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Die Ausgangslage um 1700

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Zusammenfassung

Nähme man die Lobpreisungen des »siècle de Louis XIV« und den Fortschrittsoptimismus der französischen Auf klärungsphilosophen als Massstab für die Einschätzung der 140 Jahre zwischen dem Westfälischen Frieden (1648) und der Französischen Revolution (1789), so müsste man diese Epoche als eine Zeit wachsender Produktivität, steigenden Wohlstands und zunehmender Verbesserung der menschlichen Lebensverhältnisse betrachten. In der Tat spricht man im Blick auf das spätere 17. und auf das 18. Jahrhundert vom »Aufstieg des Bürgertums« bzw. der aufsteigenden bürgerlichen Gesellschaft; und das Wort insinuiert eher die Vorstellung einer positiven Wachstumskurve als die Assoziation der Schwierigkeiten und Hindernisse bei einer extrem schwierigen Kletterpartie im Hochgebirge.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Einen eingehenden Überblick gibt Josef Kulischer, Allgemeine Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Darmstadt 1958, Band II, knapper, aber übersichtlich die grossen Linien herausarbeitend Hans Hausherr, Wirtschaftsgeschicht der Neuzeit, Weimar 1955.Google Scholar
  2. 2.
    Lucien Goldmann, Der christliche Bürger und die Aufklärung, Neuwied und Berlin 1968, S. 22. In seinen Studien zu Pascal und zum Jansenismus ist Goldmann dann viel differenzierter. Es ist indessen charakteristisch, dass ein globaler Epochenbegriff wie Aufklärung zu solchen im Grunde nichtssagenden Allgemeinheiten verleitet. Das gilt z. B. auch für den ersten Teil von Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung, Frankfurt am Main 1969, unter dem Titel »Der Begriff der Aufklärung.«Google Scholar
  3. 3.
    Johan Huizinga, Holländische Kultur im 17. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1977.Google Scholar
  4. 4.
    Ein Zentrum naturwissenschaftlicher Forschung war die 1575 gegründete Universität Leiden, zum ersten Mittelpunkt des Cartesianismus wurde gleich nach ihrer Gründung 1636 die Universität Utrecht, im Norden stand die 1614 gegründete Universität Groningen in der Tradition des Humanismus eines Rodolphus Agricola, die von Ubbo Emmius und Martinus Schoock in die Universitätsneugründung eingebracht wurde. Vgl. dazu Arjo Vonderjagt, Rodolphus Agricola Groningensis, Allgemeene Tijdschrift voor Wijsbegeerte, Jg. 77/4, 1985, S. 209 ff. — Ders., Filosofie tussen humanisme en eclecticisme, in: G. van Gemert e.a. (Hg), Om niet aan onwetendheid en barbarij to bezwijken. Groningse geleerden 1614–1989, Hilversum 1989, S. 30 ff.Google Scholar
  5. 5.
    Siehe z. B. Theo Verbeek, Descartes and the Dutch, Carbondale and Edwardsville 1992.Google Scholar
  6. 6.
    J. Kulischer, a. a. O., S. 66: »Wo früher 30, 40, ja 50 Tagelöhner beschäftigt waren, finden sich nunmehr 3 bis 4.«Google Scholar
  7. 7.
    Kulischer, a.a.O., S. 166.Google Scholar
  8. 8.
    H. Hausherr, a. a. O., S. 219 verweist auf die zeitgenössische Literatur: Thomas Mun, England’s Treasure by Foreign Trade, London 1664 (geschrieben 1630), Josiah Child, Discourse upon Trade, London 1668, und The New Discourse of Trade, London 1690. Charles Davenant, An Essay on the Probable Methods of Making a People Gainers in the Balance of Trade, London 1699 (= Works, Bd. II, London 1771).Google Scholar
  9. 9.
    H. Hausherr, a. a. O., S. 246.Google Scholar
  10. 10.
    Ebd., S. 248.Google Scholar
  11. 11.
