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Die Analogien der Erfahrung

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Zusammenfassung

Das zweite Buch der »transzendentalen Analytik« vollzieht mit der Entfaltung der Grundsätze den letzten Schritt zum Übergang von dem System der reinen Verstandesbegriffe, der Kategorien, zu deren Anwendung auf die Mannigfaltigkeit des empirisch Gegebenen. Dies ist der Ort, an dem nun eigentlich die Frage nach der Verfassung einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft solle auftreten können, entschieden wird.1 Das System aller Grundsätze des reinen Verstandes entwirft den Rahmen, innerhalb dessen metaphysische, das heisst die Welt im ganzen betreffende, Aussagen sollen getroffen werden dürfen: »In dem Ganzen aller möglichen Erfahrung liegen aber alle unsere Erkenntnisse, und in der allgemeinen Beziehung auf dieselbe besteht die transzendentale Wahrheit, die vor aller empirischen vorhergeht, und sie möglich macht.«2

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Anmerkungen

  1. 1.
    Den Zusammenhang der Problematik der Analogien der Erfahrung mit der Gestalt einer spekulativen Dialektik habe ich in meiner Groninger Antrittsvorlesung Natur und Gehalt spekulativer Sätze, Köln 1980 ausgeführt.Google Scholar
  2. 2.
    Kant, KrV A 146; B 185Google Scholar
  3. 3.
    Kant, KrV A 149; B 188.Google Scholar
  4. 4.
    Kant, KrV B 112 f.Google Scholar
  5. 5.
    Die Frage nach den im systematischen Ansatz Kants liegenden Gründen und nach den in seiner Denkbewegung liegenden Motiven für die zwischen 1781 und 1787 sich durchsetzende Verschärfung des subjektiv-idealistischen Charakters der transzendentalen Begründung der Philosophie sei hier beiseite gesetzt. Unser Interesse gilt vielmehr den metaphysischen Substruktionen, die dem regulativen Gebrauch der reinen Vernunft zugrunde liegen, der darauf hinausläuft, »den Verstand zu einem gewissen Ziele zu richten, in Aussicht auf welches die Richtungslinien aller seiner Regeln in einen Punkt zusammenlaufen« (A 644; B 672). Dem aber dient, wie es in der »Schlussanmerkung zur ganzen Antinomie der reinen Vernunft« heisst, »die Analogie, nach der wir die Erfahrungsbegriffe nutzen, um uns von intelligibelen, von denen wir an sich nicht die mindeste Kenntnis haben, doch irgendeinen Begriff zu machen.« (A 566, B 594).Google Scholar
  6. 6.
    Kant, KrV A 216; B 263.Google Scholar
  7. 7.
    Kant, KrV B 161. Ebenso, aber ausführlicher, in A 110: »Es ist nur eine Erfahrung, in welcher alle Wahrnehmungen als im durchgängigen und gesetzmässigen Zusammenhange vorgestellet werden. (…) Die durchgängige und synthetische Einheit der Wahrnehmungen macht nämlich gerade die Form der Erfahrung aus, und sie ist nichts anders, als die synthetische Einheit der Erscheinungen nach Begriffen.«Google Scholar
  8. 8.
    Kant bestimmt in der Logik das Prinzip der Analogie folgendermassen: »Die Urteilskraft, indem sie vom Besondern zum Allgemeinen fortschreitet, um aus der Erfahrung, mithin nicht apriori (empirisch) allgemeine Urteile zu ziehen, schliesst entweder von vielen auf alle Dinge einer Art, oder von vielen Bestimmungen und Eigenschaften, worin Dinge von einerlei Art zusammenstimmen, auf die übrigen, sofern sie zu demselben Prinzip gehören. Die erstere Schlussart heisst der Schluss durch Induktion, die andre der Schluss nach der Analogie.« Akademie-Ausgabe IX, S. 133.Google Scholar
  9. 9.
