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Zur stilistischen Wechselwirkung zwischen Niccolò Jommelli und Tommaso Trajetta

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Zusammenfassung

Neben Christoph Willibald Gluck wird gemeinhin Niccolò Jommelli mit den reformatorischen Bestrebungen in Verbindung gebracht, die in der vormozartianischen Opernszene nicht nur innerhalb Italiens diskutiert wurden. Man assoziiert die beiden mit einer reformfreudigen musikalischen Fortschrittspartei, zu deren Mitgliedern auch Intendanten wie in Wien Giacomo Durazzo (1717 bis 1794), Operntheoretiker wie in Venedig Francesco Algarotti (1712–1764) oder Librettisten wie Mattia Verazi (Mannheim, 18. Jahrhundert) gerechnet werden und die sich vom angeblich starren Korsett der metastasianischen Opernkonvention befreiten. Bei näherem Hinsehen jedoch erweist sich diese Darstellung als recht oberflächlich und ungenau. Auf Algarottis 1754 erschienenen »Saggio sopra l’opera in musica«, in dem das wesentliche musikästhetische Gedankengut einer Reform der italienischen Oper in seiner Vollständigkeit und Konsequenz wohl erstmals zusammengetragen wurde, reagierte der kaiserliche Hofpoet durchaus zustimmend, was aus einem Brief Metastasios an Algarotti vom 9. Februar 1756 zweifelsfrei hervorgeht.1 Man kann also in diesem Zusammenhang kaum von einem Bruch mit der metastasianischen Ästhetik sprechen,2 wie dies Sabine Henze-Döhring in ihrer Studie zur Gattungskonvergenz in der italienischen Oper des 18. Jahrhundert getan hat.

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Notizen

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