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Karl Philipp Moritz Die Melancholie des Lesens

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Zusammenfassung

Ein wichtiges Zeugnis für den Erfolg der Insel Felsenburg ist nachzutragen: Sie hat einen ebenso emphatischen wie empathischen Leser gefunden, der als prominenter Melancholiker in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Sein Name ist Anton Reiser. In Karl Philipp Moritz’ (1756–1793) gleichnamigem Roman heißt es:

Die Erzählung von der Insel Felsenburg tat auf Anton eine sehr starke Wirkung, denn nun gingen eine Zeitlang seine Ideen auf nichts Geringers, als einmal eine große Rolle in der Welt zu spielen, und erst einen kleinen, denn immer größern Zirkel von Menschen um sich her zu ziehen, von welchen er der Mittelpunkt wäre: dies erstreckte sich immer weiter, und seine ausschweifende Einbildungskraft ließ ihn endlich sogar Tiere, Pflanzen, und leblose Kreaturen, kurz alles, was ihn umgab, mit in die Sphäre seines Daseins hineinziehen, und alles mußte sich um ihn, als den einzigen Mittelpunkt, umher bewegen, bis ihm schwindelte.

Dieses Spiel seiner Einbildungskraft machte ihm damals oft wonnevollre Stunden, als er je nachher wieder genossen hat.1

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Notizen

  1. 1.
    Karl Philipp Moritz, Anton Reiser. Ein psychologischer Roman, in: ders., Werke, hrsg. von Horst Günther, 3 Bde., Frankfurt a. M. 1981, Bd. I: Autobiographische und poetische Schriften, 33–399, 55 f.Google Scholar
  2. 4.
    Vgl. auch »Lesen«, in: Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, VI. Bd., Leipzig 1885, 774–786.Google Scholar
  3. 10.
    Vgl. Jakobson, »Linguistik und Poetik«; dazu S. 12 f. dieser Studie; auch Manfred Frank, »Vom unausdeutbaren zum undeutbaren Text. Zwei Vorlesungen zum Verhältnis von Hermeneutik und Poetik bei Derrida«, in: ders., Was ist Neostrukturalismus?, Frankfurt a. M. 1984, 573–606.Google Scholar
  4. 12.
    Vgl. Hans Joachim Schrimpf, »Das Magazin zur Erfahrungsseelenkunde und sein Herausgeber«, Zeitschrift für deutsche Philologie, 99 (1980), 161–187, 186.Google Scholar
  5. vgl. v. a. Raimund Bezold, Popularphilosophie und Erfahrungsseelenkunde im Werk von Karl Philipp Moritz, Würzburg 1984, 116 ff.Google Scholar
  6. 13.
    Zu den Konkurrenzunternehmungen vgl. Anke Bennholdt-Thomsen und Alfredo Guzzoni, »Nachwort«, in: Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte, hrsg. von Carl Philipp Moritz, neuhrsg. von Anke Bennholdt-Thomsen und Alfredo Guzzoni, 10 Bde., Lindau i. B. 1978 f. (Faksimilenachdruck), X, 1–65, 29 ff.Google Scholar
  7. 14.
    Vgl. Karl Philipp Moritz, »Vorschlag zu einem Magazin einer Erfarungs-Seelenkunde«, Deutsches Museum, 1 (1782), 485–503, abgedruckt in Bd. I der von Bennholdt-Thomsen und Guzzoni hrsg. Ausgabe des Magazins (künftig im fortlaufenden Text zitiert unter der Sigle V).Google Scholar
  8. 16.
    Martin L. Davies, »Karl Philipp Moritz’s Erfahrungsseelenkunde. Its Social and Intellectual Origins«, Oxford German Studies, 16 (1985), 13–35, 26 f.CrossRefGoogle Scholar
  9. 17.