    Kant, KrV A 117. »Nun kommen zwar in der Erfahrung die Wahrnehmungen nur zufalliger Weise zu einander, so, dass keine Notwendigkeit ihrer Verknüpfung aus den Wahrnehmungen selbst erhellet, noch erhellen kann, weil Apprehension nur eine Zusammenstellung des Mannigfaltigen der empirischen Anschauung, aber keine Vorstellung von der Notwendigkeit der verbundenen Existenz der Erscheinungen, die sie zusammenstellt, in Raum und Zeit in derselben angetroffen wird.« (B 219). Kant muss jetzt die in A 118 f. entwickelte konstitutive Rolle der Einbildungskraft zurücknehmen und stattdessen nach einem anderen Weg von der Kontingenz der Erfahrungsinhalte zur Notwendigkeit der synthetischen Einheit der Welt suchen. Er findet diesen Weg, indem er die artifizielle Unterscheidung der empirischen Zusammenstellung des Mannigfaltigen in der Zeit von der notwendigen Verbindung in der Zeit überhaupt einführt (B 219), eine Lösung, die nicht zu überzeugen vermag. — Die Einbildungskraft hätte den Ubergang von der Erfahrung zum spekulativen Denken der Totalität vollziehen können; das wäre die Einlösung des ursprünglichen Programms der KrV gewesen; insoweit stimme ich Martin Heideggers Deutung zu; eine grundsätzlich andere Deutung schwebt mir jedoch vor, wenn ich meine, dass Kant in der Einbildungskraft die von Leibniz der Monade zugeschriebenen Vermögen der perceptio und des appetitus als einheitliche Leistung zu fassen versuchte und daran scheitern musste, dass er die Leibnizschen Strukturprinzipien einer universalen Naturdialektik auf den erkenntnistheoretischen Aspekt des Subjekt-Objekt-Verhältnisses reduzierte. In dieselbe Schwierigkeit verwickelten sich dann ja auch Fichte und Schelling.Google Scholar
  10. 10.
    Kant, KrV A 115.Google Scholar
  11. 11.
    Kant, KrV A 120–125.Google Scholar
  12. 12.
    Dies wird in § 11 der B-Version der Transzendentalen Analytik verdeutlicht: »So ist die Allheit (Totalität) nichts anders als die Vielheit als Einheit betrachtet« (B 111 — Hervorhebung von mir).Google Scholar
  13. 13.
    Kant, KrV A 117: »Der synthetische Satz: dass alles verschiedene empirische Bewusstsein in einem einigen Selbstbewusstsein verbunden sein müsse, ist der schlechthin erste und synthetische Grundsatz unseres Denkens überhaupt. Es ist aber nicht aus der Acht zu lassen, dass die blosse Vorstellung Ich in Beziehung auf alle anderen (deren kollektive Einheit sie möglich macht) das transzendentale Bewusstsein sei. Diese Vorstellung mag nun klar (empirisches Bewusstsein) oder dunkel sein, daran liegt hier nichts, ja nicht einmal an der Wirklichkeit derselben, sondern die Möglichkeit der logischen Form alles Erkenntnisses beruhet notwendig auf dem Verhältnis zu dieser Apperzeption als einem VermögenGoogle Scholar
  14. 14.
    Kant, KrV A 122.Google Scholar
  15. 15.
    Kant, KrV A 123.Google Scholar
  16. 16.
    Kant, KrV A 98–110.Google Scholar
  17. 17.
    Kant, KrV B 274 ff.Google Scholar
  18. 18.
    Kant, KrV B 275.Google Scholar
  19. 19.
    Im Übergang von A zu B werden diese Voraussetzungen im Sinne des subjektiven Idealismus präzisiert und verschärft. Die Deduktion der reinen Verstandesbegriffe ist der tragende Grund der Systematik der KrV. Es ist darum in höchstem Masse belangvoll, dass Kant gerade diesen Abschnitt in der 2. Auflage völlig neu geschrieben, die Argumentation neu konzipiert hat.Google Scholar
  20. 20.
    Gottfried Wilhelm Leibniz, Opuscules et fragments inédits, ed. L. Couturat, Paris 1903, S. 183.Google Scholar
  21. 21.
    Der Ausdruck stammt von Helmuth Plessner, der ihn allerdings in anderem Zusammenhang einführt.Google Scholar
  22. 22.
    Gottfried Wilhelm Leibniz, Kleine Schriften zur Metaphysik, hg. und übers. von Hans Heinz Holz, Darmstadt und Frankfurt 1965, S. 17 und 9: »Zur Existenz ist notwendig, dass die Zusammenstellung aller Bedingungen vorhanden ist. (…) Das notwendige Seiende enthält in sich alle Bedingungen der Dinge. (…) Weil es keinen irgendwie bestimmenden oder begrenzenden Grund gibt, wird es so gross sein, wie es am grössten sein kann oder absolut unendlich.«Google Scholar
  23. 23.