    Die Missstände beim Wahlverfahren — Stimmenkauf, Übertölpelung der politisch gleichgültigen, weil einflusslosen unteren Volksschichten, Wahlgeschenke — und die das Volk drückenden Lasten hat William Hogarth in seinem Zyklus »The Election Series« von 1755 bildlich dargestellt. In Literatur und Bildkunst Englands hat sich eine spontane Dialektik erhalten, die der englischen Philosophie im 18. Jahrhundert verloren gegangen ist.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. hierzu die gesammelten Studien von Hermann Klenner zur englischen Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts, Dialectica minora Band 13, Köln 1998.Google Scholar
  13. 13.
    H. Hausherr, a. a. O., S. 256f.Google Scholar
  14. 14.
    J. Kulischer, a.a.O., S. 157.Google Scholar
  15. 15.
  16. 16.
    Ebd., S. 80.Google Scholar
  17. 17.
    H. Hausherr, a. a. O., S. 258.Google Scholar
  18. 18.
    Peter Richard Rohden, Französische Geschichte, Leipzig 1943, S. 98.Google Scholar
  19. 19.
    Ebd., S. 99f.Google Scholar
  20. 20.
    H. Hausherr, a. a. O., S. 257.Google Scholar
  21. 21.
    Ebd., S. 196f.Google Scholar
  22. 22.
    Ebd., S. 196.Google Scholar
  23. 23.
    Zu seinen Projekten bemerkt Leibniz allerdings illusionslos: »Aber leider gehet es mit uns in Manufakturen, Kommerzien, Mitteln, Miliz, Justiz, Regierungsform mehr und mehr zum schlechten, da dann kein Wunder, dass auch Wissenschaften und Künste zu Boden gehen.« Gottfried Wilhelm Leibniz, Politische Schriften, hg. von Hans Heinz Holz, Frankfurt am Main und Wien 1966, Band II, S. 51.Google Scholar
  24. 24.
    Golo Mann, Das Zeitalter des dreissigjährigen Krieges, in: Golo Mann/Alfred Heuss (Hg), Propyläen-Weltgeschichte, Band VII, Frankfurt am Main und Berlin 1964, Taschenbuchausgabe 1976, S. 146.Google Scholar
  25. 25.
    Leibniz’ philosophisches, religionspolitisches und staatspolitisches Bemühen kann ganz unter diesem Gesichtspunkt verstanden werden. Vgl. Hans Heinz Holz, Leibniz eine Monographie, Leipzig 1983; derselbe: Leibniz und Europa, Festvortrag am Leibniz-Tag der Leibniz-Sozietät 1996, Sitzungsberichte der Leibniz-Soziatät Es gibt zahlreiche politische und juristische Memoranden von Leibniz zu einer europäischen Friedensordnung, aber auch Niederschriften, die den inneren sozialen Frieden zum Ziel haben; viel Zeit und Arbeit hat er in seine Anstrengungen zur Herstellung des konfessionellen Friedens, letztlich mit dem Ziel der Wiedervereinigung der Konfessionen investiert; und das philosophische Konzept einer Ordnung kompossibler Verschiedener ist der Versuch, die logisch-ontologische Grundlage für die Idee einer friedlichen, harmonischen Welt zu finden.Google Scholar
  26. 26.
    Abbé de St. Pierre, Projet pour rendre la paix perpétuelle en Europe, 3 Bände Utrecht 1713. Vgl. dazu Werner Bahner, Der Friedensgedanke in der Literatur der französischen Aufklärung, in: Werner Krauss/Hans Mayer, Grundpositionen der französischen Aufklärung, Berlin 1955, S. 139ff.Google Scholar
  27. 27.
    Nicoiao Merker hat in seiner vorzüglichen Darstellung der deutschen Aufklärung, Die Aufklärung in Deutschland, München 1982, deren selbständigen Charakter doch wohl überschätzt. Wo die deutschen Aufklärer, auch auf europäischen Niveau, einen eigenen Akzent setzten, geschah das da, wo sie (im Gegensatz zu den Tendenzen der westeuropäischen Aufklärung) an den metaphysischen Systemkonzepten der Leibniz-Tradition festhielten und sie in die Problemstellungen des 18. Jahrhunderts einbrachten, also eigentlich »altmodisch« blieben. Kant konnte dann an diese ungebrochene schulphilosophische Linie einer konstruktiven Systemphilosophie anknüpfen.Google Scholar
  28. 28.