    Sybille Frickmann, »›Jeder Mensch nach dem ihm eignen Maaß‹. Karl Philipp Moritz’ Konzept einer ›Seelenkrankheitskunde‹«, German Quarterly, 61 (1988), 387–402, 390 f.;CrossRefGoogle Scholar
  10. Sybille Kershner, Karl Philipp Moritz und die »Erfahrungsseelenkunde«. Literatur und Psychologie im 18. Jahrhundert, Herne 1991, 100 f., 163 f., Anm. 40.Google Scholar
  11. 29.
    vgl. Claudia Kestenholz, Die Sicht der Dinge. Metaphorische Visualität und Subjektivitätsideal im Werk von Karl Philipp Moritz, München 1986, 55, 68, 73, 78.Google Scholar
  12. 30.
    Vgl. »Kreis«, in: J. C. Cooper, Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole, Leipzig 1986, 97–99, 97.Google Scholar
  13. 53.
    Vgl. John Pustejovsky, »Moritz, Deafmutes and the Myth of the Sign«, Lessing Yearbook, 21 (1989), 141–155, 141 ff.Google Scholar
  14. 55.
    Rüdiger Campe, Affekt und Ausdruck. Zur Umwandlung der literarischen Rede im 17. und 18. Jahrhundert, Tübingen 1990, 276 f., hat auf die Bedeutung der Sprachpraxis, die zugleich ›lautmalende‹ und ›affektiv-expressive‹ Funktion der stimmlichen Hervorbringung in Moritz’ Sprachpsychologie hingewiesen, in der die subjektive Selbstbezüglichkeit des Sprechenden gleichermaßen in den Akt des Sprechens selbst hinein verlegt erscheint.CrossRefGoogle Scholar
  15. 60.
    Über den Zwang zur Oralität in der Taubstummenpädagogik vgl. Stefan Rieger, »Unter Sprechzwang. Zur Geschichte der Taubstummenpädagogik im 18. und 19. Jahrhundert«, Das Zeichen. Zeitschrift zum Thema Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser, 21 (1992), 257–269.Google Scholar
  16. 65.
    Zum Archivcharakter des Magazins vgl. auch Manfred Schneider, »Liturgien der Erinnerung, Techniken des Vergessens«, Merkur, 41/8 (1987), 676–686, 682.Google Scholar
  17. 68.
    Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Werke, Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, hrsg. von Erich Trunz, Bd. VI: Romane und Novellen I, München 1981, 5–124, 123 f.Google Scholar
  18. 69.
    vgl. Hannelore Schlaffer, »Eine Psychologie des Lesens im achtzehnten Jahrhundert. Immanuel David Maucharts ›Bemerkungen über den gewöhnlichen Gang der Phantasie‹ (Einführung und Text)«, Jahrbuch der Jean-Paul-Gesellschaft, 15 (1980), 131–153;Google Scholar
  19. 75.
    Allgemeines Repertorium […] herausgegeben von M. J. D. Mauchart, Diaconus zu Nürtingen in Wirtemberg, und auswärtigem Mitgliede der literarischen Gesellschaft zu Halberstadt, VI. Bd., Nürnberg 1801, 148–153, 150.Google Scholar
  20. 77.
    Initiiert wurde diese Betrachtungsweise durch Karl Friedrich Klischnig, Erinnerungen aus den zehn letzten Lebensjahren meines Freundes Anton Reiser als ein Beitrag zur Lebensgeschichte des Herrn Hofrath Moritz, Berlin 1794, der sein Buch zum fünften Teil des Anton Reiser stilisierte (jetzt neu aufgelegt unter dem Titel Mein Freund Anton Reiser. Aus dem Leben des Karl Philipp Moritz, hrsg. und mit Anmerkungen versehen von Heide Hollmer und Kirsten Erwentraut, mit einem Nachwort von Ralph Rainer Wuthenow, Berlin o. J. [1993]).Google Scholar
  21. Vgl. auch Hugo Eybisch, Anton Reiser. Untersuchungen zur Lebensgeschichte von K. Ph. Moritz und zur Kritik seiner Autobiographie, Leipzig 1909.Google Scholar
  22. Eybisch rekonstruiert Moritz’ Lebensgeschichte anhand des Romans. Die Übereinstimmung des im Roman Geschilderten mit historisch dokumentierten Fakten bestätigt für die Braunschweiger Zeit Peter Albrecht, »Einige Anmerkungen zu Karl Philipp Moritz’ens Aufenthalt bei dem Hutmacher Lobenstein in Braunschweig«, Braunschweigisches Jahrbuch, 61 (1980), 151–162.Google Scholar
  23. Eine psychoanalytische Deutung des Autors, in deren Zentrum der Vaterkonflikt steht, unternimmt Adam John Bisanz, Die Ursprünge der Seelenkrankheit bei Karl Philipp Moritz, Heidelberg 1970.Google Scholar
  24. 78.