    Kant, KrV A 162.Google Scholar
  24. 24.
    Kant, KrV A 158; B 197Google Scholar
  25. 25.
    Kant, KrV A 115Google Scholar
  26. 26.
    Kant, KrV A 116Google Scholar
  27. 27.
    Kant, KrV B 462 f.Google Scholar
  28. 28.
    Kant, KrV B 490 ff.Google Scholar
  29. 29.
    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Wissenschaft der Logik, Werke (Suhrkamp), Frankfurt am Main 1969, Band 5, S. 218 = Gesammelte Werke Band 21, Hamburg 1985, S. 181.Google Scholar
  30. 30.
    Kant, KrV A 107Google Scholar
  31. 31.
    Mithin lässt sich sagen, dass Kants metaphysischer und erkenntnistheoretischer Standpunkt der des bürgerlichen Individuums ist und den Schein der Autonomie des Einzelnen reproduziert, den die Produktionsverhältnisse der bürgerlichen Gesellschaft erzeugen. Jede Philosophie, die das Ganze ausgehend vom Einzelnen konstruieren will, verwickelt sich in die Kantschen Widersprüche, die sich darin theoretisch ausdrücken, dass Kant die Dialektik nur als »Logik des Scheins« zu fassen vermag. Die sich in immer neuen Rekonstruktionen auf immer niedrigerem Niveau manifestierende Überlebenskraft des Kantianismus im 19. und 20. Jahrhundert spiegelt die ideologische Situation einer Klasse, die ihre Hegemonie nur erhalten kann, solange der Standpunkt des Individuums nicht verlassen wird. Dies ist der Grund, warum auch Revisionismen am Marxismus stets mit der Rückkehr zu Kant verknüpft sind. Die praktisch-politische Seite metaphysischer Positionen wird an diesem Fall eklatant deutlich.Google Scholar
  32. 32.
    Manfred Buhr, Vernunft, Mensch, Geschichte, Berlin 1977, S. 76 hat darauf hingewiesen, dass Kants praktische Philosophie, ausgehend von dem »geselligungeselligen Wesen« des Individuums, dem gleichen Idealismus bei der Konstruktion der Gemeinschaft handelnder Vernunftwesen verfallen muss. Die metaphysischen Antinomien (1, 2, und 4) wiederholen sich in der moralischen (3).Google Scholar
  33. 33.
    Das Ergebnis des ersten Buchs der Analytik ist, »dass die Kategorien von Seiten des Verstandes die Gründe der Möglichkeit aller Erfahrung überhaupt enthalten.« Daraus folgt die weitere Aufgabe: »Wie sie aber die Erfahrung möglich machen, und welche Grundsätze der Möglichkeit derselben sie in ihrer Anwendung auf Erscheinungen an die Hand geben, wird das folgende Hauptstück von dem transzendentalen Gebrauche der Urteilskraft das mehrere lehren.« (B 167).Google Scholar
  34. 34.
    Kant, KrV 115 f. Vgl. auch B 159 ff.Google Scholar
  35. 35.
    Kant, KrV A 116.Google Scholar
  36. 36.
    Kant, KrV B 111 ff.Google Scholar
  37. 37.
    Kant, KrV B 112.Google Scholar
  38. 38.
    Kant verfehlt damit sein eigenes Ziel, die Überwindung des englischen Empirismus. Die Verschärfung des Subjektivismus in B gegenüber A ist Ausdruck einer Kapitulation des Metaphysikers Kant vor dem Skeptiker Hume; der erkenntnistheoretische Transzendentalismus ist das Reduit, auf das sich die dialektische Vernunftphilosophie vor dem »Positivismus« zurückzog.Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. zum Beispiel die Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels, Königsberg und Leipzig 1755. Dazu Renate Wahsner, Das Aktive und das Passive, a.a.O., S. 66 ff. Wahsner zeigt deutlich den Umschlag von einer materialistischen Metaphysik, die an den antiken Atomismus auf Leibnizsche Weise anknüpft (Atome nämlich als Kraftpunkte deutend), zu einer idealistischen Wissenschaftstheorie der Physik, die axiomatisch verfährt; ebd., S. 76 ff. Doch sehe ich nicht, dass Wahsner die innere Dialektik von Materialismus und Idealismus bei diesem Verfahren durchschaut und im Sinne eines materialistischen Wissenschaftsbegriffs auflösen kann, wie er in Engels’ Dialektik der Natur angezielt wird. Vgl. dazu Band III, Hauptstück III, Kapitel 3.Google Scholar
  40. 40.
