtafeln der Encyclopédie: Diderot, The Complete Illustrations, New York 1978. Die Tafeln zeigen, dass die Encyclopédie einen vorindustriellen Stand der technischen Entwicklung repräsentiert. Siehe die Analyse von Jacques Payen, ebd., S. XI ff., mit der Schlussfolgerung: »Es ist wichtig, hier ein grundlegendes Missverständnis zu vermeiden: Die intellektuelle Revolution, die im 17. Jahrhundert begann (…) sollte nicht mit der industriellen Revolution verwechselt werden. (…) Der Grund, warum die Tafeln der Encyclopédie keine Veränderungen in der Technik widerspiegeln, ist einfach der — wie klar wird, wenn wir die wichtigen Daten studieren — dass sie nicht Symptom einer Veränderung waren, sondern das Indiz ihres unmittelbaren Bevorstehens.« Ebd., S. XXX.Google Scholar
  102. 102.
    Siehe unten, Kapitel 3 dieses Hauptstücks.Google Scholar
  103. 103.
    Bei Abschluss des Gesamtwerkes gab es 4300 Subskribenten, allein 2000 schon aufgrund des Prospekts. Der Verleger investierte 1158 000 livres in die Herstellung und erlöste 2162000 livres.Google Scholar
  104. 104.
    Victor Klemperer, Geschichte derfranzösischen Literatur im 18. Jahrhundert, Band I, Berlin 1954, S. 298f.Google Scholar
  105. 105.
    Immanuel Kant, Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaften, Riga 1786, S. 100.Google Scholar
  106. 106.
    Kant, ebd., S. 95: »Die Wirkung bewegter Körper aufeinander durch Mitteilung ihrer Bewegung heisst mechanisch.«Google Scholar
  107. 107.
    Wie Renate Wahsner und Horst-Heino Borzekowski zeigen, ist dies der Sinn von Newtons Theorie. Gravitation »ist nicht die Eigenschaft eines einzelnen Körpers, sondern die Körper sind gegeneinander schwer. (…) Das Gravitationsgesetz ist die Fixierung bestimmter Wirkungen zwischen Naturkörpern.« Newton und Voltaire Berlin 1980, S. 34 und 37.Google Scholar
  108. 108.
    Vgl. ebd., S. 37, und ausserdem ebd.: »De facto hat Newton auch in seiner Physik die Wechselwirkung einbezogen, aber er sprach dann nicht von ›Materie‹, sondern von ›Natur‹. Damit rückt Newton naturphilosophisch (naturdialektisch!) näher an Leibniz, als dies in den üblichen Interpretationen der Fall ist.Google Scholar
  109. 109.
    Neben den weit verbreiteten Elemens de Philosophie de Newton (erstmals 1738) hat Voltaire noch eine Reihe kleinerer Publikationen zu Newton veröffentlicht.Google Scholar
  110. 110.
    Voltaire, Elemens de Philosophie de Newton, Teil I, Kapitel 7: »De là il découle une vérité incontestable, que cette gravitation n’est pas seulement dans la masse totale de chaque planète, mais dans chaque partie de cette masse; et qu’ainsi il n’y a pas un atome de matière dans l’univers, qui ne soit revêtu de cette propriété.«Google Scholar
  111. 111.
    Wahsner/Borzekowski, a. a. O., S. 39f.Google Scholar
  112. 112.
    Ebd., S. 45ff. Mit der Quintessenz: »Anstelle einer Diskussion der die gravitative Wechselwirkung bestimmenden Gleichungen findet man dementsprechend Beschreibungen der Tatsache, dass die Gravitationskraft durch die Massen und deren Abstand bestimmt wird, also eine Erläuterung der Kraft (…), das heisst lediglich der rechten Seite der Gleichungen.« Ebd., S. 45f. In der neueren Einleitung zur Ausgabe der Elemens von Voltaire, Preprint 42 des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, Berlin, findet sich dazu eine Ergänzung: »Anders gesagt: Voltaire setzt das Gravitationsgesetz mit dem Kraftterm für die Gravitation gleich.« Ebd., S. LXVII.Google Scholar
  113. 113.
    Wahsner/Borzekowski, Voltaire und Newton, a. a. O., S. 45.Google Scholar
  114. 114.
    Ebd., S. 41 und 49.Google Scholar
  115. 115.