    Vgl. Wolf Wucherpfennig, »Versuch über einen aufgeklärten Melancholiker. Zum Anton Reiser von Karl Philipp Moritz«, in: Freiburger literaturpsychologische Gespräche, Bd. I, hrsg. von Johannes Cremerius, Wolfgang Mauser, Carl Pietzcker, Frederick Wyatt, Frankfurt a. M., Bern 1981, 167–193;Google Scholar
  25. Joachim Dyck, »Zur Psychoanalyse der Melancholie. Karl Philipp Moritz, Anton Reiser«, in: Kontroversen, alte und neue. Akten des VII. Internationalen Germanisten-Kongresses Göttingen 1985, hrsg. von Albrecht Schöne, Bd. VI: Frauensprache-Frauenliteratur? — Für und Wider einer Psychoanalyse literarischer Werke, hrsg. von Inge Stephan und Carl Pietzcker, Tübingen 1986, 177–182.Google Scholar
  26. Zu Karl Philipp Moritz’ ›Anton Reiser‹«, in: Jochen Hörisch, Georg Christoph Tholen (Hrsg.), Eingebildete Texte. Affairen zwischen Psychoanalyse und Literaturwissenschaft, München 1985, 65–77, sieht in der literarischen Struktur des Romans eine »Spaltung der einen Person in ›Autor‹ und ›fìktive Figur‹« als Wiederholung der biographischen »Spaltung in einen selbstbeobachtenden und einen beobachteten, unter ständiger Aufsicht lebenden Teil« (65 f.).Google Scholar
  27. 80.
    Bruno Preisendörfers Arbeit Psychologische Ordnung — Groteske Passion. Opfer und Selbstbehauptung in den Romanen von Karl Philipp Moritz, St. Ingbert 1987 betrachtet, soweit ich sehe, als einzige den Text konsequent als rhetorisch organisierten diskursiven Raum, freilich ohne vom Schema der Melancholie her zu argumentieren.Google Scholar
  28. Der formtheoretische Ansatz von Josef Fürnkäs Der Ursprung des psychologischen Romans. Karl Philipp Moritz’ »Anton Reiser‹, Stuttgart 1977 berührt sich in ihrer Zentralstellung der Melancholie am ehesten mit der vorliegenden.Google Scholar
  29. 84.
    Vgl. auch Heinrich Kaulen, »Erinnertes Leid. Karl Philipp Moritz: Anton Reiser«, Literatur in Wissenschaft und Unterricht, 15 (1982), 137–156, 139.Google Scholar
  30. 87.
    Mark Boulby, Karl Philipp Moritz. At the Fringe of Genius, Toronto, Buffalo, London 1979, 48;Google Scholar
  31. 90.
    Vgl. dazu auch D. Stevens Garlick, »Moritz’s Anton Reiser. The dissonant Voice of Psycho-Autobiography«, Studi Germanici, N. S. 21/22 (1983/84), 41–60.Google Scholar
  32. 91.
    Vgl. auch Walter Gartier, »›Verdrängung‹. Zur Topographie einer ›kleinen Ökonomie« in Karl Philipp Moritz’ ›Anton Reiser‹«, in: Unglückliche Bücher oder die Marginalität des Realen. Eine Untersuchung im Vorfeld des deutschen Idealismus, Wien 1988, 59–138, 148–159, 68.Google Scholar
  33. 93.
