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Die Erben von Zauberflöte und Glockenspiel: Peter von Winters »Labyrinth« und das Märchentheater Emanuel Schikaneders

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Zusammenfassung

Wenn Goethe gegen Ende seines Lebens sich an seine kurze, aber folgenreiche Begegnung mit der »Zauberflöte« erinnert, dann gilt noch immer seine Bewunderung weniger der Musik, die lange bereits Mozart zum Lieblingskomponisten des deutschen Bürgertums gemacht hatte, als dem Theaterereignis: der sinnlichen Vergegenwärtigung des Wunderbaren und Bedeutsamen, dem wirkungssicheren Ineinander von naivem Märchenbild und allegorischem Zeichen auf der Bühne. Eckermann notiert unter dem 13. April 1823: »Er gibt zu, daß der bekannte erste Teil voller Unwahrscheinlichkeiten und Späße sei, die nicht jeder zurechtlegen und zu würdigen wisse; aber man müsse doch auf alle Fälle dem Autor zugestehen, daß er im hohen Grade die Kunst verstanden habe, durch Kontraste zu wirken und große theatralische Effekte herbeizuführen.«1 Doppelt verklausuliert — durch die ängstliche Formulierung seines ergebenen Zöglings und durch den eigenen Kurialstil der Spätzeit — rekapituliert Goethe da ein Erlebnis, das in seiner Biographie auf eine ihm selbst schwer begreifliche Weise Epoche gemacht hatte: 1794 war die »Zauberflöte« auf ihrem Siegeszug nach Weimar gelangt und hatte den Theaterpraktiker Goethe durch die neuartigen und großen Bühnenwirkungen, den Dichter durch die ansprechende Sinnfälligkeit des bunten Fabelwesens überwältigt. Er selbst inszenierte die erste Aufführung am 16. Januar dieses Jahres. Bei den Proben gemachte Notizen und ein rasch hingeworfener Bühnenbildentwurf zu Sarastros Tempel sind alles, was von den Vorarbeiten zufällig erhalten blieb.2 Aber in Goethes Phantasie hatten sich die Figuren, die eindringlichen Situationen, vor allcm der Kampf der Königin der Nacht gegen das Reich der Sonne festgesctzc.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

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