    Julien Offray de La Mettrie, L’homme machine (1748, aber schon 1747 ausgeliefert), zweisprachige Ausgabe von Claudia Becker, Hamburg 1990, S. 43 und 97: »Les divers Etats de l’Ame sont donc toujours corrélatifs à ceux du corps. (…) L’Ame n’est donc qu’un vain terme dont on n’a point d’idée, et dont un bon Esprit ne doit se servir que pour nommer la partie qui pense en nous.«Google Scholar
  116. 116.
    Wahsner/Borzekowski, a. a. O., S. 49: »Voltaire sucht nach einer vollständigen Erklärung der Welt und glaubt, sie in der Newton-Mechanik gefunden zu haben.«Google Scholar
  117. 117.
    La Mettrie, a. a. O., S. 137f.: «Concluons donc hardiment que l’Homme est une Machine et qu’il n’y a pas dans tout l’Univers qu’une seule substance diversement modifiée. Ce n’est point ici une Hypothese élévée à force de demandes et de suppositions; ce n’est que (…) la vérité, si je ne me trompe fort. Elle est courte et simple.«Google Scholar
  118. 118.
    Ebd., S. 23: »S’il y a un Dieu, il est Auteur de la Nature, comme de la Révélation; il nous a donné l’une, pour expliquer l’autre; et la Raison, pour les accorder ensemble. (…) Par la Nature seule, on peut découvrir les sens des paroles de l’Evangile.«Google Scholar
  119. 119.
    Ebd., S. 27: »L’expérience et l’observation doivent donc seules nous guider ici.«Google Scholar
  120. 120.
    Ebd., S. 27, 35, 95: »L’Homme est une Machine si composée, qu’il est impossible de s’en faire d’abord une idée claire, et conséquemment de la définir. (…) Ainsi ce n’est qu’à posteriori, ou en cherchant à demêler l’Ame comme au travers des Organes du corps, qu’on peut (…) Le corps humain est une Machine qui monte elle-même ses ressorts; vivante image du mouvement perpétuel. (…) Mais puisque toutes les facultés de l’Ame dépendent tellement de la propre Organisation du Cerveau et de tout le Corps, qu’elles ne sont visiblement que cette Organisation même; voilà une Machine bien éclairée!«Google Scholar
  121. 121.
    Ebd., S. 125: »Je crois la Pensée si peu incompatible avec la matière organisée, qu’elle semble en être une propriété, telle que l’Electricité, la Faculté motrice, l’Impénétrabilité, l’Etendue etc.« Siehe auch Anm. 115.Google Scholar
  122. 122.
    Ebd, S. 119 und 117: »La Nature de mouvement est aussi inconnue que celle de la matière. (…) Il est clairement démontré (…) que la matière se meut par elle-même.«Google Scholar
  123. 123.
    Ebd., S. 21: »Je réduis à deux, les Systèmes des Philosophes sur l’ame de l’Homme. Le premier, et le plus ancien, est le Système du Matérialisme; le second est celui du Spiritualisme.«Google Scholar
  124. 124.
    Siehe Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, B 447; dort wird gesagt, die kosmologischen Ideen, die die Welt »als absolute Totalität des Inbegriffs existierender Dinge« betreffen, könne man »ganz schicklich Weltbegriffe nennen.«Google Scholar
  125. 125.
    Vgl. hierzu Hans Heinz Holz, Medicus Philosophicus. Melchior Adam Weickardt und die weltanschaulichen Hintergründe seines Werks. Privatdruck, Ernst Lüthy zum 70. Geburtstag, S. Abbondio 1995.Google Scholar
  126. 126.
    Der Terminus »bio-psycho-sozial« ist natürlich modern. Vgl. dazu jetzt Hans-Peter Brenner, Der bio-psycho-soziale Ansatz in der Persönlichkeitstheorie, Groninger Dissertation 1998, Bonn 1998.Google Scholar
  127. 127.
    Paul Thiery d’Holbach, System der Natur oder von den Gesetzen der physischen und moralischen Welt (1770), deutsch von Fritz Georg Voigt, Frankfurt am Main 1978.Google Scholar
  128. 128.
    Ebd., S. 23 und 25.Google Scholar
  129. 129.
    Ebd., S. 23f.Google Scholar
  130. 130.