    Vgl. etwa auch Dietrich Weber, »Lektüre im Anton Reisen, in: Leser und Lesen im 18. Jahrhundert. Colloquium der Arbeitsstelle Achtzehntes Jahrhundert der Gesamthochschule Wuppertal, Heidelberg 1977, 58–61, undGoogle Scholar
  34. Ralph-Rainer Wuthenow, »Bücher und Theaterwelt im Anton Reiser«, in: ders., Im Buch die Bücher oder Der Held als Leser, Frankfurt a. M. 1980, 87–95;Google Scholar
  35. Robert Stockhammer, »Lebensgeschichte als Lesergeschichte: Anton Reiser (K. Ph. Moritz)«, in: ders., Leseerzählungen. Alternativen zum hermeneutischen Verfahren, Stuttgart 1991, 193–204, behandelt die Problematik der Lektüre im Hinblick auf ein Nichtgelingen von Individualität.Google Scholar
  36. Anton Reisers literarische Sozialisation ist auch beschrieben bei Hans-Georg Pott, »Was heißt: sich im Lesen orientieren? Der Fall ›Anton Reiser‹«, in: Wer wird nicht einen Dichter loben? Literatur — Verständnis und Vermittlung. Eine Anthologie für Wilhelm Gössmann zum 65. Geburtstag, hrsg. von Joseph A. Kruse, Monika Salmen and Klaus-Heinrich Roth, Düsseldorf 1991, 131–146.Google Scholar
  37. 95.
    Vgl. Friedrich A. Kittler, Aufschreibesysteme 1800/1900, München 21987, 37 ff.Google Scholar
  38. 109.
    Über den Zusammenhang von Melancholie und Aberglauben vgl. das Kapitel »Melancholia superstitionis: das abergläubische Temperament«, in: Martin Pott, Aufklärung und Aberglaube. Die deutsche Frühaufklärung im Spiegel ihrer Aberglaubenskritik, Tübingen 1992, Kap. V 267–335.Google Scholar
  39. 120.
    Vgl. Anselm Haverkamp, »Illusion und Empathie. Die Struktur der ›teilnehmenden Lektüre‹ in den Leiden Werthers«, in: Erzählforschung. Ein Symposion, hrsg. von Eberhard Lämmert, Stuttgart 1982, 243–268, 260.Google Scholar
  40. 121.
    Gerhart Pickerodt, »Das ›poetische Gemähide‹. Zu Karl Philipp Moritz’ ›Werther‹- Rezeption«, Weimarer Beiträge, 36/2 (1990), 1364–1368, konzentriert sich auf Moritz’ Aufsatz »Über ein Gemähide von Goethe« von 1792 und kommt zu dem überzeugenden Schluß einer entstellenden Lektüre von Goethes Text durch Moritz.Google Scholar
  41. 123.
    Robert Mühlher, »Karl Philipp Moritz und die dichterische Phantasie«, in: ders., Deutsche Dichter der Klassik und Romantik, Wien 1976, 79–259, 96, weist darauf hin, daß der Theologe Bahrdt 1773 empfahl, zukünftige Prediger durch Schauspieler unterweisen zu lassen und dafür Herders heftigen Widerspruch erntete.Google Scholar
  42. Vgl. auch Eckehard Catholy, Karl Philipp Moritz und die Ursprünge der deutschen Theaterleidenschaft, Tübingen 1962, 5.Google Scholar
  43. Jahrhunderts war (vgl. Gert Mattenklott, Klaus R. Scherpe, »Ästhetik als Geschichtsphilosophie. Die Theorie der Kunstautonomie in den Schriften Karl Philipp Moritzens«, in: dies. [Hrsg.], Westberliner Projekt: Grundkurs 18. Jahrhundert. Die Funktion der Literatur bei der Formierung der bürgerlichen Klasse Deutschlands im 18. Jahrhundert, Kronberg/Ts. 1974, 243–271, 245).Google Scholar
  44. 127.
