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Volksgemeinschaft in der Oper

Ottmar Gersters Hexe von Passau
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Zusammenfassung

Vom Beginn des Dritten Reichs an waren nationalsozialistische Musikideologen auf der Suche nach einer dem Nationalsozialismus adäquaten »Volksoper«1. Dabei war freilich weitgehend unklar, wie diese »Volksopern« kompositorisch und dramaturgisch auszusehen hatten2; Popularität alleine galt jedenfalls nicht als ihr Ausweis, wie Ernst Schliepe, in einem Aufsatz, der weitverbreitete Meinungen wiedergab, betonte:

»Der Begriff der Volksoper wird sehr oft mißverstanden. Keineswegs ist jede schlechthin populär gewordene Oper auch eine Volksoper, auch nicht der unendlich oft gegebene ‘Troubadour’, obwohl dessen Melodien längst auf allen Gassen erklingen. Die Hintertreppenromantik seiner Handlung widerspricht jeglicher Einordnung in den Begriff der Volkstümlichkeit Ebensowenig gehört ‘Fidelio’ hierher […] Die überwiegende Mehrheit aller Opern, mögen sie auch noch so viel gespielt werden, sind keine Volksopern.«3

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Notizen

  1. 1.
    Vgl. M. Meyer, The Politics of Musk in the Third Reich, New York/Bern etc. 1991 [= American University Studies 49], 308ff.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. auch A. Riethmüller, Komposition im Dritten Reich, in: Archiv für Musikwissenschaft 38 (1981), 274.CrossRefGoogle Scholar
  3. 3.
    E. Schliepe, Die deutsche Volksoper, in: Die Musik 26 (1933/34), 885.Google Scholar
  4. 9.
    Vgl. M. Walter, Die Darstellung des Volkes in der französischen Oper von der Revolution bis 1870. Eine Skizze zur Entwicklung des französischen Librettos im 19. Jahrhundert, in: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte 10 (1986), 381–400.Google Scholar
  5. 10.
    H. Gerigk: Joseph-Haas-Uraufßhrung in Kassel “Tobias Wunderlich”, eine Volksoper?, in: Völkischer Beobachter v. 28.11.1937, 7. Vgl. auch Die Vermählung einer idealen Politik mit einer realen Kunst in diesem Band, sowie B. Drewniak, Das Theater im NS-Staat. Szenarium deutscher Zeitgeschichte 1933–1945, Düsseldorf 1983, 309f.Google Scholar
  6. 15.
    C. Dahlhaus, Politische Implikationen der Operndramaturgie. Zu deutschen Opern der dreißiger Jahre, in: Ders., Vom Musikdrama zur Literaturoper, München 1989, 267–293, hier: 272.Google Scholar
  7. 16.
    Vgl. z.B. R. Malth, Ottmar Gerster. Leben und Werk, Leipzig 1988, 37.Google Scholar
  8. 19.
    P. Bekker, Die Oper und ihr Publikum, in: Die Musik 25 (1932/33), 488 (Bekker sprach damals von den »artistischen Neigungen der gegenwärtigen Kunstoper«, die es in diesem Sinne 1941 natürlich nicht mehr gab). Das Erscheinen dieses Aufsatzes im April 1933 erklärt sich wohl daraus, daß er bereits im Satz vorlag und unbesehen abgedruckt wurde. Solche ‘Versehen’ kamen unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gelegentlich vor, was dann — aber nicht im Falle des Artikels von Bekker — zu redaktionellen Richtigstellungen führte.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

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