    Vgl. Band III, Hauptstück I, Kapitel 4 und Hauptstiick III, Kapitel 3.Google Scholar
  131. 131.
    d’Holbach, a.a.O., S. 26.Google Scholar
  132. 132.
    Den Ursachenbegriff formuliert Holbach, a. a. O., S. 26, exklusiv: »Eine Ursache ist ein Ding, das ein anderes in Bewegung setzt oder das irgendeine Veränderung in ihm hervorruft. Die Wirkung ist die Veränderung, die ein Körper in einem anderen mittels der Bewegung hervorruft.«Google Scholar
  133. 133.
    Siehe Band I, Hauptstück IV, Kapitel 5.Google Scholar
  134. 134.
    Anmerkung 3 zum 1. Teil des Système, a. a. O., S. 616, belegt dies deutlich.Google Scholar
  135. 135.
    Holbach, a.a.O., S. 49.Google Scholar
  136. 136.
    Ebd., S. 54.Google Scholar
  137. 137.
    Ebd. — Vgl. das analoge Beispiel bei La Mettrie, a. a. O., S. 41, und bei Voltaire im Dictionnaire Philosophique unter dem Stichwort Chaine des événements.Google Scholar
  138. 138.
    Holbach, a.a.O., S. 57.Google Scholar
  139. 139.
    Claude-Adrien Helvétius, De l’Esprit, Amsterdam 1759; und De l’Homme et de son éducation, London 1773 (postum). Ich zitiere nach der schönen Ausgabe Oeuvres d’Helvétius, Paris 1792, mit der bemerkenswerten Widmung: A Claude-Adrien Helvétius, victime du despotisme théocratique et ministériel, cette édition de ses oeuvres a été dediée, l’an mil sept cent quatre-vingt-douze, le quatrième de la raison en France, par un véritable ami du bon sens.Google Scholar
  140. 140.
    Helvétius, De l’Homme, a. a. O., Disc. II, chap. 2, a. a. O., Bd. III, S. 107, Anmerkung: »En effet, que désigne le mot DIEU? la cause encore inconnue de l’ordre et du mouvement. Or, que dire d’une cause inconnue? attache-t-on d’autres idées à ce mot Dieu? on tombe, comme le prouve Robinet, dans mille contradictions. Un théologien observe-t-il les courbes décrites par les astres? en conclut-il qu’il est une force qui les meut? Coeli enarrant gloriam Dei? ce théologien n’est plus alors qu’un physicien ou un astronome. (…) Qu’est-ce donc que la théologie? je l’ignore.«Google Scholar
  141. 141.
    Helvétius, De l’Esprit, Disc. 1, chap. 1, a. a. O., Bd. I, S. 75f.: »Nous avons en nous deux facultés, ou, si j’ose le dire, deux puissances passives, dont l’existence est généralement et distinctement reconnue. L’une est la faculté de recevoir les impressions différentes que font sur nous les objets extérieur: on la nomme sensibilité physique. L’autre est la faculté de conserver l’impression que ces objets ont faite sur nous: on l’appelle mémoire, et la mémoire n’est autre chose qu’une sensation continuée, mais affoiblie.« De l’Homme, Disc. II, chap. 2, a. a. O., S. 115, Anmerkung 1: »Le livre De l’Esprit dit que la mémoire n’est en nous qu’une sensation continuée, mais affoiblie. Dans le vrai, la mémoire n’est qu’un effet de la faculté de sentir. Sans la faculté de sentir., la mémoire productrice de notre esprit seroit sans fonctions: elle seroit nulleGoogle Scholar
  142. 142.
    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Werke 20, S. 299: »In Ansehung der Erkenntnis sind sehr allgemeine oberflächliche Gedanken zu finden, abstrakte Gedanken — immer so gut und geistreicher als unsere —, die ihrem Inhalte nach konkret sein sollten und auch waren, aber so oberflächlich aufgefasst wurden, dass sie ungenügend für das Abzuleitende waren. So: dass die Natur ein Ganzes sei, alles durch Gesetze bestimmt sei, durch Zusammenkommen verschiedener Bewegungen, Kette von Ursachen und Wirkungen und dergleichen; die verschiedenen Eigenschaften, Materien, Verbindungen der Dinge bringen alles hervor. Das sind allgemeine Redensarten, mit denen man Bücher anfüllen kann; sie zeigen sich auch bald sehr ungenügend.«Google Scholar

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