    Am Beispiel Kants lässt sich zeigen, dass es keinen »dritten Weg« zwischen Idealismus und Materialismus, keine »mittlere Lösung« für die »Grundfrage der Philosophie« geben kann; das Tertium oder die Mitte werden als nicht-materialistisch selbst immer wieder idealistisch sein müssen, wenn überhaupt dualistisch Sein und Denken, Objekt und Subjekt, Ding an sich und Ich einander gegenübergestellt werden. Eine materialistische Philosophie ist notwendig monistisch und fasst die Einheit von Sein und Bewusstsein, von Objekt und Subjekt gemäss dem Modell des Widerspiegelung. Vgl. auch Hans Heinz Holz, Stichwort Grundfrage der Philosophie, in: H. J. Sandkühler (Hg), Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften, Hamburg 1990.Google Scholar
  41. 41.
    Dies ist die Konsequenz, die in der sog. »Frankfurter Schule« Horkheimers, Adornos und ihrer Nachfolger gezogen wurde. Der »Frankfurter« Neomarxismus läuft letztlich auf eine soziologistisch gewendete Transzendentalphilosophie hinaus.Google Scholar
  42. 42.
    Kant, KrV A 216; B 263: »Unsere Analogien stellen also eigentlich die Natureinheit im Zusammenhange aller Erscheinungen unter gewissen Exponenten dar.«Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. hierzu Band I, Hauptstück 4, Kapitel 3–5.Google Scholar
  44. 44.
    Gottfried Martin, Leibniz, Logik und Metaphysik, Berlin 1967, weist richtig darauf hin, dass Leibniz darum nur zwei fundamentale Kategorien kennt: Substanz und Relation (besser: Substantialität und Relationalität).Google Scholar
  45. 45.
    Kant, KrV A 180; B 222.Google Scholar
  46. 46.
    Ludwig Feuerbach, Leibniz, Gesammelte Werke hg. von Werner Schuffenhauer, Band 3, Berlin 1969 (1984), S. 89 f. Lenin exzerpiert diese Stelle und bemerkt dazu NB. W.I. Lenin, Werke, Band 38, Berlin 1964, S. 69.Google Scholar
  47. 47.
    Hegel, Phänomenologie des Geistes, Werke (Suhrkamp), a.a.O., Band III, S. 39 = Gesammelte Werke Band 9, Hamburg 1980, S. 29.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. hierzu Band III, S. 438 ff.Google Scholar
  49. 49.
    Kant, KrV B 109 ff.Google Scholar
  50. 50.
    Kant, KrV B 113.Google Scholar
  51. 51.
    Kant, KrV A 68; B 93.Google Scholar
  52. 52.
    Kant, KrV A 70; B 95.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. KrV A 73; B 98 f. Hier wird als Bedingung der disjunktiven Urteile ihre Koexistenz im Ganzen der wahren Erkenntnis genannt.Google Scholar
  54. 54.
    Kant, KrV A 218; B 265.Google Scholar
  55. 55.
    Kant, KrV B 263.Google Scholar
  56. 56.
    Kant, KrV B 225.Google Scholar
  57. 57.
  58. 58.
    Kant, KrV B 226.Google Scholar
  59. 59.
    Kant, KrVB 226 f.Google Scholar
  60. 60.
    Kant, KrVB 227.Google Scholar
  61. 61.
    Kant, KrVB 230.Google Scholar
  62. 62.
    Kant, KrVB 231. Kant bezieht hier eine Position, die der aristotelischen Analyse der Bewegung, des Werdens widerspricht. Vgl. Aristoteles, Physik Buch V–VII. Hamburg 1987, 2. Halbband mit der Übers, von H. G. Zekl.Google Scholar
  63. 63.
    Siehe dazu Heinrich Ropohl, Das Eine und die Welt, Leipzig 1936.Google Scholar
  64. 64.
    Vgl. dazu Band I, Hauptstück IV, Kapitel 3.Google Scholar
  65. 65.