    Siehe dazu Georg Lukacs, Fortschritt und Reaktion in der deutschen Literatur, Berlin 1947.Google Scholar
  29. 29.
    Bernard de Fontenelle, Oeuvres VI, S. 399ff.: »De nouvelles vérités naissaient des précédentes; et en cette matière, plus les générations sont nombreuses, plus elles sont noble.«Google Scholar
  30. 30.
    Werner Krauss, Essays zur französischen Literatur, Berlin und Weimar 1968, S. 157f. 1685 hatte schon Furetiere geschrieben, »que les anciens étaient demeuré au milieu de la carrière que ceux-ci (scil. les modernes) ont heureusement fourni.« Ebd., S. 156 (»Die Alten waren in der Mitte des Weges stehen geblieben, den die Modernen glücklicherweise zu Ende gegangen sind«).Google Scholar
  31. 31.
    Werner Krauss, Essays, a. a. O., S. 163f.: »Was den Modernisten unrecht gab, das war das schnelle Absinken der Literatur von dem zur Zeit von Perrault noch eingenommenen klassischen Höhepunkt. Vor allem diese Erfahrung, aber auch die Unnahbarkeit der modernistischen Kritik am klassischen Altertum bewirkten, dass in der Folgezeit das ganze Gebiet der Literatur von der Habenseite des Fortschritts weggeschrieben wurde.«Google Scholar
  32. 32.
    Fontenelle schreibt in der Digression sur les Anciens et les Moderner. »Ein kultivierter Schöngeist ist sozusagen aus allen Geistern der vergangenen Jahrhunderte zusammengesetzt; er ist nichts anderes als eben der Geist, der sich während jener Zeiten kultiviert hat.« — »Un bon esprit cultivé est, pour ainsi dire, composé de tous les esprits des siècles précédents; ce n’est qu’un même esprit qui s’est cultivé pendant tout ce temps-là.« Zitiert nach Werner Krauss, Fontenelle, München 1969, S. 154. — Das Buch enthält neben der Abhandlung von Krauss eine 160 Seiten starke Textauswahl.Google Scholar
  33. 33.
    Ebd., S. 56: »Nos pères l’ont cru; prétendrions-nous être plus sages qu’eux?«Google Scholar
  34. 34.
    Ebd., S. 154: »Ainsi cet homme qui a vécu depuis le commencement du monde jusqu’à présent, a eu son enfance, où il ne s’est occupé que des besoins les plus pressants de la vie; sa jeunesse, où il a assez bien réussi aux choses d’imagination, telles que la poésie et l’éloquence, et où mème il a commencé a raisonner, mais avec moins de solidité que de feu. Il est maintenant dans l’âge de virilité, où il raisonne avec plus de force, et a plus de lumières que jamais; mais il serait bien plus avancé, si la passion de la guerre ne l’avait occupé longtemps, et ne lui avait donné du mépris pour les sciences auxquelles il est enfin revenu.«Google Scholar
  35. 35.
    Noch Oswald Spenglers Morphologie der Kulturen orientiert sich an diesem Muster. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Wien 1918/München 1922.Google Scholar
  36. 36.
    Werner Krauss, Essays, a. a. O., S. 159.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. Hans Heinz Holz, Bewegung — Veränderung — Fortschritt, Annalen der internationalen Gesellschaft für dialektische Philosophie, V, Köln 1988, S. 31ff.Google Scholar
  38. 38.
    Fontenelle, nach Werner Krauss, a. a. O., S. 155: »Un savant de ce siècle-ci contient dix fois un savant du siècle d’Auguste; mais il en a eu dix fois plus de commodités pour devenir savant.«Google Scholar
  39. 39.