    Vgl. Giovanni Gurisatti, »Die Beredsamkeit des Körpers. Lessing und Lichtenberg über die Physiognomik des Schauspielers«, DVjs, 67/3 (1993), 393–416.Google Scholar
  45. 128.
    Vgl. Grete Lüers, Die Sprache der deutschen Mystik des Mittelalters im Werke der Mechthild von Magdeburg, Darmstadt 1966, 180 f.;Google Scholar
  46. August Langen, Der Wortschatz des deutschen Pietismus, Tübingen 1968, 333 ff.Google Scholar
  47. 129.
    Auf »die prekäre Affinität von Blödigkeit und Melancholie« verweist Georg Stanitzek, »Blödigkeit oder Melancholie? Ihre Nähe, ihre Differenz«, Blödigkeit. Beschreibungen des Individuums im 18. Jahrhundert, Tübingen 1985, 27–59, 35, Anm. 92.Google Scholar
  48. 137.
    Das Gedicht fügt sich mühelos in die Reihe jener Dutzendware von Melancholiegedichten wie sie Charlotte Kahn, Die Melancholie in der deutschen Lyrik des 18. Jahrhunderts, Heidelberg 1932, Revue passieren läßt.Google Scholar
  49. 148.
    Albert Meier, »Sprachphilosophie in religionskritischer Absicht. Karl Philipp Moritz’ Kinderlogik in ihrem ideengeschichtlichen Zusammenhang«, DVjs, 67/2 (1993), 252–266, der das Gewicht seiner Argumentation auf die Depotenzierung der christlichen Gottesvorstellung zugunsten menschlicher Ermächtigung und Vervollkommnung legt und von daher die Selbstaufhebungsstruktur des Denkens in Moritz’ Modell weniger aporetisch bewertet als Bezold.Google Scholar
  50. 150.
    Zum Problem des Dilettantismus vgl. H. Rudolf Vaget, »Das Bild vom Dilettanten bei Moritz, Schiller und Goethe«, Jahrbuch des Freien deutschen Hochstifts (1970), 1–31;Google Scholar
  51. vgl. auch ders., »Goethes und Schillers Schemata über den Dilettantismus«, in: Benno von Wiese (Hrsg.), Von Lessing bis Grabbe. Studien zur deutschen Klassik und Romantik, Düsseldorf 1968, 58–107.Google Scholar
  52. 152.
    Hugo von Hofmannsthal, »Ein Brief«, Gesammelte Werke in zehn Einzelbänden, Erzählungen, Erfundene Gespräche und Briefe, Reisen, hrsg. von Bernd Schoeller in Beratung mit Rudolf Hirsch, Frankfurt a. M. 1979, 461–472, 465.Google Scholar
  53. 160.
    Vgl. Manfred Koch, »Mnemotechnik des Schönen«. Studien zur poetischen Erinnerung in Romantik und Symbolismus, Tübingen 1988, 53.Google Scholar
  54. 162.
    Robert Minder, Glaube, Skepsis und Rationalismus. Dargestellt aufgrund der autobiographischen Schriften von Karl Philipp Moritz, Frankfurt a. M. 1974, 164.Google Scholar
  55. 167.
    Zu Turm und Labyrinth vgl. auch August Langen, »Karl Philipp Moritz’ Weg zur symbolischen Dichtung«, ZfdPh, 81 (1962), 169–218, 402–440, 211 ff., 431.Google Scholar
  56. 171.