    Zenon, B 3. Es ist allerdings ein Missverständnis, wenn man meint, Zenon habe damit die Realität der Bewegung widerlegen wollen. Vielmehr hat er die Unangemessenheit der Verstandeskategorien für das Begreifen der Wirklichkeit des Seins demonstriert, um damit dem spekulativen Seinsbegriff des Parmenides Raum zu schaffen. Auch Platon hat dies in seinem nicht ohne programmatische Absicht »Parmenides« genannten Dialog so verstanden.Google Scholar
  66. 66.
    Siehe Band II, Hauptstück I, Kapitel 3, S. 106 ff.Google Scholar
  67. 67.
    Vgl. Renate Wahsner, a.a.O.Google Scholar
  68. 68.
    Ebd., S. 67.Google Scholar
  69. 69.
    Vgl. Edmund Husserl, Erfahrung und Urteil, Hamburg 1948,, S. 73 ff.Google Scholar
  70. 70.
    Kant, KrVB 184.Google Scholar
  71. 71.
    Kant, KrVB 185.Google Scholar
  72. 72.
    Kant, KrVB 152: »Sie ist, als figürlich, von der intellektuellen Synthesis ohne alle Einbildungskraft bloss durch den Verstand unterschieden.« C. Ch. E. Schmid, Wörterbuch zum leichtern Gebrauch der Kantischen Schriften, Jena. 1798, definiert genau: »die selbstthätige Verbindung der einzelnen reinen Anschauungen der Zeit- und Raumtheile.« Ebd., S. 201. Kant nannte sie in der Anthropologie eine exhibitio originaria oder auch dichtend. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, Königsberg 1798 (A), S. 67.Google Scholar
  73. 73.
    Kant, KrVB 34; A 20. Der Bezug auf die Anschauung in der passiven Formulierung lässt die Möglichkeit zu, dass die Form der Anschauung in der Anschauung selbst liegt.Google Scholar
  74. 74.
    Kant, KrVB 296 und 303.Google Scholar
  75. 75.
    Kant, KrVB 297.Google Scholar
  76. 76.
    Kant, KrVB 298.Google Scholar
  77. 77.
    Vgl. Hans Heinz Holz, Natur und Gehalt spekulativer Sätze, a.a.O.Google Scholar
  78. 78.
    Parmenides, B 8.Google Scholar
  79. 79.
    Kant, KrVB 298.Google Scholar
  80. 80.
    Kant, KrVB 447.Google Scholar
  81. 81.
  82. 82.
    Kant, KrVB 306 f.: »Da der Verstand, wenn er einen Gegenstand in einer Beziehung bloss Phänomen nennt, er sich zugleich ausser dieser Beziehung noch eine Vorstellung von einem Gegenstande an sich selbst macht, und sich daher vorstellt, er könne sich auch von dergleichen Gegenstande Begriffe machen, und, da der Verstand keine andere als die Kategorien liefert, der Gegenstand in der letzteren Bedeutung wenigstens durch diese reine Verstandesbegriffe müsse gedacht werden können, dadurch aber verleitet wird, den ganz unbestimmten Begriff von einem Verstandeswesen, als einem Etwas überhaupt ausser unserer Sinnlichkeit, für einen bestimmten Begriff von einem Wesen, welches wir durch den Verstand auf einige Art erkennen könnten, zu halten.«Google Scholar
  83. 82a.
    Kant, KrVB 309.Google Scholar
  84. 83.
    Kant, KrVB 307.Google Scholar
  85. 84.
    Kant, KrVB 310.Google Scholar
  86. 85.
    Kant, KrVB XVI.Google Scholar
  87. 86.
    Kant, KrV A 251 f.Google Scholar
  88. 87.
    Kant, KrV A 252Google Scholar
  89. 88.
    Kant, KrVB 307Google Scholar
  90. 89.
    Kant, KrV A 250 f.Google Scholar
  91. 90.
    Kant, KrVB 294 f.Google Scholar
  92. 91.
    Kant, KrV A 7.Google Scholar
  93. 92.
    Vgl. Immanuel Kant, Was heisst: sich im Denken orientieren? Berlinische Monatsschrift Oktober 1786, S. 304 ff.Google Scholar
  94. 93.