    Ebd., S. 175: »Les mathématiques n’ont pas seulement donné, depuis quelque temps, une infinité de vérités de l’espèce qui leur appartient, elles ont encore produit assez généralement dans les esprits une justesse plus précieuse peut-être que toutes ces vérités. (…) Le fameux Descartes a enseigné aux géomètres des routes qu’ils ne connaissaient point encore, et a donné aux physiciens une infinité de vues.«Google Scholar
  40. 40.
    Werner Krauss, Die Literatur der französischen Frühaufklärung, Frankfurt am Main 1971, 5. 16. — Ders., Notate aus Vorlesungen von Werner Krauss zur Periodisierung der Aufklärung, TOPOS 8, Bonn 1996, S. 19f.Google Scholar
  41. 41.
    Werner Krauss, Notate, a. a. O., S. 25.Google Scholar
  42. 42.
    Ebd., S. 24.Google Scholar
  43. 43.
    Ebd., S. 25.Google Scholar
  44. 44.
  45. 45.
    Hans Joachim Lope, Französische Literaturgeschichte, Heidelberg 1978, S. 134f.Google Scholar
  46. 46.
    Siehe dazu die Hauptstücke II — V in Band I.Google Scholar
  47. 47.
    Baruch Spinoza, Theologisch-politischer Traktat, cap. 7: »Ad Scripturam interpretandam necesse est eius sinceram historiam adornare et ex ea tanquam ex certis datis et principiis mentem auctorum Scripturae legitimis consequentiis concludere. (…) Notandum, quod Srcripturae de rebus saepissime agit, quae ex principiis lumine naturali notis deduci nequeunt; eius enim maximam partem historiae et revelationes componunt. At historiae miracula potissimum continent, hoc est, narrationes rerum insolitarum naturae, opinionibus et iudiciis historicorum, qui eas scripserunt, accomodatas; revelationes autem opinionibus etiam prophetarum accomodatae sunt.«Google Scholar
  48. 48.
    Ebd., cap. 7: »I. Debet naturam et proprietates linguae continere, qua libri Scripturae scripti fuerunt et quam eorum auctores loqui solebant. (…) II. Sententias uniuscuiusque libri colligere debet, easque ad summa capita redigere, ut sic omnes, quae de eadem re reperiuntur, in promptu habere possimus; deinde eas omnes, quae ambiguae vel obscurae sunt, vel quae invicem repugnare videntur, notare. (…) III. Denique enarrare debet haec historia casus omnium librorum prophetarum, quorum memoria apud nos est.«Google Scholar
  49. 49.
    Ebd.: »In rebus speculativis prophetae inter se dissentiebant et rerum narrationes maxime accomodatae sunt uniuscuiusque aevi praeiudiciis.«Google Scholar
  50. 50.
    Ebd., cap. 14: »Qui enim omnia quae in Scriptum habentur promiscue amplectitur tamquam universalem et absolutam de Deo doctrinam, nec accurate cognovit, quidnam captui vulgi accomodatum sit, non poterit vulgi opiniones cum divina doctrina non confundere, et hominum commenta et placita pro divinis documentis non venditare, Scripturaeque auctoritate non abuti.«Google Scholar
  51. 51.
    Die Ring-Parabel in Lessings Nathan weist in diese Richtung.Google Scholar
  52. 52.
    Spinoza, Theologisch-politischer Traktat, cap. 14: »(…) quousque ratione fidei uniuscuiusque libertas sentiendi quae vult, se extendit, et quosnam, quamvis diversa sentientes, tamquam fideles tamen adspicere tenemur (…).«Google Scholar
  53. 53.
    Ebd.: »A fidei definitione incipiam, quae ex hoc dato fundamento sic definiri debet: nempe quod nihil aliud sit, quam de Deo talia sentire, quibus ignoratis tollitur erga Deum oboediantia, et quae hac oboediantia posita necessario ponuntur. (…) fidem per se absque operibus mortuam esse.«Google Scholar
  54. 54.
    Ebd.: »Qui enim iustitiam et caritatem amant, eos per hoc solum fideles esse scimus. (…) Hinc sequitur, ad fidem catholicam sive universalem nulla dogmata pertinere, de quibus inter honestos potest dari controversia.«Google Scholar
  55. 55.