    Vgl. Mark Boulby »The Gates of Brunswick: Some Aspects of Symbol, Structure and Theme in Karl Philipp Moritz’s ›Anton Reisen«, Modern Language Review, 68 (1973), 105–114.CrossRefGoogle Scholar
  57. Helmut Pfotenhauer, »Karl Philipp Moritz: Erfahrungsseelenkunde als Literatur«, in: ders. Literarische Anthropologie. Selbstbiographien und ihre Geschichte — am Leitfaden des Leibes, Stuttgart 1987, 95–115, hebt vor allem die zusammenhangstiftende Leistung der unwillkürlichen Erinnerung im Sinne Prousts hervor, freilich ohne die phantasmatisch-projektive Funktion, die sie im Anton Reiser innehat, zu bemerken.Google Scholar
  58. 174.
    Franz Mon, »Notizen zu einer labyrinthischen Architektur«, in: Dick Higgins und Wolf Vostell, Pop Architektur Concept Art, Düsseldorf 1969, o. Ss.Google Scholar
  59. 175.
    Zu nennen sind in erster Linie Egon Menz, Die Schrift Karl Philipp Moritzens »Über die bildende Nachahmung des Schönen«, Diss. Tübingen 1968;Google Scholar
  60. Klaus Reimers, Die Resignation in die Kunst. Studien zur Ästhetik von Karl Philipp Moritz, Diss. Berlin 1970;Google Scholar
  61. Thomas R Saine, Die ästhetische Theodizee. Karl Philipp Moritz und die Philosophie des 18. Jahrhunderts, München 1971;Google Scholar
  62. Hartmut Scheible, »Die Begründung der Autonomieästhetik. Karl Philipp Moritz«, in: ders., Wahrheit und Subjekt. Ästhetik im bürgerlichen Zeitalter, Bern, München 1984, 190–222.Google Scholar
  63. 177.
    Auch Annette Simonis, »›Das Schöne ist eine höhere Sprache‹. Karl Philipp Moritz’ Ästhetik zwischen Ontologie und Transzendentalphilosophie«, DVjs, 68/3 (1994), 490–505 verweist darauf, daß die Bildende Nachahmung des Schönen »in einer poetischen Rede« (500) abgefaßt sei.Google Scholar
  64. 182.
    Vgl. Hans Joachim Schrimpf, »Einleitung«, in: Karl Philipp Moritz, Schriften zur Ästhetik und Politik, kritische Ausgabe, hrsg. von H. J. Schrimpf, Tübingen 1962, XI–XXI, XII.Google Scholar
  65. 183.
    Johann Wolfgang von Goethe, »Über die bildende Nachahmung des Schönen von Carl Philipp Moritz«, in: Goethes Werke, hrsg. im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen, I. Abt., 47. Bd., Weimar 1896, 84–90, 90.Google Scholar
  66. 187.
    Vgl. Ruth Ghisler, »›Vorbegriffe zu einer Theorie der Ornamente« von Karl Philipp Moritz«, Jahrbuch des Freien deutschen Hochstifts (1970), 32–58, 39.Google Scholar
  67. 188.
    Vgl. auch Helmut Pfotenhauer, »›Die Signatur des Schönen« oder ›In wie fern Kunstwerke beschrieben werden können?‹ Zu Karl Philipp Moritz und seiner italienischen Ästhetik«, in: ders. (Hrsg.), Kunstliteratur als Italienerfahrung, Tübingen 1991, 67–83, 76.CrossRefGoogle Scholar
  68. 191.
    Heinz-Dieter Weber, »Autonomie der Kunst und kunstimmanente Kritik. Die Ästhetisierung der Kritik bei K. Ph. Moritz«, in: ders., Friedrich Schlegels »Transzendentalpoesie«. Untersuchungen zum Funktionswandel der Literaturkritik im 18. Jahrhundert, München 1973, 64–87, 65, bezeichnet Moritz’ ästhetische Theoreme als das entscheidende Bindeglied zwischen Aufklärung und Romantik.Google Scholar
  69. Peter Szondi, Poetik und Geschichtsphilosophie I. Antike und Moderne in der Ästhetik der Goethezeit. Hegels Lehre von der Dichtung, hrsg. von Senta Metz und Hans-Hagen Hildebrandt, Frankfurt a. M. 31980, 82–98, 94.Google Scholar
  70. 198.
