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Einleitung: Im Zeichen von Melancholie und Groteske

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Zusammenfassung

Die vorliegende Studie nähert sich Peter Greenaways Spielfilmen auf verschiedenen Ebenen. Auf einer medialen Ebene behandelt sie Greenaways Filme als kinematographische Archive der älteren, literarischen und pikturalen Kunstformen. Aus der formalen Bedingung des Films, ein schnelles Medium zu sein, resultiert die Ambivalenz, gleichermaßen Archiv und Totengräber von Buchkultur und Gemäldetradition zu sein. Greenaways Filme praktizieren die Rettung der Literatur und Malerei immer auch als Zerstörung der langsamen Kulturpraktiken, die an Büchern und Bildern hängen: genaues Lesen und sorgfältiges Betrachten. Im Rückbezug auf Maler der Frühen Neuzeit, vor allem Vermeer, hat Greenaway seine Filme als Versuche gewertet, die verlorengegangene Fähigkeit des Sehens wiederherzustellen. Wenn er für diesen Verlust — wie zuletzt in einem Interview anläßlich seiner »Stairs«-Ausstellung in Genf 1994 - die alles beherrschende »verbale Kommunikation« der »westlichen Kultur«1 verantwortlich macht, dann trifft er nur einen Punkt und unterschlägt den weit wichtigeren Aspekt, daß die Kunst des Sehens gegenwärtig wohl eher durch eine visuelle Überflutung und Beschleunigung der optischen Wahrnehmung gefährdet ist.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

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