    André Tosel, Spinoza ou la crépuscule de la servitude, Paris 1984, S. 105. Tosel rekonstruiert die Argumentation des Theologisch-politischen Traktats dargestalt, dass die Ethik als dessen Substruktur erkennbar wird und der — wie mir scheint — aporetische Zusammenhang von metaphysischer Notwendigkeit und politischer Freiheit bei Spinoza durchschaubar wird.Google Scholar
  56. 56.
    Detlev Pätzold, Spinoza-Aufklärung-Idealimus, Frankfurt am Main 1995, S. 29.Google Scholar
  57. 57.
    Ebd., Kapitel 2. Vgl. ebd., S. 44, wo über die Interpretationsvarianten gesagt wird, »dass sie darin übereinkommen, dass sie die Ethica stets in Relation zur Leibnizschen Philosophie setzen, d.h. parallel zur Assimilation spinozistischen Denkens erfolgt gleichzeitig eine neue, vom Wolffianismus unabhängigere Rezeption der Leibnizschen Philosophie.«Google Scholar
  58. 58.
    Berhard Groethuysen, Origines de l’esprit bourgeois en France, Paris 1927, S. XXGoogle Scholar
  59. 59.
    Siehe dazu Band I, Hauptstück III, Kapitel 1.Google Scholar
  60. 60.
    Vgl. B. Groethuysen, a. a. O., S. 99ff.Google Scholar
  61. 61.
    Paul Hazard, La Pensée Européenne au XVIII. Siècle, Paris 1946, Band II, S. 164.Google Scholar
  62. 62.
    Ebd., S. 172.Google Scholar
  63. 63.
    Condillac, Logique, Avant-propos: »Il était naturel aux hommes de suppléer à la faiblesse de leurs bras par les moyens que la nature avait mis à leur portée, et ils sont été mécaniciens avant de chercher à l’ètre. C’est ainsi qu’ils sont été logiciens.«Google Scholar
  64. 64.
    Vgl. die vorzügliche Darstellung der Philosophie Bayles durch Ludwig Feuerbach, Pierre Bayle, Gesammelte Werke Band IV, Berlin 1967.Google Scholar
  65. 65.
    Fénélon, Abrégé de la vie des plus illustres philosophes de l’antiquité, Paris 1714, Lettre sur les anciens et les modernes: »Ma conclusion est qu’on ne peut trop louer les modernes qui font de grands efforts pour surpasser les anciens. Une si noble émulation promet beaucoup. Elle me paraîtraît dangereuse si elle allait jusqu’à mépriser et à cesser d’étudier ces grands originaux.«Google Scholar
  66. 66.
    Paul Hazard, a.a.O., Band I, S. 151f. Im folgenden Kapitel zeigt Hazard die Dominanz des Naturkonzepts in Religion, Wissenschaft, Recht und Moral auf. Vgl. S. 152, 174, 196, 219ff.Google Scholar
  67. 67.
    Hans Heinz Holz, Leibniz, Frankfurt am Main / New York 1992, S. 39ff. Siehe auch Band I, Hauptstück V.Google Scholar
  68. 68.
    Vgl. Wybe Sierksma, Zur Ontologie des Verstandes, Köln 1993, cap. 1, § 3. Sierksma rekonstruiert den Prozess des Übergangs vom Sensualismus Lockes zur Dialektik bei Leibniz durch die Stufen von suppléer, joindre, adjouter und lever, auf denen sich das Verhältnis von Leibniz zu Locke entfaltet. Schon bei Leibniz erscheint die Idee als »Ausdruck der Natur« (une expression de la nature); ebd. S. 141.Google Scholar
  69. 69.