    In unserer Zeit hat Hermann Lübbe vom philosophischen Wissen als »Orientierungswissen« gesprochen.Google Scholar
  95. 94.
    Kant, KrVB 362.Google Scholar
  96. 95.
    Kant, KrVB 349 f. und 454.Google Scholar
  97. 96.
    Kant, KrVB 364.Google Scholar
  98. 97.
  99. 98.
    Kant, KrVB 391.Google Scholar
  100. 99.
    Die organisatorische Kraft und Ingeniosität, mit der Kant den systematischen Aufbau von Verstandes- und Vernunftregion durchführt, ist bewundernswert. Es ist ihm in der Tat gelungen, die Konstitution der Gegenstandswelt aus einer Entfaltung der Urteilsformen hervorgehen zu lassen und so von der Architektur des Systems her die Ausgangsposition zu beglaubigen, derzufolge in der prädikativen Synthesis des Denkens der Schlüssel zur Erkenntnis und deren einzige Gestalt gegeben ist. Umso bedenkenswerter sind die Grenzen, an die er bei diesem Unternehmen stösst.Google Scholar
  101. 100.
    Kant, KrVB 391 f.Google Scholar
  102. 101.
    Vgl. Hans Heinz Holz, Was sind und was leisten metaphysische Modelle, in: Lothar Bertold (Hg), Zur Architektonik der Vernunft, Berlin 1990, S. 362 ff.Google Scholar
  103. 102.
    Kant, KrVB 698. Weiter unten noch einmal emphatisch: »Er ist nur ein nach Bedingungen der grössten Vernunfteinheit geordnetes Schema.« Ebd.Google Scholar
  104. 103.
    Kant, KrVB 703.Google Scholar
  105. 104.
    In etwas aggressiverem Vortrag tritt das deutlich zutage, wie Fichte erfahren musste. Vgl. Werner Röhr (Hg) Appellatio an das Publikum (…). Dokumente zum Atheismusstreit Jena 1798/99, Leipzig 1991.Google Scholar
  106. 105.
    Kant, KrVB 703.Google Scholar
  107. 106.
    Kant, KrVB 436.Google Scholar
  108. 107.
    Kant, KrVB 443Google Scholar
  109. 108.
    Hier kommt wieder das Konzept der modernen Naturwissenschaften ins Spiel, die Naturverhältnisse als Verhältnisse von Messgrössen behandeln. Dass Kant dies im Sinne hat, geht aus seiner Subsumtion des Raumes (der Simultaneität) unter die Zeit (die Sequenz) hervor: »Allein die Synthesis der mannigfaltigen Teile des Raumes, wodurch wir ihn apprehendieren, ist doch sukzessiv, geschieht also in der Zeit und enthält eine Reihe. Und da in dieser Reihe der aggregierten Räume (z.B. der Füsse in einer Rute) von einem gegebenen an die weiter hinzugedachten immer die Bedingung von der Grenze der vorigen sind, so ist das Messen eines Raumes auch als eine Synthesis einer Reihe der Bedingungen zu einem gegebenen Bedingten anzusehen.« B 439.Google Scholar
  110. 109.
    Kant, KrVB 441.Google Scholar
  111. 110.
    Vgl. Hans Heinz Holz, Was sind und was leisten metaphysische Modelle, a.a.O.; ders., Natur und Gehalt spekulativer Sätze, a.a.O.Google Scholar
  112. 111.
    Hegel, Wissenschaft der Logik, W 5, S. 219 = GW 21, S. 181 f.Google Scholar
  113. 112.
    Hegel, ebd., W 6, S. 361 und 169 ff. = GW 12, Hamburg 1981, S. 97 = GW 11, Hamburg 1978, S. 357.Google Scholar
  114. 113.
    Hegel, Wissenschaft der Logik, W 5, S. 218 = GW 21, S. 181.Google Scholar
  115. 114.
    Vgl. Band III, S. 112 ff. Und Hans Heinz Holz, Dialektik und Widerspiegelung, Köln 1983, S. 40 ff.Google Scholar
  116. 115.
    Hegel, Logik fir die Mittelklasse, Werke (Suhrkamp) Band 4, Frankfurt am Main 1970, S. 162 ff., hier: S. 186.Google Scholar
  117. 116.
    Hegel, Wissenschaft der Logik, W 5, S. 225 und 111 = GW 21, S. 187 und 92.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1998

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