    Vgl. Günter Oesterle, »›Vorbegriffe zu einer Theorie der Ornamente‹. Kontroverse Formprobleme zwischen Aufklärung, Klassizismus und Romantik am Beispiel der Arabeske«, in: Ideal und Wirklichkeit der bildenden Kunst im späten 18. Jahrhundert, hrsg. von Herbert Beck u. a., Berlin 1984, 119–139, 122;Google Scholar
  71. Tzvetan Todorov, Théories du symbole, Paris 1977, 195, spricht von »signification intransitive«.Google Scholar
  72. 200.
    Vgl. Bengt Algot Sørensen, »Die Autonomie des Symbols: Karl Philipp Moritz«, in: ders., Symbol und Symbolismus in den ästhetischen Theorien des 18. Jahrhunderts und der deutschen Romantik, Kopenhagen 1963, 71–85 (Kap. 6).Google Scholar
  73. 203.
    Bernhard Fischer, »Kunstautonomie und Ende der Ikonographie. Zur historischen Problematik von ›Allegorie‹ und ›Symbol‹ in Winckelmanns, Moritz’ und Goethes Kunsttheorie«, DVjs, 64/2 (1990), 247–277, 263. Vgl. auch Todorov, Théories du symbole, 194.Google Scholar
  74. 210.
    Vgl. Johann Wolfgang von Goethe, Gedichte und Epen I, Werke, Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, Bd. I, textkrit. durchges. und komment. von Erich Trunz, München 121981, 367.Google Scholar
  75. 217.
    Jan Wolter, »Ästhetisches Naturerlebnis und Theorie des Schönen bei Karl Philipp Moritz«, ZfdPh, 97 (1978), SonderheftGoogle Scholar
  76. 220.
    Vgl. Martin Heidegger, Der Ursprung des Kunstwerks, Stuttgart 1960, 77.Google Scholar
  77. 221.
    vgl. auch Alo Allkemper, Ästhetische Lösungen. Studien zu Karl Philipp Moritz, München 1990, 289.Google Scholar
  78. 246.
    Karl Philipp Moritz, Vorbegriffe zu einer Theorie der Ornamente, Faksimile-Neudruck der Ausgabe Berlin 1793, mit einer Einführung von Hanno-Walter Kruft, Nördlingen 1986; die zitierte Stelle ebd., 190.Google Scholar
  79. 247.
    Vgl. Friedrich Schlegel, Gespräch über die Poesie, in: ders., Charakteristiken und Kritiken I (1796–1801), hrsg. und eingel. von Hans Eichner, Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe, hrsg. von Ernst Behler, Bd. II, München, Paderborn, Wien 1967, 284–362, 319.Google Scholar
  80. 248.
    vgl. Frank Büttner, »Asmus Jakob Carstens und Karl Philipp Moritz«, Nordelbingen, 52 (1983), 95–127.Google Scholar
  81. 257.
    Günter Niklewski, »Das edle Maß der Zerstörung. Karl Philipp Moritz’ resignative Allegorie«, in: ders., Versuch über Symbol und Allegorie. Winckelmann, Moritz, Schelling, Erlangen 1979, 37–61.Google Scholar
  82. 258.
    von Hans Joachim Schrimpf, Werke, Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, Bd. XII, München 91981, 365–547, Nr. 751, 471.Google Scholar
  83. 259.
    Johann Joachim Winckelmann, Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst, in: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst. Sendschreiben. Erläuterung, hrsg. von Ludwig Uhlig, Stuttgart 1969, 3–39, 39. Vgl. Fischer, »Kunstautonomie und Ende der Ikonographie«, 249 ff.Google Scholar
  84. 270.
    vgl. auch Christoph Brecht, »Die Macht der Worte. Zur Problematik des Allegorischen in Karl Philipp Moritz’ Hartknopf-Romanen«, DVjs, 64/4 (1990), 624–651, 628 f.Google Scholar

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