    Voltaire, Dictionnaire philosophique: »Toute l’antiquité a maintenu que rien n’est dans notre entendement qui n’ait été dans nos sens. Descartes, dans ses romans, prétendit que nous avions des idées métaphysiques avant de connaître le teton de notre nourrice. Une faculté de théologie proscrivit ce dogme: (…) Toutes les facultés du monde n’empêcheront jamais les philosophes de voir que nous commençons par sentir, et que notre mémoire n’est qu’une sensation continuee. (…) Les notions métaphysiques ne viennent que par les sens.«Google Scholar
  70. 70.
    Werner Krauss, Notate, a. a. O., S. 15.Google Scholar
  71. 71.
  72. 72.
    Das schreibt Julien Benda im Vorwort zu seiner Ausgabe des Dictionnaire: Voltaire, Dictionnaire Philosophique par Julien Benda, Paris o.J. Dort auch eine Übersichtliche Tabelle, die die Varianten der Ausgaben von 1764, 1765, 1767, 1769, 1770 und 1774 ausweist.Google Scholar
  73. 73.
    Voltaire, a. a. O., Stichwort Sensation.Google Scholar
  74. 74.
    Ebd., Stichwort Idée.Google Scholar
  75. 75.
    Condillac, Essai über den Ursprung der menschlichen Erkenntnisse, deutsch von Ulrich Ricken, Leipzig 1977, S. 57 und 60.Google Scholar
  76. 76.
    Ihnen hat Condillac eine eigene kritische Abhandlung gewidmet, den Traité des systémes, 1749.Google Scholar
  77. 77.
    Condillac, Essai, I. Teü, 3. Sektion, § 6, 8, 9; a. a. O., S. 137.Google Scholar
  78. 78.
    Ebd., Einleitung, a. a. O., S. 63.Google Scholar
  79. 79.
    Ebd., Teil I, Sektion 1, Kapitel 1, § 8, a. a. O., S. 70Google Scholar
  80. 80.
    Condillac, Traité des sensations, Paris 1754, Teil I, Kapitel 7, § 1: »Avant prouvé que notre statue est capable de donner son attention, de se ressouvenir, de comparer, de juger, de discerner, de imaginer; qu’elle a des notions abstraites, des idées de nombre et de durée; qu’elle connoît des vérités générales et particulieres; qu’elle forme des désirs, se fait des passions, aime, hait, veut; qu’elle est capable d’espérance, de crainte et d’étonnement; et enfin qu’elle contracte des habitudes: nous devon sconclure qu’avec un seul sens l’entendement a autant de facultés, qu’avec les cinq réunis.«Google Scholar
  81. 81.
    In unserer Zeit hat Helmuth Plessner diesen Gedanken in Die Einheit der Sinne, Gesammelte Schriften Band III, Frankfurt am Main 1980, wieder aufgenommen und mit den Mitteln einer ebenso sinnesphysiologisch-empirischen wie transzendentalphänomenologischen Methode ausgeführt. Vgl. dazu Hans Heinz Holz, Die Systematik der Sinne, in: J. Friedrich/B. Westermann (Hg), Unter offenem Horizont. Anthropologie nach Helmuth Plessner, Frankfurt am Main 1995, S. 117ff.Google Scholar
  82. 82.
    Condillac, Traité des sensations, a. a. O., Teil IV, Kapitel 9, § 1. »Nous ne saurions nous appliquer toutes les suppositions que j’ai faites; mais elles prouvent au moins, que toutes nos connoissances viennent des sens, et particulierement du toucher; parceque c’est lui qui instruit les autres. (…) § 3. Voilà le germe de tout ce que nous sommesGoogle Scholar
  83. 83.
    Es ist ein fundamentales Missverständnis, die Abfolge der Sinnesregionen als eine Art naturgeschichtliche Folge zu denken, wie Hegel in der Enzyklopädie § 442; dort spricht er von »der anthropologischen zusammenhängenden Entwicklung des Individuums«, »nach welcher die Vermögen und Kräfte als nacheinander hervortretend und in der Existenz sich äussernd betrachtet werden — ein Fortgang, auf dessen Erkenntnis eine zeidang (von der Condillacschen Philosophie) ein grosser Wert gelegt worden ist.« Genau so hat Condillac seinen Aufbau der Sinnlichkeit nicht gemeint, sondern vielmehr als ein typologisches Aufsteigen vom Einfachsten zum Reichhaltigsten. Im folgenden scheint Hegel das auch zuzugeben: »Es ist hierin die Richtung nicht zu verkennen, die mannigfaltigen Tätigkeitswesen des Geistes bei der Einheit desselben begreiflich zu machen und einen Zusammenhang der Notwendigkeit aufzuzeigen.« Ebd.Google Scholar
  84. 84.
    Condillac, Traité des sensation, Conclusion § 1: »Plus nous nous éloignerons de ce que les Sensations étoient au commencement, plus la vie de notre être se développera, se variera: elle s’étendra à tant de choses, que nous aurons de la peine à comprendre, comment toutes nos facultés peuvent avoir un principe commun dans la Sensation.«Google Scholar
  85. 85.
    Ebd., § 3: »Autant de besoins, autant de jouissances différentes; autant de degrés dans la besoin, autant de degrés dans la jouissance.«Google Scholar
  86. 86.
    Condillac, Logique, a. a. O., Teil I, Kapitel 1: »Nos sens sont les premières facultés que nous remarquons; c’est par eux seuls que les impressions des objets viennent jusqu’à l’âme. (…) Si nous n’avions jamais eu aucun sens, nous ne connaîtrions aucun des objets de la nature. (…) Il se trouvera que nous ne leur apprendrons que ce qu’ils savaient faire. Comme ils ont commencé seuls à développer leurs facultés, ils sentiront qi’ils les peuvent développer encore, s’ils font, pour achever ce développement, ce qu’ils ont fait pour le commencer.«Google Scholar
  87. 87.
    Condillac, Traité des sensations, Dissertation sur la Liberté, § 4: »(…) rencontrera, non-seulement des obstacles à ses desirs, elle sera encore souvent bien éloignée de trouver quelque sorte de plaisir dans les objets qu’elle aura recherchés; quelquefois même elle éprouvera des maux auquels elle ne s’étoit pas attendue.«Condillac spricht hier immer noch von der fiktiven Statue, die er zur Simulation der condition humaine benutzt; darum im genus femininum.Google Scholar
  88. 88.
    Ebd., §6.Google Scholar
  89. 89.
    Ebd., § 7: »Lorsqu’elle a plusieurs désirs, elle les considere donc par les moyens de les satisfaire, par les obstacles à surmonter, par les plaisirs de la jouissance, et par les peines auxquelles elle peut être exposée. Elle les compare sous chacun de ses égards. (…) Et au lieu de chercher l’objet qui offre le plaisir le plus vif, elle observe celui, où il y a le plus de plaisir avec le moins de peine.«Google Scholar
  90. 90.
    Ebd., § 12: »La Liberté n’est que le pouvoir de faire ce qu’on ne fait pas, ou de ne pas faire ce qu’on fait.«Google Scholar
  91. 91.
    Ebd., § 14: »Il ne faut pas donc demander en générale, si on a le pouvoir de vouloir et de ne pas vouloir; mais il faut demander, si quand on veut, on a celui de ne pas vouloir; si et quand on ne veut pas, on a celui de vouloir.«Google Scholar
  92. 92.
    Ebd., § 15: »Si on ne délibere pas, on ne choisit pas; on ne fait que suivre l’impression des objets. En pareils cas, la Liberté ne sauroit encore avoir lieu. Mais pour délibérer, il faut connoître les avantages et les inconvéniens d’obéir à ses désirs ou d’y résister; et la délibération, comme nous avos vu, suppose de l’expérience et des connoissances. La liberté en suppose donc également.«Google Scholar
  93. 93.
    Ebd. § 17 und 18: »La Liberté ne consiste donc dans des déterminations indépendantes de l’action des objets, et de toute influence des connoissances que nous avons acquises. (…) La Liberté consiste donc dans des déterminations, qui, en supposant que nous dépendons tousjours par quelque endroit de l’action des objets, sont une suite des délibérations que nous avons faites, ou que nous avons eu le pouvoir de faire.«Google Scholar

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